MQ-25 Stingray: Boeings unbemanntes Tankflugzeug auf USS Nimitz gesichtet
Im Rahmen des Großmanövers Fleet Exercise (FLEETEX) 250 im Atlantik wurde der Technologiedemonstrator T1 der Drohne MQ-25 Stingray auf dem Flugzeugträger USS Nimitz (CVN 68) stationiert. Fotos zeigen das unbemannte Fluggerät vor 4 F/A-18E Super Hornet, wie The Aviationist berichtet.
Die MQ-25A ist eine Luftbetankungsdrohne, an der Boeing schon eine ganze Zeit lang arbeitet. Für das Manöver, an dem insgesamt 26 Schiffe aus den USA und 13 Partnernationen teilnahmen, erhielt die Drohne eine neue graue Lackierung ohne die früheren orangefarbenen Testflächen sowie die Aufschriften „250“ als Hommage an das 250-jährige Bestehen der USA und „Boeing Backs America“. Ob das System aktiv an der Übung teilnahm oder lediglich für Fotoaufnahmen genutzt wurde, bleibt unklar, da der üblicherweise unter der linken Tragfläche montierte Behälter zur Luftbetankung fehlte.
Die jüngste Sichtung auf der USS Nimitz folgt auf den Erstflug einer seriennahen MQ-25A am 25. April 2026 sowie die darauffolgende Genehmigung für die Kleinserienproduktion (Low-Rate Initial Production). Bereits im Dezember 2021 hatten Boeing und die Navy erste Erprobungen des Fernsteuerungssystems auf einem Flugdeck durchgeführt, um das Rangieren an Bord zu testen.
Nach weiteren Testflügen im laufenden Jahr soll die Drohne für finale Trägerqualifikationen vorbereitet werden. Stattfinden soll diese bis zum Jahresende auf der USS Theodore Roosevelt (CVN-71).
Verzögerungen
Die MQ-25 hätte ursprünglich schon vor Jahren betriebsbereit sein sollen, das Projekt wurde aber massiv verzögert. Bereits im Jahr 2021 gelang dem T1-Demonstrator die weltweit erste Luft-zu-Luft-Betankung zwischen einem unbemannten Fluggerät und einem bemannten Empfängerflugzeug. Künftig will die Navy eine Flotte mit 76 Stück der Betankungs-Drohnen betreiben.
Vorteile der Drohne
Die Betankung durch Drohnen hat entscheidende Vorteile, speziell von Flugzeugträgern aus. So können damit die Flexibilität und Schlagkraft der jeweiligen Kampfgeschwader deutlich erhöht werden.
Zwar gibt es auch klassische Tankflugzeuge, wie etwa die Boeing KC-135 Stratotanker, dieses kann aber nicht von Flugzeugträgern starten und muss darum von anderen Stellen angefordert werden. Die Tank-Drohnen könnten einfach vom gleichen Schiff losfliegen.
Super Hornet als Tankflugzeug
Ebenfalls als Tankflugzeug eingesetzt werden kann die F/A-18 Super Hornet. Mit dem Buddy-Store-System (ARS) werden an der Maschine mehrere Außentanks und ein Behälter mit Schlauchtrommel installiert, um andere Flugzeuge in der Luft zu betanken. Ihr großer Vorteil ist, direkt von Flugzeugträgern starten zu können.
Die Nutzung der Super Hornet als Tankflugzeug hat aber entscheidende Nachteile. Diese Jets stehen dann nicht für Gefechte zur Verfügung. Zudem verbrennt das Flugzeug selbst relativ viel Kerosin bei den Betankungsflügen. Und nicht zuletzt ist es eine massive strukturelle Belastung - die F/A-18 nutzt sich also schneller ab und muss häufiger gewartet bzw. überarbeitet werden.
Die Entlastung der Super Hornets ist dringend notwendig. So gibt es aktuelle Zahlen, wonach rund 20 bis 30 Prozent deren Flüge Tankmissionen sind. Das ist ineffizient und teuer.