Rendering des geplanten AKW in Schweden.
Schweden bekommt 3 Mini-Atomkraftwerke von Rolls-Royce
Small Modular Reactors (SMR) gelten als die Zukunft der Atomkraft. Das sind kleine, modulare Reaktoren, die normalerweise nur bis zu 300 Megawatt produzieren. Auch in Schweden, einem Staat mit relativ vielen klassischen Atomkraftwerken, sollen nun drei SMR gebaut werden. Bauen wird sie das britische Technologieunternehmen Rolls‑Royce, wie kürzlich entschieden wurde.
Mit einer Leistung von insgesamt 1.500 MW fallen die Reaktoren allerdings etwas größer aus als vergleichbare Anlagen. Laut dem Unternehmen hat man diese Leistungsgröße aber bewusst gewählt. Ein anderer Plan hätte den Bau von einem großen und einem kleinen Reaktor vorgesehen.
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Mehrere Projekte in Europa
In Europa wurden bislang noch keine SMR in Betrieb genommen. Am weitesten fortgeschritten ist derzeit ein Projekt in Rumänien, wo das Unternehmen NuScale Power nächstes Jahr mit dem Bau beginnen möchte. Pläne gibt es aber auch in Polen, Frankreich und dem Vereinigten Königreich.
Die 3 neuen Reaktoren in Schweden sollen auf der Halbinsel Värö südlich von Göteborg entstehen. Dort gibt es beim AKW Ringhals bereits vier klassische Reaktoren, von denen derzeit noch 2 in Betrieb sind. Das Areal bietet sich daher als Standort für weitere AKW an.
Der Standort südlich von Göteborg.
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Baustart nicht vor 2029
Wann der Bau in Schweden startet, wurde bisher nicht kommuniziert. Wie aus einem Reuters‑Bericht hervorgeht, wird mit der letzten Investitionsentscheidung aber nicht vor 2029 gerechnet. Der Bau wird also erst danach starten. Kommuniziert wurde aber bereits, dass die neuen Anlagen Mitte der 2030er‑Jahre ans Netz gehen sollen.
Die britische Regierung veröffentlichte eine Aussendung, in der die Kosten auf rund 3,5 Milliarden Euro geschätzt werden. Das wäre ein akzeptables Maß für eine Leistung von insgesamt 1.500 MW. Bei einem herkömmlichen AKW belaufen sich die Kosten normalerweise auf 10 bis 30 Milliarden Euro, also ein Vielfaches davon.
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Die drohende Kostenfalle
Neben besseren Sicherheitsvorkehrungen durch andere Kühlsysteme und Komponenten sowie einer besseren Anschlussmöglichkeit an kleinere Stromnetze wird oft der günstigere Baupreis als zentraler Vorteil der Mini‑Atomkraftwerke genannt.
Dieser wird jedoch vor allem durch eine Serienfertigung der Module erreicht. In der Praxis hat sich das allerdings noch nicht wirklich bestätigt – und es könnte auch in Schweden möglicherweise nicht bei den genannten Kosten bleiben, da auf Värö nur 3 Reaktoren geplant sind.
Dazu kommt, dass größere Atomreaktoren mehr und günstigeren Strom produzieren. Damit würde man – neben den klassischen Risiken von Atomkraftwerken, die auch bei SMR bestehen bleiben – sowohl die Nachteile großer als auch kleiner AKW‑Reaktoren kombinieren.
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