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Apple Pay kommt bei allen österreichischen Banken

Die offizielle Ankündigung von Erste Bank und Sparkassen, N26 sowie dem Finanz-Start-up boon, Apple Pay in Kürze in Österreich zu starten, sorgt seit Dienstag für Aufregung in der Branche. Das Vorpreschen der Erste Bank mit dem von Apple abgesegneten Sujet stieß bei der Konkurrenz naturgemäß nicht nur auf Gegenliebe. Angesichts dessen, dass auf dem Sujet kein konkretes Startdatum genannt wurde, waren mancherorts sogar Vorwürfe zu hören, dass es sich dabei nur um geschickte PR handle.

Bank Austria und Bawag auch dabei

Apples Knebelverträge, die den Vertragspartnern während laufenden Verhandlungen offensichtlich jegliche Kommunikation darüber verbieten, dürften ebenfalls zur unklaren Situation beitragen. Denn auch für die anderen österreichischen Banken ist klar, dass sie ebenfalls noch 2019 mit Apple Pay starten werden. Sowohl die Bank Austria ("irgendwann in diesem Jahr") als auch die Bawag P.S.K. ("Sind definitiv dabei") und die Volksbank ("rechnen mit Herbst") bestätigten dies der futurezone.

Die Raiffeisen-Bank wollte den Start noch in diesem Jahr nicht per se dementieren, wählte aber folgende Formulierung: "Wir haben eine vertragliche Vereinbarung mit Apple und sind dadurch zu Stillschweigen verpflichtet." Im Umkehrschluss kann dies nur bedeuten, dass auch Raiffeisen an einer Implementierung arbeitet bzw. sich zumindest in Verhandlungen mit Apple befindet - auch wenn das offiziell niemand bestätigen wollte (oder durfte).

Einem Brancheninsider zufolge werden Erste Bank, N26 und boon tatsächlich die ersten und vorerst einzigen sein, die Apple Pay in Österreich anbieten. Den wie die Erfahrung in anderen Ländern zeige, gebe Apple derartige Ankündigungs-Sujets normalerweise erst knapp vor dem Launch frei. Damit dürfte auch der offizielle Marktstart von Apple Pay bei Erste Bank, N26 und boon eher wenige Tage bis Wochen als Monate entfernt sein. Die anderen Banken seien bei der Implementierung wohl noch nicht so weit.

Die Erste Bank selber wollte die Diskussionen nicht weiter kommentieren.

MediaMarktSaturn zeigt Interesse

Auch im Handel wird der Marktstart naturgemäß mit großem Interesse verfolgt, wenngleich sich viele Unternehmen mit öffentlichen Stellungnahmen noch zurückhalten. Bei MediaMarktSaturn Österreich verweist man auf die erfolgreiche Implementierung in Deutschland, wo die Bezahlung mit ApplePay in Saturn- und Mediamarkt-Filialen bereits seit Ende 2018 möglich ist.

"Das Angebot wird dort sehr gerne genutzt. Auch lässt sich erkennen, dass Kunden, die einmal über Apple Pay bezahlt haben, die Zahlungsart erneut verwenden. In Österreich ist kontaktloses Bezahlen derzeit mittels Bankomat- und Kreditkarten in unseren Stores möglich. Das Thema Apple Pay greifen wir ebenfalls auf und prüfen derzeit, wie rasch wir das Bezahlen mit Apple Pay in den Stores in Österreich ermöglichen können", teilte die Sprecherin auf futurezone-Nachfrage mit.

REWE und Hervis

Während die REWE-Gruppe, zu der etwa Billa, Merkur, Bipa, Adeg und Penny gehören, sich verschlossen zeigt und auf laufende Gespräche zu dem Thema verweist, unterstreicht Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt die positive Entwicklung beim bargeldlosen Zahlen: "Das macht in den Stores bereits mehr als 50% des Volumens aus. Natürlich beschäftigen wir uns auch mit Apple Pay und geben dieser Methode eine Chance, wenn alle kaufmännischen, rechtlichen und technischen Fragen geklärt sind.“

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Martin Jan Stepanek

martinjan

Technologieverliebt. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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