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Das ist die erste Tafel Milchschokolade aus dem Labor

Das israelisch-amerikanische Food-Tech-Startup Celleste Bio hat die weltweit ersten Milchschokoladenriegel vorgestellt, deren Kakaobutter vollständig mittels Zellsuspensionskultur im Labor produziert wurde. In Zusammenarbeit mit dem Partner Mondelēz International entstanden knapp ein Dutzend Testriegel, die laut Unternehmensangaben alle Qualitäts- und Konsumstandards erfüllen.

Zellsuspensionskultur ist ein biotechnologisches Verfahren, bei dem einzelne Zellen oder kleine Zellaggregate in einem flüssigen Nährmedium "schweben" (suspendiert sind) und dort vermehrt werden. Die Ausgangszelle stammt im Falle von Celleste Bio aus einer Kakaobohne. Mithilfe der Technologie kann aus einer einzigen Kakaobohne somit genügend Kakaobutter für die industrielle Fertigung großer Mengen gewonnen werden.

Derzeit betreibt Celleste Bio eine Pilotanlage für Forschung und Entwicklung, um das Volumen kontinuierlich zu steigern. Das Ziel ist die Produktion von einer Tonne Kakaobutter aus einer Bohne pro Jahr in einem 1.000-Liter-Bioreaktor, was den Ertrag von etwa einem Hektar Kakaobäumen ersetzen würde. Zum Vergleich: Weltweit beträgt die Anbaufläche von Kakao rund 12 Millionen Hektar

Bis zum Jahr 2027 plant das Unternehmen, seine zellkultivierte Kakaobutter marktreif zu machen. Insgesamt hat das Unternehmen bislang 5,6 Millionen US-Dollar an Finanzierung aufgestellt.

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Warum Kakao aus dem Labor?

Die Schokoladenindustrie war in den vergangenen Jahre von stark volatilen Kakaopreisen abhängig. Ende 2024 erreichte der Preis am Weltmarkt mit knapp 10.000 US-Dollar pro Tonne ein Rekordhoch. 2 Jahre zuvor wurde eine Tonne noch um rund 2.500 US-Dollar gehandelt. Mittlerweile ist der Preis wieder auf rund 3.400 US-Dollar gefallen. 

Diese großen Schwankungen stellen für die langfristige Planbarkeit für Unternehmen eine große Herausforderung dar. Zwar unterliegt auch die Produktion in Labors gewissen Schwankungen (zb. durch Energiekosten), insgesamt ist sie aber weit besser planbar als der konventionelle Anbau. Dort können etwa Klima- oder Extremwetterereignisse sehr schnell große Auswirkungen auf den Preis haben. 

Umwelt- soziale Folgen

Celleste Bio verweist auf die Umweltproblematik des Kakaoanbaus und nennt dabei Klimawandel, Abholzung und Ressourcenknappheit als Probleme. Sollte Kakaobutter künftig in großem Maßstab im Labor gezüchtet werden, würde dies allerdings auch massive soziale Auswirkungen auf die Bauern haben, die davon stark abhängig sind.

Mondelēz bzw. der Vorgängerkonzern Kraft Foods stand auch immer wieder in der Kritik der Öffentlichkeit. So wurde Kraft Foots etwa Ausbeutung bei Kakao-Zulieferern vorgeworfen.

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