B2B 04.06.2018

Tesla-Aktionäre verlangen Absetzung von Elon Musk

© Bild: AP / Evan Vucci

Einige Investoren wollen den Verwaltungsrat bei Tesla wegen diverser Probleme umstrukturieren.

Am Dienstag stimmen die Tesla-Aktionäre über eine mögliche Umgestaltung des "Board of Directors", des Führungsgremiums von Tesla, ab. Einige Anteilshalter sind der Meinung, dass die anhaltenden Probleme des E-Autoherstellers nur mit Wechseln an der Führungsspitze gelöst werden können, wie die South China Morning Post berichtet. Neben Elon Musk, der dem Board vorsitzt, sollen auch drei weitere Direktoren ihre Sitze räumen.

Angeführt wird die firmeninterne Revolte von der CtW Investment Group, einem Investor, der gewerkschaftliche Pensionsfonds verwaltet. CtW schreibt in einem Brief an die Anteilseigentümer, dass Teslas strategische und operative Herausforderungen und eine schlechter werdende finanzielle Performance einen größeren Umbau der Firmenspitze rechtfertigen. Das Führungsgremium sei dem Vorsitzenden Elon Musk über Gebühr hörig.

Wackelkandidaten

Auch die Beratungsfirma Glass Lewis rät Anteilseigentümern, gegen die Wiederbestellung von drei Präsidenten zu stimmen. Gehen sollen der 21st Century Fox CEO James Murdoch, der Investor Antonio Garcias und Elon Musks kleiner Bruder Kimbal. Glass Lewis rät auch, Musk nicht wieder zum Vorsitzenden des Boards zu wählen. Seinen Job als CEO soll der streitbare Boss aber behalten, so die Berater.

Die Berater von Institutional Shareholder Services plädieren hingegen für eine Abwahl von Garcias und Murdoch, unterstützen aber Kimbal Musk. Elon Musk soll seinen Vorsitz auch in diesem Szenario räumen. Die Argumente, die von den Beratern vorgebracht werden, stellen vor allem die hohen zeitlichen Anforderungen an die Präsidenten in den Mittelpunkt. Musk und seine Mitstreiter hätten wegen anderer Verpflichtungen schlicht zu wenig Zeit, sich gebührend um Tesla zu kümmern. Zudem stellen einige Investoren die Unabhängigkeit des Direktoriums in Frage, weil Musks Einfluss zu stark sei.

Dass Musk oder seine Vertrauten tatsächlich abgewählt werden, halten die meisten Beobachter aber für unwahrscheinlich. Musk allein hält 21,9 Prozent der stimmberechtigten Anteile und in der Vergangenheit haben sich die Investoren stets gegen Aktivismus aus ihren eigenen Reihen gestellt. Die Abstimmung könnte aber Druck auf Musk und sein Führungsgremium aufbauen, der sie zur stärkeren Berücksichtigung der Anteilshalter zwingen könnte.

( futurezone ) Erstellt am 04.06.2018