Symbolbild: Ein Asteroid nähert sich der Erde
So will China in 4 Jahren einen Asteroiden im Weltall zerstören
China hat schon seit 2024 vor, eine Asteroiden-Abwehrmission durchzuführen. Ähnlich wie bei der Mission DART der NASA, soll ein Asteroid im Weltraum durch eine Sonde gerammt werden.
Eine neue wissenschaftliche Studie nennt jetzt Details, wie diese Mission ablaufen könnte, berichtet die South China Morning Post. Dabei soll ein kleineres Ziel mit höherer Geschwindigkeit getroffen und so womöglich sogar zerstört statt nur abgelenkt werden.
2015 XF261 hat 30 m Durchmesser
Als Ziel wurde 2015 XF261 auserkoren. Der Asteroid nähert sich in seinem Orbit derzeit der Erde, würde sie aber nicht treffen. Im April 2029 wird er sich auf etwa 6,8 Millionen km nähern, im April 2030 auf etwa 7,1 Millionen km. Bei DART war das Ziel 10,9 Millionen km von der Erde entfernt, als es getroffen wurde.
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Forscher schätzen, dass 2015 XF261 einen Durchmesser von etwa 30 m hat. Weil er bisher aber nicht ausreichend beobachtet werden konnte, sind die genauen Dimensionen unbekannt. Zum Vergleich: Dimorphos, der mit DART gerammt wurde, hatte etwa 150 m Durchmesser. Der umkreist den weit größeren Asteroiden Didymos (780 m). Die NASA wollte so herausfinden, ob die Umlaufbahn von Dimorphos rund um Didymos durch das Rammen mit der Sonde verändert werden kann, was auch funktioniert hat.
Rammen mit 9 Kilometer pro Sekunde
2015 XF261 ist ein einzelner Asteroid und China will durch die Mission herausfinden, ob ein Asteroid von seiner Umlaufbahn um die Erde abgebracht werden kann. Laut der Studie sei sogar denkbar, dass der Asteroid durch die Rammaktion zerstört wird. Die Forscher erwarten, dass die Sonde den Asteroiden mit 9 km/s (32.400 km/h) trifft. Bei DART waren es 6,1 km/s.
Eine zweite Raumsonde soll den Asteroiden vor, während und nach der Kollision beobachten. So sollen Daten gesammelt werden, wie sich die Umlaufbahn, die Oberfläche oder im Fall eines Zerbröselns, die Form verändert. Bei DART ist das nicht gleichzeitig passiert. 2024 wurde die Folgemission Hera gestartet, die Ende 2026 Dimorphos erreichen wird.
Die 2 chinesischen Raumsonden sollen mit derselben Rakete ins All starten. Die Rammsonde nimmt direkten Kurs auf den Asteroiden, während die Überwachungssonde einen längeren Weg nimmt und die Gravitation der Venus nutzt.
Falls die Mission erfolgreich ist, hätte China als erste Nation geschafft, die Planetenverteidigung zu erproben und den Effekt bei derselben Mission zu verifizieren. Allerdings muss sie erst mal erfolgreich sein: Einen 7 Millionen km entfernten Steinbrocken im All zu treffen, der lediglich 30 m Durchmesser hat, ist kein Kinderspiel. Die Rammsonde muss zumindest im Zielanflug autonom den Asteroiden erfassen und steuern, weil von der Erde gesandte Funksignale für die Fernsteuerung zu lange brauchen, um bei der Sonde anzukommen.
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