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Elon Musks Starlink hat 93 Prozent weniger Nutzer als prophezeit

Es ist schon wieder passiert: Ein Unternehmen von Elon Musk hat das Blaue vom Himmel versprochen. Weil es dabei um Starlink geht, war das abgedroschene Sprichwort noch nie so treffend. Das Satelliten-Internet von SpaceX liegt nämlich meilenweit hinter den Erwartungen zurück.

2015 hat SpaceX bei Investor*innen mit vielversprechenden Zielen geworben. Das Unternehmen von Elon Musk wollte damit Geld einsammeln, um das Vorhaben eines weltumspannenden Satelliten-Internets verwirklichen zu können.

Man gehe davon aus, bis 2022 mehr als 20 Millionen zahlende Kund*innen zu haben, heißt es in einer Präsentation aus dem Jahr 2015, an die das Wall Street Journal gekommen ist. Demnach sollte der Umsatz im Jahr 2022 bei rund 12 Milliarden Dollar liegen, der Gewinn bei 7 Milliarden Dollar.

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Deutlich hinter den Erwartungen

7 Jahre später in der ungeschönten Realität angekommen, ist von den ursprünglich angepeilten Zielen nicht mehr allzu viel übrig. Aktuell hat Starlink lediglich etwas mehr als 1,5 Millionen Kund*innen. Das sind in etwa 93 Prozent weniger als erwartet.

Ähnlich verschätzt hat man sich bei Umsatz. 2022 lag der Umsatz von Starlink bei 1,4 Milliarden Dollar. Ob SpaceX damit einen Gewinn erwirtschaftet hat, gilt als unwahrscheinlich. Allerdings ist der Ausblick ziemlich positiv

Umsatz steigt rasant

Von 2021 auf 2022 konnte der Umsatz nämlich kräftig gesteigert werden: von 222 Millionen auf 1,4 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von mehr als 500 Prozent gleichkommt. Im 1. Quartal 2023 lag der Starlink-Umsatz bereits bei 1,5 Milliarden Dollar, was einen Gewinn von 55 Millionen bedeutet.

Mit kabelgebundenen Internetverbindungen, LTE oder 5G kann Starlink derzeit oft nicht konkurrieren. Zumindest nicht dort, wo eine der genannten Technologien verfügbar ist. Dort bieten die herkömmlichen Provider deutlich günstigere Tarife, stabilere Verbindungen und höher Geschwindigkeiten an.

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In entlegenen Gebieten sieht es völlig anders aus: Dort kann Starlink seine Stärke ausspielen und passable Verbindungsgeschwindigkeiten zur Verfügung stellen - deutlich höher als dies bei der Konkurrenz der Fall ist.

Die Sache mit der Bandbreite

Mit der wachsenden Anzahl an User*innen sind die Verbindungsgeschwindigkeiten im vergangenen Jahr allerdings merklich zurückgegangen - in den USA von durchschnittlich 90,6 Mbps auf 62,5 Mbps, wie Ookla berichtet. Das hat zu zahlreichen Beschwerden und unzufriedenen Kund*innen geführt.

SpaceX hatte daraufhin erklärt, dass mit der zunehmenden Anzahl an Satelliten die Bandbreite wieder steigen wird. Bleibt abzuwarten, wie stabil und schnell Starlink in den weiteren Ausbaustufen bei gleichzeitig steigenden User*innen-Zahlen wird.

Das kostet Starlink

In Österreich wirbt Starlink derzeit mit Verbindungsgeschwindigkeiten zwischen 50 und 200 Mbit/s. Die monatlichen Kosten betragen 65 Euro, die einmaligen Hardware-Kosten liegen bei 450 Euro.

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