Meta will TikTokern monatlich bis zu 3.000 Dollar zahlen, damit sie auf Facebook posten
Nachdem Facebook lange das Soziale Netzwerk schlechthin war, hat es in vielen Gruppen rapide an Bedeutung verloren. Die Übernahme der Konkurrenzplattformen Instagram (2012) und WhatsApp (2014) bindet zwar weiterhin Millionen Menschen an den Mutterkonzern Meta, doch TikTok und YouTube sind bei Creators und Publikum gleichermaßen beliebt.
Das weiß auch Meta. Der Konzern hat daher ein neues Förderprogramm für Creators angekündigt, das sie von den beiden Videoplattformen zu Facebook locken soll. „Creator Fast Track“ bietet finanzielle Anreize für eine aktive Facebook-Präsenz.
Teilnahme ab 20.000 Followern
Creators müssen über 18 Jahre alt und in den USA oder Kanada gemeldet sein, um sich für das Programm bewerben zu können. Außerdem sind mindestens 20.000 Follower auf Instagram, TikTok oder YouTube, sowie mindestens 30.000 Videoaufrufe in den vergangenen 60 Tagen nötig.
Bewerbung für das Creator-Fast-Track-Programm.
© Meta
Eine dritte, weitaus vager formulierte Voraussetzung sind „hochwertige Inhalte […], die von dir aufgenommen bzw. erstellt wurden“. Wer im Zeitraum von einem halben Jahr ein Facebook-Reel gepostet hat, kann nicht teilnehmen.
Gestaffelte Belohnung
Jene Creator, die sich für das Förderprogramm qualifizieren, müssen 3 Monate lang jeden Monat 15 Reels auf Facebook posten. Sie müssen an 10 unterschiedlichen Tagen hochgeladen werden und können auch auf anderen sozialen Netzwerken erscheinen. Die Zugriffszahlen auf Facebook sind unerheblich.
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Creators, die auf Instagram, TikTok oder YouTube über 20.000 Follower haben, bekommen dann jeden Monat der Teilnahme 100 bis 450 US-Dollar (ca. 87 bis 390 Euro) ausgezahlt. Die Instagrammer, TikToker und YouTuber mit mehr als 100.000 Followern bekommen 1.000 US-Dollar (ca. 872 Euro). Und alle mit mehr als einer Million Followern bekommen 3.000 US-Dollar (ca. 2.616 Euro) von Facebook.
Facebook wieder zum Zuhause machen
„Wir haben von etablierten Creators auf anderen Plattformen gehört, dass es schwierig oder einschüchternd sein kann, anzufangen“, erklärt Facebook-Manager Yair Livne gegenüber dem Nachrichtensender CNBC. Mit dem Förderprogramm wolle man genau hier unterstützen.
„Wir wollen, dass jeder Creator Facebook als ein Zuhause und als Plattform, auf der man sein sollte, ansieht. Wir glauben, dass Monetarisierung ein großer Teil davon ist“, meint Livne weiter.
Facebook verspricht höhere Reichweite
Zusätzlich zur Bezahlung verspricht Facebook teilnehmenden Creators langfristig erhöhte Reichweite und sofortigen Zugriff auf die hauseigene Content-Monetarisierung. Das soll auch Creators ohne viele Ressourcen im Hintergrund dabei helfen, ihre Inhalte zu einem Vollzeitjob oder jedenfalls einem lukrativen Nebenjob zu machen, so Facebook.
Die Content-Monetarisierung ist derzeit noch im Beta-Test, die Teilnahme ist sonst nur auf Einladung möglich. Die Creators können sie auch nach Ende des Förderprogramms nutzen, um Geld mit ihren Inhalten auf Facebook zu verdienen. Um welche Summen es sich dabei handelt, ist unklar.
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Fokus auf Reels als neuer „Pivot to Video“?
Vor allem im Content-Monetarisierungs-Programm drängt Facebook stark Richtung Reels und damit auf ähnliche Formate wie auf den Konkurrenz-Plattformen. Auf der Best-Practices-Seite heißt es: „Reels sind der beste Weg, um von neuen Zielgruppen entdeckt zu werden und auf Facebook zu wachsen. Poste Reels im Hochformat mit hoher Auflösung und entferne Wasserzeichen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.“
Das erinnert an den „Pivot to Video“, den drastischen Kurswechsel und Fokus auf Videos bei Facebook vor etwas mehr als 10 Jahren. Die Plattform drängte damals v. a. Verlags- und Medienhäuser dazu, statt Textbeiträgen lieber Videos zu produzieren und direkt bei Facebook auszuspielen. Doch wie sich herausstellte, waren die hohen Zugriffszahlen, die der Konzern den Videoproduzenten und Werbepartnern dazu lieferte, stark übertrieben. Wie das Wall Street Journal 2016 berichtete, lag die von Facebook kommunizierte durchschnittliche Zeit, die Nutzerinnen und Nutzer mit Videos verbrachten, um bis zu 80 Prozent über der eigentlichen Dauer. Facebook bezeichnete dies damals als „Fehler“ und gelobte Besserung.
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Doch auch heute noch bestimmt Facebook, welchen Beiträgen es mehr Reichweite verleiht und welche Zugriffe im Rahmen des Content-Monetarisierungs-Programms als „qualifiziert“ gelten, d. h. überhaupt vergütet werden. Insofern behält der Konzern klar die Kontrolle über die Metriken, was vermeintliche Zugriffszahlen wert sind, und wer damit Profit machen kann. Ob Meta es unter diesen Voraussetzungen tatsächlich schafft, Creators – und entsprechendes Publikum – zurück auf Facebook zu holen, bleibt abzuwarten.