Boeings neues Riesen-Flugzeug verspätet sich
Die Zulassung von Boeings neuer Riesen-Version der 777 dürfte sich verzögern. Wie Bryan Bedford, der Leiter der US-Luftfahrtbehörde FAA, auf dem CAPA Airline Leaders' Summit bekannt gab, wird die Zertifizierung erst nach dem Abschluss der Verfahren für die verbleibenden 2 Versionen der 737 MAX (MAX 7 und MAX 10) stattfinden.
Davon berichtet Aviation Week. Die 777X soll dann Anfang kommendes Jahr nachfolgen. An sich hatte man bei Boeing gehofft, dass die Zulassung im heurigen Oktober erfolgen könne.
Das reguläre Flugtestprogramm von Boeing soll laut Unternehmensangaben bis zum Jahresende weitgehend abgeschlossen sein. Die spezifischen ETOPS-Tests für den zweistrahligen Langstreckenbetrieb werden sich laut dem Flugzeugbauer allerdings in das nächste Jahr hineinziehen.
Theoretisch könnten Airlines den Jet auch ohne die ETOPS-Zertifizierung bekommen. Das würde jedoch zu Einschränkungen bei Langstreckenflügen führen. So dürfte die Maschine ohne entsprechende Zulassung maximal 60 Minuten von einem geeigneten Ausweichflughafen entfernt sein. Reguläre Transatlantikflüge wären somit unmöglich. Auf die Frage, ob Erstkunden die Flugzeuge der Baureihe 777-9 auch mit einer Basis-Zertifizierung ohne ETOPS-Freigabe abnehmen würden, erklärte Boeing-CEO Kelly Ortberg, dass der Großteil der Kunden den vollständigen Abschluss dieser Testreihen vor der Übernahme voraussetzt.
A380-Nachfolger?
Die 777X positioniert sich derzeit als möglicher Nachfolger des gescheiterten A380. So könnte etwa der größte A380-Betreiber, Emirates, ihre Super-Jumbos damit ersetzen. Sie wird in 2 Hauptvarianten angeboten: Die 777-9 kann in einer 2-Klassen-Konfiguration zwischen 414 und 426 Passagiere befördern und erreicht eine Reichweite von rund 13.500 Kilometern.
Die kleinere Version 777-8 bietet Platz für 395 Passagiere, schafft dafür aber mit über 16.000 Kilometern deutlich längere Distanzen. Beide Varianten verfügen über eine Spannweite von 71,75 Metern, wobei die Flügelspitzen eingeklappt werden können, um auf bestehenden Flughäfen die Anforderungen für Gates zu erfüllen.
Lufthansa wurde als Launch-Kunde für den 777-9 bestätigt und plant den Einsatz des Flugzeugs ab 2028. Die deutsche Fluggesellschaft sieht in dem Modell den Nachfolger für ihre 4-strahligen Flugzeuge, darunter die Boeing 747-400. Erst kürzlich ist ein für Lufthansa vorgesehenes Exemplar erstmals abgehoben.