Ein Sternenfeld der Milchstraße steht für das frühe Universum und den Big Bang.

Euclids Aufnahme der Milchstraße

© ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, CFHT, image processing by J.-C. Cuillandre and E. Bertin (CEA Paris-Saclay)
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Science

Neues Foto zeigt Herz der Milchstraße detailreicher als je zuvor

Eigentlich kartografiert das ESA-Weltraumteleskop Euclid das Universum auf der Suche nach Dunkler Materie. Doch einen Tag lang hat es seinen Blick auf das Herz unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, gewandt. Der „Bulge“, wie das Zentrum einer Galaxie genannt wird, ist besonders dicht an Sternen.

Über 60 Millionen dieser Sterne konnte Euclid über eine Aufnahmezeit von nur 24 Stunden gestochen scharf und detailreicher als je zuvor einfangen. Man findet die Daten hier und die Aufnahme hier in voller Größe.

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Euclids Mosaik des dichten Sternfelds im Bulge der Milchstraße.

Das Bild zeig den Buldge der Milchstraße mit über 60 Millionen Sternen

Aufnahme größer als der Mond

Das Foto besteht aus einem Mosaik, dessen 9 einzelne Einstellungen einen Teil des Himmels abdecken, der jeweils größer als der Mond ist. „In nur 24 Stunden hat Euclid einzigartige Daten vom Zentrum der Milchstraße geliefert, die einen scharfen und großflächigen Blick auf die Region erlauben“, erklärt Euclid-Projekt-Forscherin Valeria Pettorino in einer Aussendung.

Euclid-Mosaik des dichten Sternenfelds im Zentrum der Milchstraße mit großem Mond im Vordergrund.

Ein Euclid-Bild (zusammengesetzt aus den 36 Detektoren) ist größer als eine Aufnahme des Mondes

Untersuchung von Exoplaneten

Mit dem Bild wollen Forscher Exoplaneten untersuchen, die teilweise noch gar nicht gefunden wurden. Es liefert einen riesigen Datenschatz, der später mit Erkenntnissen des neuen NASA-Teleskops Nancy Roman abgeglichen wird.

Das Teleskop nutzt Gravitationslinsen, um Exoplaneten zu finden. Bei dem Effekt verzerrt die Schwerkraft von Sternen das Licht von hinter ihnen liegenden Sternen. Findet sich darin ein kleiner Ausschlag, ist das ein Hinweis auf einen Exoplaneten. „Mit dieser Methode wurden in den vergangenen 20 Jahren etwa 300 Exoplaneten gefunden“, erklärt Jean-Philippe Beaulieu vom Pariser Institut d’Astrophysique, der die Euclid-Aufnahme angestoßen hatte.

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Das neue Euclid-Bild zeigt einen Teil der Milchstraße, der hier im Gaia-Foto der gesamten Galaxie zu sehen ist

Das neue Euclid-Bild zeigt einen Teil der Milchstraße, der hier im Gaia-Foto der gesamten Galaxie zu sehen ist

Die Euclid-Daten helfen dann, die Eigenschaften von Sternen und Exoplaneten zu bestimmen. „Euclid kann einzelne Sterne ganz deutlich getrennt darstellen. So kann man vermessen, wie sie sich mit der Zeit bewegen. Diese Informationen können dann verwendet werden, um die Existenz und die Masse eines Planeten zu bestimmen“, erklärt Natalia Rektsini vom Pariser Institut d’Astrophysique, die die Veröffentlichung der neuen Daten leitet. 

2 bekannte, kalte Exoplaneten haben sich bereits in den Euclid-Daten gefunden. „Ich habe vor 20 Jahren das Team geleitet, das OGLE-2005-BLG-390Lb entdeckte“, sagt Jean-Philippe. „Es ist ein Eisplanet wie Hoth aus Star Wars. Nach all dieser Zeit freue ich mich, dass Euclid uns endlich die Möglichkeit gibt, seine Masse präzise zu bestimmen.“ 

Infografik zum Euclid-Blick auf den dichten Bulge der Milchstraße mit Ausschnitten von Nebeln, Sternhaufen und dem galaktischen Zentrum.

Die Grafik zeigt genau, welchen Teil der Milchstraße, bzw. des Bluges, Euclid fotografiert hat

Auch der zweite Planet, OGLE-2013-BLG-341Lb, ist laut Rektsini faszinierend: „Das System besteht aus 2 Sternen und einem Planeten. Indem wir die Euclid-Daten mit früheren Beobachtungen von Keck und Hubble (Weltraumteleskope, AmdR.) kombinieren, können wir endlich die beiden Sterne voneinander unterscheiden und die Masse des Planeten bestimmen.“ 

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