M1A2 im China-Look
Australien tarnt Abrams als China-Panzer und fügt Meme hinzu
Australische Soldaten haben Fotos von einem ungewöhnlichen M1A2 Abrams gepostet. Der US-Kampfpanzer wurde rudimentär mit Pixelcamo angemalt und an der Rückseite mit 2 Zylindern bestückt.
Angefertigt wurde diese Kreation von der School of Armor, die für die Panzerausbildung der australischen Armee zuständig ist. Gedacht ist der M1A2 für die Feinddarstellung: „Viel Glück den jungen Offizieren, wenn sie versuchen werden, einen erfahrenen, feindlichen Kommandanten auszumanövrieren“, steht in der Bildschreibung.
An der Rückseite des Turms des M1A2 wurden 2 Zylinder angebracht.
© Australian Army’s School of Armor
Die Vorgesetzten hatten anscheinend was daran auszusetzen – der Facebook-Post wurde gelöscht. Die Fotos selbst waren vermutlich nicht das Problem, aber am Turm wurde ein Meme untergebracht.
Hinten am Turm steht "BING CHILLING"
© Australian Army’s School of Armor
John Cena und das Eis
An der linken Seite ist hinten am Turm geschrieben: „BING CHILLING“. Das ist ein Meme, das 2021 auftauchte. Es geht zurück auf den Schauspieler und früheren WWE-Wrestler John Cena. Auf seinem Weibo-Account hat er ein Video gepostet. Darin hält er ein Eis und spricht Mandarin. Das ist übrigens kein KI-Trick. 2016 hat er begonnen Mandarin zu lernen, damals um die WWE besser in China zu promoten.
In dem Video betont er mehrfach sehr stark das Wort „Bing Qi Lin“, was in Mandarin Eiscreme bedeutet. Für westliche Ohren klingt seine Aussprache wie „Bing Chilling“. Die Folge waren zahlreiche Remakes und Memes, die teilweise Millionen Aufrufe erhielten.
Die australischen Soldaten dachten wahrscheinlich, sie machen hier einen cleveren Scherz. John Cena ist zwar unverkennbar westlich, versucht sich aber mit Mandarin als Chinese „zu tarnen“ – ähnlich wie dieser M1A2 Abrams behelfsmäßig einen chinesischen Look bekommen hat.
Allerdings gab es auch Kritik an dem Meme. Durch die weite Verbreitung hätten sich die Leute nicht mehr über Cenas Aussprache lustig gemacht, sondern über die Sprache und die Menschen, die sie sprechen. So soll es Fälle gegeben haben, in denen Amerikaner gefilmt haben, wie sie zu asiatischen Touristen gehen und ständig Bing Chilling sagen. Bing Chilling sei das neue Ching Chang Chung, wurde kritisiert und würde nicht nur zur Beleidigung von Chinesen genutzt werden, sondern allen Asiaten und asiatisch aussehenden Menschen.
Type 99A als Vorbild
Die Pixelcamo auf dem M1A2 ist der Wald-Tarnlackierung der chinesischen Armee nachempfunden. Natürlich ist die am Abrams weit weniger detailliert, aber immerhin hat sie, wie das Original, 4 Farben – auch wenn die Farbtöne stark abweichen.
Type 99A der chinesischen Armee.
© Tyg728/Wikimedia Commons
Die 2 Zylinder an der Rückseite des Turms sollen die externen Treibstofftanks des Type 99A darstellen. Der Kampfpanzer der chinesischen Armee hat die eigentlich auf der Rückseite der Wanne. Dort kann man beim Abrams aber nichts anbringen, weil sonst die Abluftöffnung der Gasturbine teilweise verdeckt sein würde.
Australien hat nur wenige M1A2
Dass der M1A2 nicht „schöner“ zum Type 99A wurde, liegt daran, dass Australien derzeit nur etwa 25 Stück der insgesamt 75 bestellten Panzer bekommen hat. Nach der Übung muss der M1A2 also schnell wieder optisch zum „Aussie-Panzer“ werden, falls er für einen echten Einsatz benötigt wird.
Die älteren M1A1-Panzer hat Australien bereits im Dezember 2025 vollständig der Ukraine gespendet, weshalb diese nicht für die Feinddarstellung genutzt werden können. Ein Vorteil, dass der neuere M1A2 für die Übung genutzt wird: Weil er noch recht neu bei der australischen Armee ist, die ersten Exemplare kamen 2024 an, können so bei den simulierten Gefechten beide Seiten Erfahrung mit dem Panzer sammeln – die jungen Offiziere und die „erfahrenen Feinde“. Übrigens heißt der Feind offiziell bei diesen Übungen nicht China, sondern Olvana.
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