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Schwerwiegende Vorwürfe: Sind WhatsApp-Nachrichten doch nicht privat?

WhatsApp-Nachrichten sind laut offiziellen Angaben des Betreibers Meta vor fremden Blicken geschützt und privat. Demnach können weder Meta noch andere Außenstehende sehen, welche Text- und Sprachnachrichten, Fotos, Videos und Dokumente verschickt und empfangen werden.

In einem neuen Bericht von Bloomberg geht es nun jedoch um schwerwiegende Vorwürfe gegen WhatsApp: Demnach untersuchen Sonderermittler des US-Handelsministeriums derzeit Vorwürfe, dass Meta trotz Verschlüsselung „ungehinderten“ Zugriff auf die Inhalte der Nachrichten gehabt haben soll. Ausschlaggebend waren Hinweise von einem ehemaligen Vertragspartner von Meta Platforms Inc., der Betreiberfirma von WhatsApp.

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2024 bereits ähnlicher Vorwurf

Die Ermittlungen wurden Bloomberg von mehreren Quellen bestätigt, zudem konnten die Journalisten Ermittlungsakten einsehen. Es ist nicht der erste Vorwurf dieser Art. Bereits 2024 gab es bei der US Securities and Exchange Commission eine ähnliche Whistleblower-Beschwerde, über die bisher nicht berichtet wurde.

Meta selbst weist die Anschuldigungen von sich: „Was diese Personen behaupten, ist nicht möglich, da WhatsApp, seine Mitarbeiter und seine Auftragnehmer keinen Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation von Menschen haben“, sagte ein Sprecher des Unternehmens zu Bloomberg.

WhatsApp wirb mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Der WhatsApp-Betreiber wirbt stets damit, dass Nachrichten, die über WhatsApp verschickt werden, durch „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ geschützt seien. Diese gilt als besonders wirksamer Schutz: Statt Inhalte einer Nachricht nur für fremde Augen mit einem Code zu schützen, werden sie bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in ein unlesbares „Datenchaos“ verwandelt. Erst der richtige Schlüssel des Empfängers setzt die Inhalte dann wieder zusammen. So kann niemand sehen, worüber wir uns mit jemandem austauschen.

Verschlüsselung bedeutet allerdings nicht, dass niemand auf WhatsApp verschickte Nachrichten auf andere Art zugänglich machen könnte. So kann die Nachrichten im Grunde jede Person lesen, die Zugriff auf ein unversperrtes Endgerät hat. Es gibt auch Software, die Bildschirme überwachen kann. Allerdings handelt es sich bei derartigen Programmen in der Regel um illegale Schadsoftware oder sogenannte Staatstrojaner. 

EU-Debatte um Chat-Kontrolle

Dass es weitere „Hintertüren“ geben könnte, zeigt auch eine EU-Debatte über die sogenannte Chat-Kontrolle. Betreiber wie Meta sollten nach diesen Plänen private Nachrichten, die über WhatsApp und andere Messenger verschickt werden, noch vor der Verschlüsselung scannen. Damit will die EU kinderpornografische Inhalte schneller finden.

Genannt wird diese Methode auch „Client-Side-Scanning“. Dabei handelt es sich um eine Art automatisierten Zugriff auf Messenger-Inhalte, der bisher in Ausnahmefällen schon möglich war – hier wird die Verschlüsselung zwar nicht durchbrochen, aber umgangen. Dafür wird in die Messenger-App beziehungsweise direkt in das Betriebssystem eine Erkennungssoftware eingebaut, mit der die Chat-Inhalte beim Versenden überprüft werden. 

Die EU-Kommission wollte dieses „Client-Side-Scanning“ zum Standard machen und es den Messenger-Betreibern verpflichtend vorschreiben. Im November wurde aber beschlossen, dass daraus nichts wird. Kritiker sahen darin faktisch einen Eingriff in die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, da Inhalte bereits auf dem Gerät der Nutzer überprüft würden. 

Dennoch wurde das „Client-Side-Scanning“ neu geregelt. Nun dürfen die Betreiber von Messenger-Apps die Chats der Nutzerinnen und Nutzer dauerhaft freiwillig scannen, berichtet Netzpolitik.org - und nicht mehr nur mehr in Ausnahmefällen. 

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Ob an den Vorwürfen gegen Meta etwas dran ist, müssen die laufenden Ermittlungen erst zeigen. Fest steht, dass es derzeit keine öffentlich bekannte technische Möglichkeit gibt, mit der sich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung direkt durchbrechen ließe. Man müsste dazu entweder direkt an den Geräten der Nutzer ansetzen oder die Verschlüsselung aushebeln.

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