Apple wird 50: 5 Dinge, die ihr über die Firma nicht wusstet
Es gibt wohl wenige Unternehmen, die unseren Umgang mit Technologie so geprägt haben wie Apple. In einer Zeit, in der Computer etwas waren, was in großen Unternehmen und Behörden steht, wollte Apple sie auch in die Haushalte von Privatanwendern bringen. Mit dem Apple I entwickelte man 1976 das, was heute weitestgehend als einer der ersten PCs der Welt gilt.
Der iPod veränderte später, wie wir Musik hören, und das iPhone sowie der dazugehörige App-Store waren der Grundstein für moderne Smartphones, die heute unser gesamtes Leben (auf gute und schlechte Weise) durchdringen.
Heuer feiert das Unternehmen seinen runden Geburtstag. Vor genau 50 Jahren, am 1. April 1976, wurde die Apple Computer Company von Steve Jobs, Steve Wozniak, und Ronald Wayne gegründet.
1 - Es gab 3 Gründer
Während Jobs und Wozniak Berühmtheit erlangten, ist Wayne deutlich weniger populär. Die BBC bezeichnete ihn einmal als den “vergessenen” Gründer. Im Unterschied zu Jobs und Wozniak, die mit 21 und 25 Jahren damals noch sehr jung waren, galt Wayne mit seinen 41 Jahren als der “Erwachsene im Raum”. Er hatte Erfahrung mit Unternehmen und kümmerte sich um das Aufsetzen der Dokumente.
Aufgrund der Rechtsform, in der Apple gegründet wurde, bekam Wayne kurz danach allerdings kalte Füße. Denn diese sah vor, dass die Gründer mit ihrem Privatvermögen für Unternehmensschulden haften. Und während weder Jobs noch Wozniak über nennenswertes Vermögen oder Besitz verfügten, hätte es ihn betroffen. “Jobs und Wozniak hatten keinen Cent. Ich hatte ein Haus, ein Bankkonto und ein Auto”, erzählte Wayne in einem früheren Interview der BBC. Jobs damaliges eher verwahrlostes, hippie-artiges Auftreten trug seinen Teil dazu bei.
Nur 12 Tage nach der Firmengründung verkaufte Wayne seine Anteile für einen Preis von 800 US-Dollar wieder an Jobs und Wozniak. Das gilt wohl bis heute als eine der schlechtesten finanziellen Entscheidungen der Geschichte. Heute wären seine Anteile, wäre er bei den 10 Prozent geblieben, deutlich über 300 Milliarden Euro wert.
Wayne ist heute 91 Jahre alt. Apple-Unternehmensbiograf David Pogue, der zum Jubiliäum ein Buch veröffentlichte, erzählte in einem Interview kürzlich, dass er mit ihm gesprochen hat. Demnach habe er sich damit abgefunden. “Er habe nie gehungert”, soll Wayne gesagt haben. Der Verkauf habe zum damaligen Zeitpunkt wie die richtige Entscheidung gewirkt.
2 - Das erste Logo und warum Apple Apple heißt
Wayne war es übrigens auch, der das erste Apple-Logo zeichnete. Dieses hatte absolut nichts mit der minimalistischen Ästhetik zu tun, für die das Unternehmen heute berühmt ist.
Es handelte sich um eine detailreiche, fast schon altmodische Tuschezeichnung, die Sir Isaac Newton zeigt, wie er nachdenklich unter einem Apfelbaum sitzt. Ein einzelner, leuchtender Apfel hängt direkt über seinem Kopf und scheint kurz vor dem Herunterfallen zu sein, eine Anspielung auf den Moment, in dem Newton angeblich die Schwerkraft entdeckte.
Jobs hielt nicht viel von dem Logo. Es war auf den Geräten kaum erkennbar, weil es viel zu kleinteilig war. 1977 beauftragte Jobs den Designer Rob Janoff, der den ikonischen angebissenen Apfel, damals noch in Regenbogenfarben, entwarf.
So sehen die alten Logos populärer Tech-Unternehmen aus
© Apple
Der Firmenname Apple hatte etwas mit Jobs Lebensstil zur Zeit der Firmengründung zu tun. Er war damals Anhänger einer frutarischen Ernährung (er aß zeitweise fast nur Obst). Als er vom Besuch einer Apfelfarm im US-Bundesstaat Oregon zurückkam, kam ihm der Name Apple in den Sinn. Er beschrieb ihn als „freundlich, schwungvoll und nicht einschüchternd“. Er wollte, dass Computer, die damals als gruselige, riesige Kästen galten, nahbarer wirkten.
