Fernsehsender lobbyieren in Brüssel gegen Smart-TVs
Die allermeisten TV-Geräte in den Wohnzimmern stammen von einer Handvoll Herstellern. Darauf laufen die bekannten Betriebssysteme, die ebenso von einigen wenigen Unternehmen stammen. Diese Software ist mit Empfehlungsalgorithmen, automatischen Vorschlägen und Suchmöglichkeiten ausgestattet.
"Somit gewinnen einige wenige Betreiber eine wachsende Gestaltungsmacht über Millionen von Nutzern und Unternehmen, da sie den Zugang zum Publikum und der Verbreitung der Inhalte kontrollieren", schreibt die Vereinigung der privaten europäischen TV-Sender in einem offenen Brief an die EU-Kommission.
Die Association of Commercial Television in Europe (ACT) fordert die zuständige Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera dazu auf, die marktbestimmenden Akteure strenger zu regulieren und sie im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) als sogenannte Gatekeeper zu definieren.
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Die Marktanteile der Betriebssysteme
Die ACT, zu der unter anderem RTL, Walt Disney, Warner Bros Discovery, Sky, Paramount+ und NBCUniversal gehören, rechnet vor, dass Android TV von Google bei Fernsehgeräten auf einen Marktanteil von 23 Prozent kommt. 12 Prozent entfallen auf Amazon Fire OS und 24 Prozent auf Samsungs Tizen OS. Hinzu kommen noch Apple TV und webOS von LG.
Diese Unternehmen würden den Markt für vernetzte TV-Geräte und den darauf laufenden Betriebssystemen kontrollieren, so die ACT. Ihre Sorge ist, dass diese Plattformbetreiber ihre eigenen Streaming-Dienste wie Apple TV+, YouTube oder Amazon Prime Video auf den Startbildschirmen prominenter platzieren als die Apps lokaler, privater oder öffentlich-rechtlicher TV-Sender.
Würde die EU-Kommission die marktbestimmenden TV-Betriebssysteme als Gatekeeper im Rahmen des DMA führen, könnten den betroffenen Unternehmen weitreichende und tiefgreifende Vorgaben im Umgang mit Inhalten und Konkurrenzprodukten auferlegt werden.
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Auch Chatbots sollen strenger reguliert werden
Darüber hinaus regt die ACT an, auch die "virtuellen Assistenten" wie Apples Siri, Googles Gemini, Amazons Alexa oder OpenAIs ChatGPT strenger zu regulieren. Diese Chatbots hätten ebenso eine ähnlich marktbestimmende Rolle, so ACT.
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