Digital Life

Fake-Wallet-App brachte Nutzer um Bitcoin-Millionen

Apple preist seinen App Store stets als sichere Umgebung an. Das Unternehmen führt diese Argumentationslinie auch gerne gegenüber Behörden ins Rennen, wenn es um Regulierung und Provisionen geht. Und genau das könnte dem Konzern nun zum Verhängnis werden. 

In den USA haben 3 iPhone-Nutzer eine Sammelklage gegen Apple eingebracht. Sie verloren durch eine gefälschte Krypto-Wallet-App im offiziellen App Store insgesamt rund 1,8 Millionen US-Dollar in Bitcoin. 

Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, zu wenig gegen derartige Betrügereien unternommen zu haben. Sie argumentieren, dass sie auf das Sicherheitsversprechen von Apple vertraut und deswegen eine Menge Geld verloren haben.

Auf Fake-App vertraut

Die 3 iPhone-User nutzten im Jahr 2025 für ihre Kryptowährungen eine iPhone-Anwendung namens „Sparrow Wallet“. Das Problem: Es gibt keine offizielle iOS-App von Sparrow Wallet – die Echte existiert nur für die Desktop-Betriebssysteme Windows, macOS und Linux.

Die Fake-App nutzte das Design des Originals, um Zugangsdaten und Passphrasen abzugreifen. Sobald die Nutzer ihre Daten eingaben, wurden ihre Bitcoin-Bestände auf Wallets der Betrüger transferiert.

Apple wurde gewarnt

Die gefälschte „Sparrow Wallet“-App war angeblich längere Zeit im offiziellen Apple-App-Store für iPhones verfügbar. Und das obwohl die Kläger und auch Craig Raw, der echte Entwickler der offiziellen „Sparrow Wallet“-Anwendung, Apple mehrfach vor Betrugs-Apps im App Store gewarnt haben.

Bizarr ist, dass der Developer-Account von Craig Raw sogar suspendiert wurde. Er hat wollte nämlich eine Platzhalter-App in den App Store bringen, um die Nutzer darauf hinzuweisen, dass es eben keine offizielle „Sparrow Wallet“-App gibt. Die Warn-App wurde mit der Begründung „unehrliches Verhalten“ suspendiert.

Nicht das erste Mal

Der Ausgang der Klage ist offen. Es ist jedenfalls nicht das erste Mal, dass gefälschte Wallet-Apps im App Store landen, mit denen in der Folge Geld gestohlen wurde. Anfang 2025 wurde mithilfe einer gefälschten „Ledger Live“-App mehr als 9,5 Millionen Dollar von mehr als 50 Opfern entwendet.

Apple erklärte gegenüber MacRumors, man habe die Fake-Apps umgehend entfernt und die Betrüger-Accounts gesperrt. Zudem verwies der Konzern auf seine Sicherheitssysteme: 2025 habe Apple über 193.000 Entwickler-Konten wegen Betrugsverdachts gesperrt und potenziellen Betrug im Wert von 2,2 Milliarden Dollar verhindert.

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