Jobs hatte zuvor beim Videospiel-Pionier Atari gearbeitet. Ein entscheidender Vorteil des Namens „Apple“ war, dass er im Telefonbuch (das damals noch wichtig für das Marketing war) vor Atari auftauchte.
3 - Bill Gates rettete Apple
So gut wie heute ging es Apple nicht immer. Mitte der 90er war das Unternehmen in einer schweren finanziellen Krise. Jobs hatte Apple zwischenzeitlich aufgrund eines Konflikts mit dem Management verlassen, kehrte 1997 aber zurück. Damals sah es schlecht für die Firma aus.
Die Rettung kam ausgerechnet vom damaligen Chef des Erzrivalen Microsoft, nämlich Bill Gates. Dieser lieferte das dringend benötigte frische Kapital in Form einer Investition im Umfang von 150 Millionen US-Dollar. Als Gegenzug bekam Microsoft Anteile (ohne Wahlberechtigung) und Apple ließ eine Klage fallen, laut der Microsoft das Apple-Betriebssystem kopiert habe.
Es ist übrigens nicht die einzige Verbindung, die Gates mit Apple hat. So trat der damalige Microsoft-Vorstandsvorsitzende 1984 sogar in einem Macintosh-Werbespot auf.
4 - Die besondere Uhrzeit 9:41
Wer schon einmal ganz genau auf die offiziellen Apple-Produktfotos seiner iPhones geachtet hat, dem wird vielleicht eine interessante Kleinigkeit aufgefallen sein. So zeigt die Uhrzeit der Geräte immer 9:41 vormittags an. Auch auf offiziellen Screenshots von iOS, iPadOS und MacOS ist es immer 9:41.
Was dahintersteckt, hat ein australischer App-Developer herausgefunden, der 2010 in einem Apple Store den damaligen iOS-Chef Scott Forstall getroffen hat. In seinem Blog berichtete er über die Begegnung. Demnach ist die Uhrzeit aufgrund der berühmten Apple-Keynotes gewählt, bei denen in der Vergangenheit immer wieder große Produkte erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden sind. Forstall erklärte, dass man die Präsentationen so gestaltet, dass die große Produktvorstellung etwa 40 Minuten nach Beginn der Präsentation stattfindet.
Wenn das große Produktbild auf dem Bildschirm erscheint, soll die angezeigte Zeit möglichst genau der tatsächlichen Uhrzeit auf den Uhren des Publikums entsprechen. Die eine Minute zusätzlich wurde als “Puffer” hinzugefügt.
Heute dürfte es mehr ein Running Gag als sonst irgendwas sein. Alleine schon aufgrund des Umstandes, dass Apple-Präsentationen mittlerweile nicht mehr um 9 Uhr, sondern in der Regel um 10 Uhr vormittags Ortszeit starten.
© Screenshot / Apple
Während beim iPhone, Mac und iPad in der Regel 9:41 eingestellt ist, ist es bei der Apple Watch 10:09. Das rührt daher, dass Uhrenhersteller auf Produktfotos in der Regel 10:10 einstellen. Bei analogen Uhren stehen hier beide Zeiger nach oben, das vermittelt so etwas wie ein lächelndes Gesicht. Bei Apple wollte man es ähnlich, aber dann doch anders machen und entschied sich für 10:09.
5 - Apple hat Patente auf Glasstiegen und einen Pizzakarton
Unternehmen sichern sich in der Regel zahlreiche Patente für ihre Produkte. Die enden bei Apple nicht bei High-Tech. Im Hauptquartier (Apple Park) gibt es eine eigene Cafeteria, und Apple hat tatsächlich ein Patent auf einen runden Pizzakarton angemeldet, der dort ausgegeben wird. Er hat spezielle Löcher im Deckel, damit Feuchtigkeit entweichen kann und die Pizza auf dem Weg zum Schreibtisch der Ingenieure nicht matschig wird.
Es ist nicht das einzige kuriose Patent, das Apple besitzt. Das Unternehmen hat sich auch Glastreppen schützen lassen, wie sie in einigen Apple Stores gebaut wurden. Patentiert sind zudem die iPad-Ständer für die Geschäfte sowie die Art und Weise, wie die Schachtel gestaltet ist, in der iPhones verkauft werden.