Frischluft für die Fischzucht? So atmen sich Fische fit und fein
Fisch gilt als hochwertiges Nahrungsmittel und liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Der weltweite Konsum nimmt seit Jahren zu, während natürliche Bestände zunehmend unter Druck geraten. Um die wachsende Nachfrage zu decken, gewinnt die Aquakultur immer mehr an Bedeutung. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erreichte die weltweite Produktion aus Fischerei und Aquakultur im Jahr 2022 ein Rekordniveau von 223 Millionen Tonnen. Davon stammten rund 131 Millionen Tonnen aus Aquakultur – und damit erstmals mehr als aus der klassischen Fischerei, die bei etwa 92 Millionen Tonnen lag. Heute stellt die Zucht somit den größten Teil der globalen Fischproduktion dar. Um diese Form der Erzeugung sowohl ökologisch tragfähig als auch wirtschaftlich effizient zu gestalten, ist eine präzise Steuerung der Anlagen entscheidend – und dabei spielt Sauerstoff eine zentrale Rolle.
Die Welt ist hungrig nach Fisch
Pro Kopf liegt der Fischverbrauch in Österreich bei rund 8 kg pro Jahr, in Deutschland bei rund 13 kg, weltweit sogar bei über 20 kg. Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass die Nachfrage kontinuierlich steigt. Für Fischzüchter:innen bedeutet dies sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung: Das Produktionspotenzial der eigenen Anlagen muss optimal ausgeschöpft werden, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
In der Natur übernimmt die Bewegung des Wassers die Sauerstoffversorgung ganz von selbst – Flüsse rauschen, Wellen schlagen, und Sauerstoff wird stetig eingetragen. In Fischzuchtanlagen hingegen zirkuliert das Wasser meist in einem geschlossenen Kreislauf.
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Aquakultur neu gedacht: Gesundheit, Wachstum und Geschmack der Fische im Fokus
In den Becken moderner Aquakulturen strömt nicht nur Wasser, hier floriert ein wichtiger Wirtschaftszweig. Wo früher Teiche und Futterkellen genügten, messen heute Sensoren den Sauerstoffgehalt, steuern Algorithmen die Fütterung, und Energiesysteme halten Temperatur und Strömung im Gleichgewicht. Fischzucht ist längst kein analoges Handwerk mehr, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Biologie, Technik und Daten. Denn was über Geschmack, Wachstum und Gesundheit der Fische entscheidet, ist kein Geheimrezept, sondern mitunter ein unsichtbares Gas: Sauerstoff.
Ob Lachs, Forelle oder Saibling, in den Gewässern dieser Erde tummeln sich allerlei Fische. Doch nicht nur das Meer, auch Flüsse und Seen gelten als überfischt.
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Sauerstoff: Der unsichtbare Erfolgsfaktor in der Fischzucht
Fische benötigen Sauerstoff, um ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Fehlt er, sinken nicht nur ihre Lebensqualität, sondern auch die Erträge. In natürlichen Gewässern schwankt der Sauerstoffgehalt je nach Temperatur, Jahreszeit und Besatzdichte. In Zuchtanlagen kann das fatale Folgen haben. Schon geringe Defizite oder Schwankungen bremsen das Wachstum, erhöhen den Stress der Tiere und mindern die Qualität des Fischfleisches erheblich.
Hier setzt die präzise Technologie Farmox des niederösterreichischen Industriegasespezialisten Messer Austria an: Anstelle gewöhnlicher Luft wird reiner Sauerstoff (O₂) in das Wasser eingeleitet – fein dosiert, sensorgesteuert und exakt auf die tageszeitlichen Bedarfsschwankungen abgestimmt. Das Gas wird genau dann zugeführt, wenn die Fische es am dringendsten benötigen, zum Beispiel nach der Fütterung. Eine präzise Steuerung der Anlagen ist entscheidend, um die Fischzucht sowohl ökologisch tragfähig als auch wirtschaftlich effizient zu gestalten, wobei Sauerstoff eine zentrale Rolle spielt.
In der kommerziellen Fischzucht entscheidet der Sauerstoffgehalt über Produktivität und Tierwohl. Durch den gezielten Einsatz von reinem Sauerstoff (O₂) anstelle von Luft können Fische schneller wachsen, die Fleischqualität wird verbessert und die Fischsterblichkeit deutlich reduziert.
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Mehr als Luft: Warum reiner Sauerstoff die Fischzucht revolutioniert
Wie viel Sauerstoff das Wasser enthalten muss, hängt von vielen Faktoren ab: Von Jahres- und Tageszeit über Fischart und Besatzdichte bis zur Wassertemperatur und Fütterung. Entsprechend anspruchsvoll ist es, in einer Zuchtanlage stets die optimale Konzentration zu halten. Wie effizient sich Sauerstoff im Wasser anreichern lässt, hängt stark von der Methode ab, also ob mit Luft oder reinem Sauerstoff gearbeitet wird. Gerade moderne Systeme halten den Sauerstoffgehalt im Wasser stets auf dem optimalen Niveau. Die Fische erhalten genau so viel reinen Sauerstoff, wie sie gerade benötigen, etwa besonders viel nach der Fütterung. Der Einsatz von reinem Sauerstoff bietet dabei klare Vorteile gegenüber der Zugabe von Umgebungsluft: Wird normale Luft in die Becken eingeblasen, gelangt nicht nur Sauerstoff ins Wasser, sondern vor allem Stickstoff, der rund vier Fünftel der Luft ausmacht. Ein zu hoher Stickstoffanteil kann jedoch den Sauerstoffgehalt senken, den pH-Wert verändern und in Form von Ammoniak giftig wirken. Manche Stickstoffverbindungen schädigen zudem die Kiemen und erschweren die Atmung der Fische.
