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Neue App soll Männern helfen, im Bett länger durchzuhalten

Eine neue App namens Melonga soll Männern helfen, einen vorzeitigen Samenerguss beim Geschlechtsverkehr zu verhindern. Die App ist eine Entwicklung der European Association of Urology (EAU) und basiert auf neuen Forschungserkenntnissen. 

30 Prozent der Männer kommen laut den Forschern beim Sex zu früh. Trotzdem suchen die wenigsten von ihnen Hilfe – meist überwiegt die Scham. "90 Prozent der Betroffenen holen sich keine ärztliche Hilfe", sagt der beteiligte App-Entwickler Abhinav Jain der futurezone. 

Vielen Betroffenen ist es zu unangenehm, einem Arzt von ihren Problemen zu erzählen. Oft stecken dahinter Ängste und Probleme mit dem Selbstbewusstsein. Dazu kommt, dass momentan häufig Tabletten oder Cremes verschrieben werden, die die Grundprobleme nicht angehen.

Die App basiert auf einer Studie namens CLIMACS, bei der mit 80 Teilnehmern getestet wurde, welchen Nutzen ein solcher Dienst aus medizinischer Sicht bringen könnte. Sie absolvierten ein 12-wöchiges Programm, das eine Mischung aus klinischer Behandlung, Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen sowie kognitiver Verhaltenstherapie bietet.

Neue Techniken und Entspannungsübungen

Oft beginnt das Problem des frühzeitigen Samenergusses im Kopf: Die Melonga-App bietet Aufklärung, Mindfulness-Übungen und verhaltenstherapeutische Ansätze. Durch diese Methoden sollen Männer besser erkennen, wenn sie überreizt oder überstimuliert sind. Eine Übung in der App ist etwa die „Start-Stopp“-Technik, bei der Nutzer die Stimulation unterbrechen, wenn sie merken, dass es bald so weit ist.

Die Teilnehmer mussten unter anderem ihre Zeit von der Penetration bis zur Ejakulation messen und Fragebögen ausfüllen. 3 Monate später stellten die Forscher eine signifikante Verbesserung fest: Die Zeit verdoppelte sich von 61 auf 125 Sekunden. Bei einer Kontrollgruppe, die die App nicht verwendet hatte, zeigte sich hingegen keine Verbesserung.

Die Forscher konnten außerdem feststellen, dass sich das Selbstbewusstsein der Nutzer steigerte. 22 Prozent der Teilnehmer sagten, dass sie nach dem App-Programm gar keinen frühzeitigen Samenerguss mehr erlebten. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Smartphone-basierte Therapie durchaus bei gesundheitlichen Problemen helfen kann, die als stigmatisiert gelten.

An der Entwicklung beteiligt war ein internationales Team aus Urologen, Sexualtherapeuten und Psychologen aus Deutschland, Finnland, den USA und anderen Ländern. Die Studie ist noch nicht peer-reviewed – das heißt, andere Forscher haben sie noch nicht detailliert geprüft. Dennoch sind die Ergebnisse vielversprechend und geben Betroffenen neue Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität im Bereich der Sexualität.

App bereits erhältlich

Die App ist in der EU bereits als medizinische App zugelassen. Wer sie verwenden möchte, kann sie ab 1. April in den App-Stores (iOS und Android) herunterladen, sagt der Gründer des dahinterstehenden Start-ups Prognoix Health, Abhinav Jain. Derzeit kann man sie nur über die Website beziehen. 

Die vollständige Therapie kostet 169 Euro und dauert 12 Wochen. „Das klingt aufs erste teuer, aber die Medikamente werden in der Regel auch nicht von Krankenkassen bezahlt“, erklärt Jain der futurezone. „Auch die Psychotherapie kostet hunderte Euro, deshalb sehen wir bereits jetzt viele zufriedene Nutzer.“

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