Digital Life

Pilot außer Gefecht: Flugzeug landete komplett automatisch

Die meisten Leute kennen Garmin derzeit vor allem aufgrund ihrer Fitness-Tracker bzw. Sportuhren. Das Unternehmen baut jedoch noch zahlreiche andere Geräte, die in der Regel irgendetwas mit GPS zu tun haben. Unter anderem werden Navigations- und Autopilot-Systeme für Flugzeuge hergestellt. 

➤ Mehr lesen: Zu Besuch bei Garmin: Von Flugzeugen bis zum Smartwatch-Backofen 

Eine der jüngeren Entwicklungen von Garmin ist das sogenannte Autoland-System. Das ist für Flugzeuge konzipiert, bei denen nur ein Pilot an Bord ist. Wenn dieser, etwa durch einen medizinischen Notfall, die Fähigkeit verliert, das Flugzeug zu steuern, sind Passagiere auf sich allein gestellt.

Landung per Knopfdruck

Ist Autoland in das Flugzeug integriert, kann man es lediglich per Knopfdruck aktivieren. Das Flugzeug kommuniziert dann vollautomatisch mit der Flugsicherung und leitet eine Landung am nächstgelegenen Flughafen ein. Autoland ist derzeit für mehrere Business-Jets und kleinere Flugzeuge zugelassen. Mehr Details dazu findet man hier.

Eine klassische Autopilot-Landung, etwa bei Verkehrsflugzeugen, ist im Unterschied dazu nur eine Hilfe für die Pilotin oder den Piloten. Diese erfordert weit mehr als nur einen Knopf zu drücken. Im Unterschied dazu übernimmt Autoland den gesamten Landeprozess, einschließlich der Auswahl des Flughafens. 

Genau das ist nun passiert. Am Samstag kam es an Bord einer Beechcraft Super King Air im US-Bundesstaat Colorado zu einem solchen Zwischenfall. Der Pilot konnte die Maschine nicht mehr steuern, weswegen das System eingriff und vollautomatisch am Rocky Mountain Metropolitan Airport in Broomfield landete. 

Garmin bestätigte den Vorfall gegenüber einem lokalen Nachrichtensender. „Die automatische Landung fand am Samstag, den 20. Dezember, statt und verlief erfolgreich“, teilte Garmin in einer Erklärung gegenüber FOX31 mit. „Wir freuen uns darauf, zu gegebener Zeit weitere Details bekannt zu geben.“

Computerstimme funkte

In einem YouTube-Video ist der Funkverkehr bei dem Vorfall zu hören. Eine Computerstimme teilte der Flugsicherung den aktuellen Status der Maschine mit. 

Für den Fluglotsen war diese Art der Kommunikation offenbar auch ein Novum. “Ich weiß nicht, ob Sie mich hören können, aber Landeerlaubnis erteilt”, sagte er in Richtung der Maschine. 

Details unklar

Weitere Details zu dem Vorfall waren vorerst noch unklar. Es dürfte jedenfalls einer der ersten Zwischenfälle gewesen sein, bei dem das automatisierte Landen per Autoland tatsächlich im Ernstfall zum Einsatz kam.

Klicken Sie hier für die Newsletteranmeldung

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

mehr lesen