Mehr Blubb pro Liter
Normale Luft besteht nur zu etwa 21 Prozent aus Sauerstoff. Wenn man also einfach Luft ins Wasser einbläst, kann das Wasser nur eine begrenzte Menge Sauerstoff aufnehmen, es erreicht schnell seine sogenannte Sättigungsgrenze, meist bei rund 6 mg Sauerstoff pro Liter. Die Farmox-Technologie von der Messer Austria GmbH arbeitet anders: Sie bringt reinen Sauerstoff direkt ins Wasser ein. Reiner Sauerstoff ist bis zu fünfmal besser löslich als Luft. Dadurch lassen sich Sauerstoffwerte von 12 mg/L und mehr erreichen.
Das Ergebnis:
- Die Fische wachsen schneller (höhere Produktivität)
- Die Fleischqualität verbessert sich
- Die Tiere sind weniger gestresst – und damit auch die Züchter:innen
Der gezielte Einsatz von reinem Sauerstoff statt Luft fördert das Wachstum, steigert die Fleischqualität und senkt die Sterblichkeit deutlich. Entscheidend für optimale Ergebnisse in der Aquakultur ist dabei eine präzise Steuerung der Sauerstoffzufuhr.
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Für Fische perfekt dosiert: So arbeitet eine Sauerstoffanreicherungsanlage
In modernen Aquakulturen sorgt eine Sauerstoffanreicherungsanlage dafür, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser konstant auf optimalem Niveau bleibt. Der Prozess beginnt in einem Tank, in dem flüssiger Sauerstoff gespeichert wird. Dieser wird im Verdampfer in gasförmigen Sauerstoff umgewandelt. Anschließend gelangt der Sauerstoff in einen Dosierschrank, in dem die Zufuhrmenge präzise geregelt und überwacht wird. Über eine Leitung wird der Sauerstoff zur Messstelle geführt, wo der aktuelle Sauerstoffgehalt im Wasser kontinuierlich überwacht wird.
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Auf Basis dieser Messwerte erfolgt eine automatische Anpassung der Dosierung, um den Sollwert konstant zu halten. Schließlich wird der Sauerstoff in das Wasserbecken eingeleitet. Über eine Begasungsmatte erfolgt die feinblasige Einbringung des Gases. Die feinen Blasen vergrößern die Kontaktfläche zwischen Gas und Wasser, sodass sich der Sauerstoff gleichmäßig verteilt und effizient löst. Das Ergebnis ist eine stabile Wasserqualität mit optimalem Sauerstoffgehalt – die Grundlage für gesunde, schnell wachsende Fische und eine nachhaltig wirtschaftliche Aquakultur.
Sauerstoff gezielt dosieren
Die Dosierung von Sauerstoff in Aquakulturanlagen ist komplex, da sie von zahlreichen Faktoren abhängt:
- Fischart: Verschiedene Arten haben unterschiedliche Sauerstoffbedarfe. Lachs benötigt beispielsweise andere Sauerstoffkonzentrationen als Karpfen.
- Besatzdichte: Je mehr Fische in einem Becken sind, desto höher ist der Sauerstoffbedarf.
- Wassertemperatur: Mit steigender Temperatur nimmt die Löslichkeit von Sauerstoff ab. Gleichzeitig steigt der Stoffwechsel der Fische, was den Sauerstoffbedarf erhöht.
- Fütterungszeitpunkt: Nach der Fütterung steigt der Sauerstoffverbrauch durch die Verdauung erheblich.
- Tages- und Jahreszeit: Die Photosynthese von Wasserpflanzen oder Algen kann den Sauerstoffgehalt schwanken lassen.
Moderne Systeme ermöglichen eine präzise Kontrolle und Anpassung des Sauerstoffgehalts, sodass Fische stets optimal versorgt werden.
Wenn Sauerstoff mitdenkt: Smarte Systeme für gesunde Fische und stabile Becken
Die Messer Austria GmbH liefert nicht nur den reinen Sauerstoff, sondern gleich das komplette System für jede Beckenart und Betriebsweise: Schwimmende Schaufelräder verteilen Sauerstoff gleichmäßig an der Wasseroberfläche, Oxycones sorgen für hohe Löslichkeit und bringen Sauerstoff besonders effizient ins Wasser, perforierte Schläuche decken große Flächen ab und keramische Diffusoren erzeugen feine Blasen für eine besonders gute Lösung des Sauerstoffes im Wasser. Je nach Anwendung lassen sich die Systeme flexibel kombinieren, um Becken stabil und Fische gesund zu halten.
Messer bietet Systeme zur effizienten Sauerstoffeinbringung in Aquakulturen, angepasst an Beckenart und Betriebsweise, wie zum Beispiel Schaufelräder , Oxycones, perforierte Schläuche und keramische Diffusoren.
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Fazit: Reiner Sauerstoff, reine Effizienz bei der Fischzucht
Der Sauerstoffgehalt im Wasser ist ein entscheidender Faktor für erfolgreiche Fischzucht. Er beeinflusst direkt Wachstum, Gesundheit und Fleischqualität der Tiere. Wer auf eine präzise Versorgung achtet, kann den Produktionszyklus verkürzen, Verluste minimieren und wirtschaftlich effizienter arbeiten.
Die Farmox-Technologie des niederösterreichischen Industriegaseunternehmens Messer Austria zeigt, dass Hightech und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Mit weniger Wasser, weniger Energie und geringeren Verlusten wird mehr Wachstum möglich – für gesunde Fische und rentable Aquakulturen.