OpenAI-Chef Sam Altman trifft sich dieser Tage oft mit der US-Regierung wegen KI-Risiken.
Nach Mythos: US-Regierung schiebt auch neuen GPT-Modellen den Riegel vor
Am Freitag hat OpenAI sein neues KI-Flagship-Modell GPT-5.6 Sol vorgestellt. Es soll dem Konkurrenten Anthropic mit seinem Modell Mythos den Kampf ansagen, der den einstigen Platzhirschen OpenAI bei der Leistung seiner KI-Modelle überholt hat.
Allerdings ist "Sol" – wie auch Mythos – vorerst nicht für die Allgemeinheit verfügbar. Wie OpenAI-Chef Sam Altman am Mittwoch seinen Mitarbeitern gesagt haben soll, wird die US-Regierung fallweise prüfen, wer Zugang zu GPT-5.6 Sol bekommt und wer nicht.
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Sorge vor Cyberangriffen und Biowaffen
Ähnlich wie bei Anthropics Mythos sorgt sich die US-Regierung wahrscheinlich wegen der Sicherheit von Sol: Die Befürchtung ist, Feinde der USA könnten damit Cyberangriffe durchführen oder Biowaffen entwickeln.
„Auf deren Wunsch hin beginnen wir mit einer begrenzten Vorabversion für eine kleine Gruppe vertrauenswürdiger Partner, deren Teilnahme der Regierung mitgeteilt wurde, bevor wir das System einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, erklärte OpenAI in einem Blog-Artikel. Gemeinsam mit den Partnern arbeite man daran, das Modell so bald wie möglich zu veröffentlichen.
Ähnlich wie Mythos soll das agentische KI-Modell Sol besonders stark in bestimmten Bereichen wie Biologie und Cybersicherheit sein. Bei einem Benchmark-Test namens ExploitGym, der von OpenAI mitentwickelt wurde, habe Sol ähnlich gut abgeschnitten wie Mythos, allerdings nur ein Drittel der Tokens für dieselben Aufgaben gebraucht.
© OpenAI
Der Benchmark-Test prüft, ob ein KI-Agent eine Sicherheitslücke selbstständig analysieren und daraus einen voll funktionsfähigen Exploit bauen kann – also unterm Strich bedeutet das, dass Sol ein Risiko hat, für Cyberattacken missbraucht zu werden.
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OpenAI ist von der Sperre nicht begeistert
Immerhin verspricht OpenAI zumindest, Sol umfangreiche Sicherheits-Leitplanken gegeben zu haben. Für die Kontroll-Sperre der US-Regierung scheint OpenAI gleichzeitig wenig übrig zu haben. „Wir sind der Ansicht, dass diese Art von staatlichem Zugriffsverfahren nicht zum langfristigen Standard werden sollte. Dadurch werden die besten Tools Nutzern, Entwicklern, Unternehmen, Cyberverteidigern und globalen Partnern, die sie benötigen, vorenthalten“, sagt OpenAI im Blog.
Neben Sol will OpenAI außerdem 2 weitere Modelle veröffentlichen, sobald sie das Einverständnis der US-Regierung dafür haben. „Terra“ soll ähnlich viel leisten wie das derzeitige GPT-5.5 aber 2-mal billiger sein. "Luna" soll ein Low-Cost-Modell sein, das wenig Tokens verbraucht. OpenAI erwartet, dass alle 3 Modelle in den nächsten Wochen allgemein verfügbar werden.
Bei OpenAIs Konkurrenz Anthropic tut sich auch wieder etwas: Am Freitag wurde bekannt, dass die Sperre für das regulierte Modell Mythos 5, das ähnliche Fähigkeiten besitzen dürfte wie OpenAIs Sol, für einige US-Unternehmen wieder aufgehoben wird. Das reguläre Modell Fable 5 hingegen bleibt weiterhin für die breite Öffentlichkeit frei verfügbar.
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