Eine Person hält ein Smartphone mit beiden Händen vor sich. (Symbolbild)

Viele Menschen nutzen ChatGPT am Handy. (Symbolbild)

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Digital Life

Warum sich der Erotik-Modus für ChatGPT verspätet

Im Oktober 2025 kündigte OpenAI einen Erotik-Modus für ChatGPT an. Der beliebte Chatbot soll dann nicht mehr abbrechen, wenn verifizierte User explizite Unterhaltungen starten. Ursprünglich versprach OpenAI-Chef Sam Altman das neue Feature ab Dezember 2025. Daraus wurde aber nichts. In späteren Berichten war vom ersten Quartal 2026 die Rede.

Nun verschiebt OpenAI den Start erneut: „Wir verschieben die Einführung des Erwachsenenmodus, damit wir uns auf Aufgaben konzentrieren können, die für mehr Nutzer derzeit eine höhere Priorität haben“, heißt es in einem offiziellen Statement gegenüber Axios.

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Feature auf unbestimmte Zeit verschoben

Trotzdem will OpenAI an der Idee festhalten: „Wir glauben weiterhin an den Grundsatz, Erwachsene wie Erwachsene zu behandeln.“ Man brauche aber mehr Zeit, um den Service entsprechend zu gestalten. Vorher will das KI-Unternehmen unter anderem wirkungsvolle Schutzmaßnahmen für Minderjährige einführen.

Offenbar traut sich OpenAI momentan doch noch nicht so recht an das kontroverse Thema heran. Denn nicht alle finden die Erotik-Chat-Idee gut. Während einige es begrüßen, wenn User mit der KI frei und ungezwungen auch über Intimes sprechen können, sehen andere darin ein Einfallstor für missbräuchliche Verwendung.

Eine Hürde für OpenAI dürfte das Modelltraining sein. Die Moderation solcher Inhalte gilt bei generativer KI als besonders schwierig, weil Modelle Inhalte dynamisch erzeugen und Gespräche leicht in unerwünschte Richtungen abdriften können. Das zeigen Erfahrungen mit ähnlichen KI-Erotik-Chats. Findige User könnten ChatGPT daher auch dazu drängen, Gespräche zu führen, die der Chatbot eigentlich ablehnen sollte.

Erotik-Inhalte als Risiko

Die KI-Firma sucht seit längerem nach Wegen, profitabel zu werden. Erotik-Inhalte gelten für Tech-Firmen aber generell als „Minenfeld“. Der Apple App Store und der Google Play Store gehen bei expliziten Inhalten etwa besonders restriktiv vor. Auf allen großen Social-Media-Plattformen gibt es diesbezüglich ausdrückliche Werbeverbote. Grund dafür sind neben Gesetzen zum Schutz von Minderjährigen auch Kreditkartenfirmen und andere Unternehmen, die hier Druck ausüben.

Würde eine bekannte KI-App plötzlich mit zweifelhaften Erotik-Inhalten auffallen, könnte nicht nur der Rauswurf aus den App-Stores drohen. Auch die Partnerschaft mit Zahlungsdiensten wäre ihr nicht mehr gewiss. Außerdem droht ein Imageschaden, wenn viele Nutzer ChatGPT vor allem für „Sexting“ nutzen.

OpenAI muss daher gut aufpassen, wie es seinen Service gestaltet, damit Geldgeber und Werbekunden nicht abspringen. Auch neue Skandale, wie ChatGPTs gut dokumentierte „Fehlschläge im Bereich der körperlichen und psychischen Gesundheit“, gilt es zu verhindern. 

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Man kann sich nur vorstellen, wie sehr ChatGPT OpenAI blamieren würde, wenn es auch im Erotik-Bereich mit ähnlich fragwürdigen „Fehlleistungen“ auffällt. Auch wenn OpenAI an seinen Plänen festhält, ist mit einer baldigen Einführung eines solchen Features derzeit eher nicht zu rechnen.

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Jana Unterrainer

Interessiert sich nicht nur dafür, was Technologie kann, sondern auch was sie mit uns macht. Sie schreibt am liebsten über KI, Digitale Trends und Wissenschaft.

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