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Frankreich setzt Riesen-Militärmaschine gegen Waldbrände ein

In Westeuropa wüten derzeit massive Waldbrände. Allein in Frankreich sorgen die Flammen dafür, dass Hunderttausende Menschen auf der Flucht sind. Als besonders prekär gilt die Lage derzeit vor der Großstadt Bordeaux.

Allerorts werden große Anstrengungen unternommen, um die Brände zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang wurde nun erstmals das Transportflugzeug Airbus A400M Atlas unter realen Bedingungen zur Bekämpfung der Brände eingesetzt. 

Die Maschine, die regulär als strategischer Militärtransporter dient, absolvierte bei der Mission ihren ersten operativen Einsatz zum Abwurf von Flammschutzmitteln. Frankreich ist damit das weltweit erste Land, das dieses modulare Löschsystem im Realeinsatz verwendet.

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24 Stunden nach Abschluss der Tests

Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der das System in den realen Einsatz gebracht wurde. Die französischen Streitkräfte und Airbus schlossen die offiziellen Qualifikationstests erst am 24. Juli ab. Binnen 24 Stunden nach der Freigabe flog die Maschine ihren ersten „scharfen“ Einsatz über Lacanau, um lange Barrieren aus Flammschutzmitteln zum Schutz gefährdeter Gebiete auszubringen. Davon berichten Aerotime und France24.

Damit das Transportflugzeug zur „Löschmaschine“ wird, wird ein spezielles Modul im Ladebereich eingebaut. Dieses System erlaubt es, eine Ladung von 20 Tonnen Wasser oder Brandverzögerer in weniger als 10 Sekunden freizusetzen. 

Das entspricht etwa dem 2 bis 3-Fachen dessen, was ein übliches Löschflugzeug vom Typ Canadair fassen und abwerfen kann. Anders als Canadair-Maschinen ist die A400M jedoch nicht in der Lage, Wasser im Tiefflug aus Seen oder dem Meer aufzunehmen, sondern muss für jeden Befüllvorgang am Boden landen. 

Laut offiziellen Angaben der französischen Behörden ist das Flugzeug primär dazu gedacht, präventive Schutzlinien vor der vorrückenden Brandfront zu ziehen. Direkte Abwürfe auf Feuerzentren sind demnach nicht vorgesehen. 

Bei dem roten Gemisch, das das Flugzeug abwirft, handelt es sich um Long-term Fire Retardant (LTR). Es sorgt dafür, dass die damit besprühten Pflanzen ohne Flammen verkohlen. Diese Kohleschicht brennt nicht weiter und entzieht dem Feuer somit die Nahrung. Weil die Mischung zu einem Teil aus Dünger besteht (Ammoniumpolyphosphate), führt sie sogar dazu, dass die Vegetation danach schneller nachwächst. 

25 Maschinen

Die A400M ist seit 2013 im Dienst und das größte Propeller- bzw. Turboprop-Transportflugzeug der europäischen Luftwaffe. Frankreich verfügt über 25 Maschinen dieses Typs. 

Die Entwicklung des A400M-Löschmoduls begann im Jahr 2024, wobei Demonstrationsflüge bereits 2022 in Spanien sowie Genauigkeitstests 2025 in Frankreich stattfanden. Spanien hat angekündigt, einen Teil seiner eigenen A400M-Flotte mit demselben System auszustatten. Neben der A400M und der Canadair sind für Löscheinsätze auch noch Dash-8-Maschinen und Löschhubschrauber im Einsatz.

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