Die Solarzelle wird als Folie am Dachziegel aufgebracht.
Weltweit erste Solar-Dachziegel aus Perowskit entwickelt
Das niederländische Forschungszentrum TNO stellt eine Weltneuheit vor: den ersten geschwungenen Dachziegel mit einer Perowskit-Solarzelle zur Stromerzeugung.
Die Forscher heben hervor, dass mit ihrer Herstellungsmethode die Effizienz nur wenig beeinträchtigt ist. Bevor das Solarmodul auf den herkömmlichen Dachziegel angebracht wird, hat es eine Effizienz von 13,8 Prozent. Trotz der geschwungenen Form des Ziegels beträgt der Wirkungsgrad nach dem Anbringen immer noch 12,4 Prozent.
Zum Vergleich: Derzeit verkäufliche kommerzielle Solarzellen aus Siliziumbasis haben etwa eine Effizienz von 25 Prozent. Auch geschwungene Solardachziegel, die bereits erhältlich sind, erreichen über 20 Prozent. Die müssen aber speziell hergestellt werden. Die Forscher hoffen hingegen, dass ihr Ansatz zukünftig ermöglicht, einfach die Perowskit-Solarzellen wie eine Folie über beliebige Formen zu legen.
Keine Kompromisse bei der Ästhetik
„Dadurch können Dächer und Infrastrukturen nachhaltigen Strom erzeugen, ohne Kompromisse bei Design oder Ästhetik einzugehen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Solarenergie im Baubereich“, erklärt das Forschungszentrum in einer Mitteilung.
Als großer Nachteil von Perowskit gegenüber herkömmlichen Silizium-Solarzellen gilt, dass sie nicht als besonders langlebig sind. Außerdem sind sie empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Nässe, was gerade bei einer Anwendung auf dem Dach ein Problem sein könnte, wo es draufregnet. Mehrere Forschungseinrichtungen arbeiten daran, diese Nachteile zu neutralisieren.
Das TNO ist positiv gestimmt, dass das gelingen wird. Man will Perowskit-Folien für Dachziegel auf großen Rollen kommerziell zu produzieren. Um die Serienproduktion auf den Weg zu bringen, wurde ein Spin-off namens Perovion Technologies gegründet.
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