Amazon Leo soll superschnelles Bord-Internet bereitstellen.
Amazon stellt Flugzeugantenne für superschnelles Internet vor
Beim Thema Satelliteninternet denken vermutlich erstmal alle an Starlink. Doch zusätzlich zu Elon Musks Mini-Satelliten kreisen auch welche von anderen Betreibern um unsere Erde – z. B. die von Amazon Leo, vormals bekannt als Project Kuiper.
Im Sommer will Amazon sein Satelliteninternet als Produkt für die Allgemeinheit verfügbar machen. Wie es aussieht, will das Unternehmen auch Airlines als Kunden dafür gewinnen. Denn jetzt wurde die Amazon Leo Aviation Antenna vorgestellt. Diese soll Passagieren und Crew von Gate zu Gate eine durchgehende Internetverbindung an Bord ermöglichen. In einer Aussendung spricht Amazon von bis zu 1 Gbps Download-Geschwindigkeit und bis zu 400 Mbps Upload-Geschwindigkeit.
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Flugzeugantenne von Amazon
© Amazon
Besonders einfach zu installieren
Amazon betont, dass die Flugzeugantenne besonders einfach zu installieren ist, im Gegensatz zum Konkurrenzprodukt von Starlink. Die Montage soll nicht länger als einen Tag dauern – bei Starlink sind dafür 10 bis 14 Tage vorgesehen.
Die Antenne ist 147 Zentimeter lang, 76 Zentimeter breit und 6,6 Zentimeter hoch und trägt so auf der Außenhülle des Flugzeugs kaum auf. Sie enthält keine beweglichen Teile und ist für raue Wetterverhältnisse konzipiert, sodass selten Instandhaltungsarbeiten nötig sind.
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Die Antenne stellt während des Flugs eine Verbindung mit einem Amazon-Leo-Satelliten in der Nähe her. Ist der nächste in Reichweite, verbindet sie sich nahtlos mit diesem. Die Satelliten verbinden sich wiederum mit jeweils einer von 300 geplanten Gateway-Antennen auf dem Boden, die eine Verbindung mit dem Internet und speziell AWS bieten.
Bodenstation von Amazon Leo.
© Amazon
Internet auf Flügen von JetBlue und Delta
Als erste Airline hat JetBlue 2025 bekanntgegeben, mit Amazon Leo – damals noch Project Kuiper – zusammenzuarbeiten. Ab dem kommenden Jahr soll das Satelliteninternet auf manchen Flügen verfügbar sein.
Delta hat im März angekündigt, mit Amazon Leo zu kooperieren. Ab 2028 sollen die Antennen an 500 Flugzeugen installiert werden. Zu weiteren Kunden des Satelliten-Internet-Service gehören laut Amazon die Telekommunikationskonzern AT&T und Vodafone, sowie mehrere Fernsehsender auf der ganzen Welt.
Noch nicht in kommerziellem Betrieb
Doch von geplanten 3.236 Satelliten hat das Unternehmen erst etwa 240 ins All geschossen. In der Vergangenheit gab es mehrmals Probleme mit dem Zeitplan. Bis zum Sommer sollten eigentlich schon die Hälfte aller Satelliten im Orbit kreisen – Amazon musste bei der zuständigen Behörde FCC sogar um eine Fristverlängerung ansuchen.
Diese vergleichsweise wenigen Satelliten reichen nicht für einen robusten Betrieb. Das Internet-Service ist deshalb im Moment nur in einer geschlossenen Beta-Variante verfügbar, heißt es bei PCMag.
Konkurrenz zu Starlink?
Starlink hat aktuell über 10.000 Satelliten in Betrieb, wie der unabhängige Beobachter Jonathan C. McDowell gezählt hat. Das Satelliteninternet ist bei mehreren Airlines, auf Schiffen und in Zügen verfügbar. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen allein 2024 knapp 4 Millionen Empfangsgeräte verkauft.
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Langfristig will Amazon die Konkurrenz mit niedrigeren Preisen und direkter AWS-Integration ausstechen, wie CEO Andy Jassy in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre erklärt hat. „Wir erwarten, dass unser Service so schnell und zuverlässig ist, dass Passagiere nach Flügen mit Leo-Verbindung suchen“, erklärt Trevor Vieweg von Amazon Leo.
Wer Interesse hat, das Satelliteninternet daheim auszuprobieren, muss sich noch gedulden. Derzeit kann man sich lediglich zur Mailingliste dafür anmelden.
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