Honor hat sein Robot Phone präsentiert

Honor hat sein Robot Phone präsentiert

© APA/AFP/LLUIS GENE / LLUIS GENE
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Produkte

Hersteller suchen Auswege aus Smartphone-Einheitsbrei

Dieser Tage findet in Barcelona mit dem Mobile World Congress die größte Handy-Messe der Welt statt. Wie immer werden dort zahlreiche neue Handys vorgestellt. Die Situation ist heute aber dennoch eine völlig andere als noch vor 5 bis 10 Jahren. 

Damals haben sich Hersteller vor allem mit Basisfunktionen wie Display oder Kamera gegenseitig versucht zu übertrumpfen. Die technische Entwicklung in diesen Bereichen war so rasant, dass die Sprünge zwischen Modellen zum Teil enorm waren. 

Heute ist das anders: Dinge wie Displays oder Kameras sind schon derart ausgereift, dass die Unterschiede zwischen einzelnen Geräten oft nur mehr minimal sind. Technologiekonzerne müssen sich also etwas anderes einfallen lassen, um Aufmerksamkeit zu erregen. 

Das sind zum Teil Funktionen auf Basis von Künstlicher Intelligenz. Eine allgegenwärtige Vision ist etwa eine agentische“ KI. Diese soll man nicht nur Dinge fragen können, sie soll auch Aufgaben für einen übernehmen, wie etwa das Buchen von Flügen oder Hotels. KI soll künftig aber nicht nur in Handys eine Rolle spielen.

➤ Mehr lesen: Ausprobiert: Deutsche Telekom baut KI-Assistent direkt ins Handynetz ein

Das Honor Robot Phone von der Seite betrachtet

Das Honor Robot Phone von der Seite betrachtet

Smarte Brillen 

Eine der neuen Gerätekategorien sind intelligente Brillen. Sie sind in der Regel mit Kameras ausgestattet, mit denen die KI das Sichtfeld des Nutzers analysieren kann. Gesteuert werden die Brillen per Sprache. Antworten geben sie über eingebaute Lautsprecher ebenfalls aus. 

Die Königsklasse bei smarten Brillen ist, das Display im Brillenglas zu integrieren, sodass die Nutzer einen transparenten Bildschirm im Sichtfeld haben. Dort können beispielsweise Benachrichtigungen, Navigationshinweise, Textnachrichten oder Ähnliches angezeigt werden. 

Google, Samsung und zahlreiche andere große Tech-Konzerne arbeiten an solchen Brillen – auch Magenta beziehungsweise deren Mutter, die Deutsche Telekom. Hinzu kommen unzählige Start-ups und kleinere Unternehmen. 

Ob es solche Brillen wirklich einmal mit Handys aufnehmen können, kann heute niemand vorhersagen. Wer aber einmal eine solche Brille probiert hat, wird rasch feststellen, dass der Weg dorthin noch ein weiter ist. Zu unausgereift scheint die Technologie und zu umständlich die Bedienung.

MemoMind Brille von Xgimi

Die smarte MemoMind-Brille von Xgimi

Handy mit Roboterarm 

Aber nicht alle Hersteller gehen ganz weg vom Formfaktor Smartphone. Auf vielen Messeständen sind auch Weiterentwicklungen und Adaptionen von herkömmlichen Handys zu sehen. Das Highlight beim chinesischen Unternehmen Honor ist beispielsweise das sogenannte Robot Phone

Der Hersteller hat einem herkömmlichen Smartphone einen ausfahrbaren Roboterarm verpasst, auf dem sich eine Kamera befindet. Dadurch soll das Robot Phone unter anderem zu einem Schwebestativ (Gimbal) werden, das Bewegungen ausgleichen und die aufgenommenen Bilder stabilisieren kann. 

Auf einem Konzeptvideo ist außerdem zu sehen, wie das Handy in der Hemdtasche steckt und sich mittels „Kameraauge“ umsieht, während ein Mann die Straße entlanggeht. Damit könne die KI die Umgebung analysieren, hieß es von Honor bei der Präsentation. Der Hersteller hat angekündigt, dass das Robot Phone noch dieses Jahr auf den Markt kommen soll. 

➤ Mehr lesen: Honor hat sein Robot Phone präsentiert

Comeback der Tastatur 

Aussteller gehen gar einen Schritt zurück. Clicks hat beispielsweise ein Handy mit physischer Tastatur und quadratischem Bildschirm mit dabei. Man wolle damit den Nutzern ein Werkzeug zum Arbeiten geben und kein Gerät zum endlosen Wischen durch Kurzvideos, wie es heißt. 

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt dann auch, woher die Idee kommt. Besteht doch der britische Hersteller zu einem großen Teil aus ehemaligen Blackberry-Mitarbeitern

➤ Mehr lesen: Clicks Communicator mit physischer Tastatur ausprobiert

Ein Baukasten-Handy 

Mit einem spannenden Konzept sorgt Tecno für Aufsehen – eine Handymarke, die zu Transsion gehört, dem viertgrößten Smartphone-Hersteller der Welt, wenn man alle seine Submarken zusammenzählt. Transsion stammt aus Hongkong und ist vor allem in Südostasien und Afrika extrem beliebt, wo der Hersteller zum Teil auf einen Marktanteil von 50 Prozent kommt. 

Tecno hat nun ein modulares Smartphone entwickelt. Die Basis bildet ein nur 4,9 Millimeter dünnes Handy samt Kamera. Nach dem Baukastenprinzip können darauf per Magneten verschiedene Module befestigt werden: beispielsweise eine bessere und größere Kamera, wenn man gerade auf Sightseeingtour ist.

Es kann auch ein zusätzlicher Akku oder ein Kartenetui befestigt werden. Die Datenübertragung zwischen dem Basis-Smartphone und den aufgesteckten Modulen wird über WLAN, Bluetooth oder mmWave (Millimeterwelle) bewerkstelligt. 

Ob das modulare Smartphone ein Konzept bleibt oder ob es tatsächlich bis zur Marktreife kommt, wird sich zeigen. In der Vergangenheit hat sich unter anderem schon Google an einem solchen Vorhaben die Zähne ausgebissen. Das damalige „Project Ara“ wurde schließlich vor genau 10 Jahren eingestellt.

➤ Mehr lesen: Das Leica-Handy im Test: Ein Fotowunder?

Leica-Kamera für die Hosentasche

Xiaomi, der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt, setzt ganz auf Fotografie-Begeisterte. Xiaomi versucht übrigens, aus dem Handy eine leistungsstarke Kompaktkamera zu machen. Dafür hat sich Xiaomi mit Leica zusammengetan und in Barcelona das „Leica Leitzphone powered by Xiaomi“ präsentiert. 

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

mehr lesen
Florian Christof

Kommentare