Ein schwarzer Newton MessagePad mit einem einfachen Diagramm auf dem Bildschirm liegt auf einem weißen Untergrund.
© CC BY-SA 4.0 / Felix Winkelnkemper
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Produkte

5 Apple-Produkte, die grandios gefloppt sind

Auch wenn die Geschichte von Apple insgesamt sehr positiv verlief, waren nicht alle Produkte des heute wertvollsten Unternehmens der Welt ein Hit. Gelegentlich erkannte das Unternehmen das schon, bevor sie überhaupt am Markt waren.

Manchmal war es allerdings erst das Kunden-Feedback, das Apple zum Reagieren zwang. Hier eine Sammlung an 5 Dingen, die man definitiv als Misserfolg einordnen kann.

➤ Mehr lesen: Apple wird 50: 5 Dinge, die ihr über die Firma nicht wusstet

Der Apple III

Nach dem Erfolg des Apple I und II sollte dieser Computer aus dem Jahr 1980 Apples Platz als PC-Größe einzementieren. Er entwickelte sich jedoch zu einem Fehlschlag, der erste in der Geschichte des Unternehmens. Steve Wozniak meinte einmal, das lag daran, dass er primär von Apples Marketing-Team anstatt von den Ingenieuren entworfen wurde.

Der PC war für die damalige Zeit unter anderem deswegen ambitioniert, weil er lüfterlos war. Steve Jobs hasste diese Bauteile und die Geräusche, die sie verursachten. Im weiteren Verlauf der Geschichte war seine Intention richtig. Bis heute verzichten zum Beispiel das MacBook Air und das neue Neo auf aktive Lüfter und funktionieren problemlos.

Anfang der 80er-Jahre war die technische Realität aber eine andere. Das Gehäuse war zu eng gepackt. Die Hitze im Inneren stieg so stark an, dass sich die Hauptplatine leicht verformte. Durch die thermische Ausdehnung wurden die Chips buchstäblich aus ihren Sockeln gehebelt. Der Computer stürzte ab oder startete gar nicht erst.

Apple soll seinen Kunden damals empfohlen haben, den Rechner anzuheben und auf den Tisch fallen zu lassen, damit die Chips wieder an die richtige Stelle rutschen. Ob dieser Tipp wirklich offiziell vom Unternehmen kam oder sich nur in der Community verbreitete, ist bis heute nicht vollständig rekonstruierbar. Man musste jedenfalls starke Nerven haben, um seinen Computer, der damals inflationsangepasst zwischen 17.000 und 30.000 Dollar wert war, so zu behandeln.

Für Apple war das eine Katastrophe. Jobs sagte einmal, das Unternehmen habe mit dem Apple III „unermessliche Summen“ Geld verloren.

Apple Newton

Lange vor dem iPhone wollte man mit dem Apple Newton im Jahr 1993 einen mobilen Handheld-Computer etablieren. Der Newton sollte die Handschrift des Nutzers erkennen und in digitalen Text umwandeln. Apple investierte laut Angaben des früheren CEOs John Sculley über 100 Millionen Dollar in die Entwicklung, eine für damalige Verhältnisse unvorstellbare Summe.

Die Schrifterkennung funktionierte allerdings nicht so, wie sie sollte. Sogar in den Simpsons hat man sich darüber lustig gemacht. Als Steve Jobs 1997 zurückkehrte, war das Erste, was er tat, den Newton eigenhändig zu „töten“. Er hasste das Gerät – vor allem, weil es mit einem Eingabestift (Stylus) bedient wurde.

Apple Pippin

Die Apple Pippin war Apples Versuch, Mitte der 1990er-Jahre das Wohnzimmer in Form einer Spielekonsole zu erobern. In Zusammenarbeit mit dem japanischen Spielzeugriesen Bandai wurde die Pippin 1996 als eine Mischung aus Spielekonsole und abgespecktem Mac vermarktet. Apple wollte eine offene Plattform schaffen, die CD-ROMs abspielen, im Internet surfen und High-End-Gaming ermöglichen sollte.

Das Gesamtpaket ging aber nicht auf. Die Pippin war mit 600 Dollar (inflationsangepasst wären es heute knapp 1.300 Dollar) für eine Spielekonsole extrem teuer und gleichzeitig zu schwach, um als vernünftige PC-Alternative durchzugehen. Rund 42.000 Stück wurden weltweit verkauft, bevor Apple sie einstellte.

AirPower

Im Jahr 2017 kündigte Apple AirPower an. Dabei handelte es sich um eine elegante, weiße Ladematte, auf der man iPhone, Apple Watch und AirPods wahllos ablegen konnte, um sie gleichzeitig zu laden. Das war etwas Besonderes, da man Geräte eigentlich ziemlich genau auf Ladespulen legen muss, um sie drahtlos aufzuladen. Apples Versprechen war jedoch, dass man sich als Kunde keine Gedanken darum machen muss und sie einfach irgendwo auf die Matte legen kann.

Um das „Laden an jeder Stelle“ zu ermöglichen, mussten aber über 20 Ladespulen extrem dicht und überlappend verbaut werden. Das Ergebnis war eine massive Hitzeentwicklung durch Interferenzen. Die technischen Probleme waren nicht lösbar.

Ein iPhone, eine Apple Watch und AirPods liegen auf einer kabellosen Ladestation.

AirPower

Zuerst wusste man nicht ganz, wie man darauf reagieren sollte und ließ das Produkt einfach komplett von der Webseite und aus Präsentationen verschwinden. 2019 gestand man schließlich offiziell ein, dass es nichts wird mit der Matte.

Zum ersten Mal musste Apple öffentlich zugeben, dass ein bereits groß angekündigtes Produkt technisch schlicht nicht machbar war. Der Flop hatte aber etwas Positives: Er führte direkt zur Entwicklung von MagSafe, bei dem man das Problem der Ausrichtung mit Magneten löste.

➤ Mehr lesen: Apple gibt zu, dass Ladematte AirPower gescheitert ist

FineWoven-Zubehör

Um nachhaltiger zu werden, ersetzte Apple 2023 seine Lederhüllen durch das Material FineWoven. Apple nannte die neue Stoffoption „luxuriöses und strapazierfähiges Microtwill". Im Unterschied zu AirPower gingen die entsprechenden Hüllen auch tatsächlich in den Verkauf. 70 Euro kostete eine solche Handyhülle.

Das Feedback war vernichtend: Die Hüllen zerkratzten mehr oder weniger schon beim Hinschauen. Schmutz und Flüssigkeiten wurden aufgesogen wie von einem Schwamm und die Ränder der Hüllen fransen erschreckend schnell aus. Apple stellte die Produktion 2024 stillschweigend ein.

➤ Mehr lesen: Apples 70 Euro teures iPhone-15-Case ist Schrott, sagen User

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

mehr lesen
Thomas Prenner

Kommentare