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"Kritische Ausfälle" im Airbus A350: Piloten schlagen Alarm

Einem Bericht der französischen Tageszeitung Le Parisien zufolge haben Piloten des Flagcarriers Air France vor gefährlichen Ausfällen im Airbus A350 gewarnt. Im Zentrum der Kritik steht das hochmoderne Wetterradar des US-Herstellers Honeywell, das in Werbebroschüren mit präzisen 3D-Analysen beworben wird.

"Kritische und regelmäßige Ausfälle des Wetterradars an Bord der A350 führen zu einem fehlerhaften Radarbild, das die Schwere der Wetterbedingungen unterschätzt", werden Piloten zitiert. Auch laut internen Berichten und einer offiziellen Warnung der Pilotenkommission CSSCT vom 16. Dezember 2025 unterschätzt das System die Intensität von Wetterzellen massiv oder stellt diese fehlerhaft dar. 

Die Radarantenne befindet sich an der äußersten Spitze des Flugzeugrumpfes. Sie ist hinter dem sogenannten Radom (Nasenverkleidung) montiert. Diese Verkleidung ist aus speziellem Material sowie mit einer speziellen Farbe beschichtet, damit die Radarwellen bestmöglich durchkommen.

Besonders problematisch ist die eingeschränkte Performance in einer Entfernung von mehr als 80 nautischen Meilen (ca. 150 km), was das rechtzeitige Umfliegen von schweren Turbulenzen oder Hagelzonen erschwert. Ein Pilot vergleicht die Situation gegenüber der Tageszeitung mit dem Szenario, in dem sich ein Autoscheinwerfer nachts plötzlich bei hoher Geschwindigkeit ausschaltet. “Wer würde das akzeptieren?”, so der Pilot. 

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Zwischenfall auf einem Flug

Das alles habe bereits zu konkreten Zwischenfällen geführt, wie etwa bei einem Flug von Miami nach Paris Ende 2025, bei dem die Crew in der Nacht von schweren Turbulenzen überrascht wurde. Während die Fluggesellschaft strukturelle Schäden am Flugzeug dementiert, sprechen Pilotenkreise von einer erheblichen Belastung für Material und Passagiere.

Piloten von Air France haben bereits Dutzende Sicherheitsberichte eingereicht, um die Flugleitung auf die während der Flüge aufgetretenen Fehlfunktionen aufmerksam zu machen. "Wir befürchten ein ähnliches Szenario wie bei Flug AF447 von Rio nach Paris im Jahr 2009", sagte ein Kapitän eines A350.

Damals stürzte ein Airbus A330 von Rio de Janeiro nach Paris über dem Atlantik ab. 228 Personen kamen dabei ums Leben. Ein Mitgrund war ein Ausfall der Geschwindigkeitsmesser (Pitot-Sonden). Das führte dazu, dass sich der Autopilot deaktivierte. Der Absturz selbst war schlussendlich allerdings eine Verkettung vieler unglücklicher Umstände, unter anderem, dass die Besatzung auf Warnungen falsch reagierte. 

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Wie wichtig es für Piloten sein kann, sich auf Wetterphänomene einzustellen, kann man auch an dem "Hagelflug" OS434 der Austrian Airlines sehen. Dabei geriet ein Airbus A320 der Austrian Airlines in einen Hagelsturm, der die komplette Front des Flugzeugs schwer beschädigte.

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Kein Flugverbot

In Bezug auf die aktuellen Wetterradarprobleme bemühen sich Airbus und die europäische Luftfahrtbehörde EASA indes um Deeskalation. Airbus betont, dass nach aktueller Analyse kein kritisches Sicherheitsrisiko bestehe, solange die bereitgestellten operativen Anweisungen ("Temporary Abnormal Behaviour“, kurz TAB) befolgt werden. Diese TAB-Dokumente mahnen die Cockpit-Besatzungen zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgrund der verzögerten Anzeige von Wetterphänomenen.

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Die EASA sieht aufgrund der Probleme auch keine Notwendigkeit für ein Flugverbot oder sofortigen Hardware-Tausch. Honeywell hatte ursprünglich für Anfang 2025 angekündigt, eine Lösung für die Probleme bereitzustellen. 

Das ist bislang aber nicht passiert. Le Parisien zitiert aus internen Kreisen, die eine flächendeckende Implementierung der korrigierten Radarsysteme erst für Mitte 2026 erwarten.

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