B2B
21.03.2018

Facebook: "Entsetzt, dass wir hintergangen wurden"

Das Social Network ist sich laut eigenen Angaben des Ernstes der Lage nach dem Cambridge-Analytica-Skandal bewusst. Investoren reichen bereits Klagen ein.

Facebook hat auf den Datenskandal um die britische Analysefirma Cambridge Analytica mit Bedauern reagiert. Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich des Ernsts der Lage bewusst, heißt es in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung von Facebook.

"Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden", heißt es weiter. Facebook werde alles tun, um seine Richtlinien durchzusetzen und die Informationen der Nutzer zu schützen.

Undercover-Reporter

Die britische Firma, die nach Angaben ihres inzwischen suspendierten Chefs Alexander Nix einen Großteil des Wahlkampfs für US-Präsident Donald Trump bestritten hat, soll Facebook-Daten von bis zu 50 Millionen Menschen missbraucht haben. Nix hatte einem angeblichen Kunden gegenüber Angaben zu den Verbindungen seines Unternehmens zu Trump gemacht. Der vermeintliche Kunde entpuppte sich aber als britischer Fernsehreporter von Channel 4. Unter anderem will Nix Trump persönlich mehrere Male getroffen haben. Nix selbst erklärte, er habe nur ein Spiel gespielt.

FTC untersucht Facebook

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC untersucht einem Bericht der "Washington Post" zufolge auch Facebook, dessen Börsenkurs stürzte. Facebook verlor zeitweise bis zu 50 Milliarden Dollar an Unternehmenswert an der Börse. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht offiziell. In Medienberichten versuchten Trump-Mitarbeiter die Verbindungen zu Cambridge Analytica kleinzureden.

Investoren klagen

In der Datenaffäre um Facebook haben US-Investoren eine erste Klage gegen den Internet-Konzern eingereicht. Die Aktionäre machten am Dienstag bei einem Bundesgericht in San Francisco geltend, dass die Konzernführung sie über die Fähigkeiten in die Irre geführt habe, die Daten der Nutzer zu schützen. Der Zeitung "Los Angeles Times" zufolge wird Facebook zudem vorgeworfen, die eigenen Datenschutzvorschriften verletzt zu haben.