Digital Life

Millionenstrafe für Meta und Alphabet in Prozess um Suchtpotenzial

Die Tech-Konzerne Alphabet und Meta sind in einem wegweisenden Prozess um die Abhängigkeit von sozialen Medien zu Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe verurteilt worden. Die Geschworenen sprachen der Klägerin einschließlich Strafzahlungen 4,2 Millionen US-Dollar (ca. 3,6 Millionen Euro) von Meta und 1,8 Millionen US-Dollar (ca. 1,6 Millionen Euro) von der Google-Mutter zu. Es geht um eine 20-jährige Frau, die nach eigenen Angaben in jungen Jahren wegen fesselnden Designs der Apps süchtig nach YouTube und Instagram wurde.

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die Unternehmen bei der Entwicklung fahrlässig gehandelt und nicht vor den Gefahren gewarnt hätten. Das Urteil gilt als wegweisend und könnte die Branche zwingen, ihre Verteidigungsstrategien bei Klagen zur Nutzersicherheit grundlegend zu überdenken.

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Meta prüft rechtliche Schritte

"Das heutige Urteil ist ein Signal der Geschworenen an eine ganze Branche, dass die Zeit der Rechenschaft gekommen ist", erklärte der Hauptanwalt der Klägerin. Meta wies die Entscheidung zurück. Das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte, teilte der Konzern mit. 

Google plant in Berufung zu gehen, sagte Unternehmenssprecher José Castañeda. Die verhängten Strafen fallen für die beiden wertvollsten Unternehmen der Welt gering aus: Meta rechnet für das Jahr 2026 mit Investitionsausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar (ca. 100 bis 117 Milliarden Euro), Alphabet plant im selben Zeitraum mit 175 bis 185 Milliarden US-Dollar (ca. 151 bis 160 Milliarden Euro). An der US-Börse schlossen beide Konzerne leicht im Plus.

Potenziell wegweisender Prozess

In dem Prozess warf die 20-jährige Klägerin, die nur unter den Initialen KGM auftrat, Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um "endlose Feeds", bei denen man immer weiter zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann. Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen - und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.

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Die Klage richtete sich zuletzt gegen YouTube und den Foto- und Videodienst Instagram, der Meta-Konzern gehört. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und Tiktok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.

Hunderte weitere Klagen

Der Ausgang des Verfahrens könnte wegweisende Wirkung für hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben. Meta und Google wiesen in dem Prozess die Vorwürfe zurück. In dem Prozess wurde vor den Geschworenen auch Meta-Chef Mark Zuckerberg befragt.

Mark Zuckerberg verlässt nach seiner Aussage im Prozess am 18.2. das Gerichtsgebäude in Los Angeles.

Erst am Vortag hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico Meta zu einer Geldstrafe von 375 Millionen US-Dollar verurteilt, weil das Unternehmen nach Überzeugung einer US-Jury wider besseres Wissen nicht genug für den Schutz junger Nutzer getan hat. Hier ging es vorrangig um den Vorwurf der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Meta will in Berufung gehen.

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