Überraschender Anheizer für Erderwärmung entdeckt
Verschmutzung mit Mikroplastik ist ein enormes Problem für Ökosysteme, und es findet sich mittlerweile überall auf der Welt, vom Marianengraben bis zum Mount Everest. Selbst in der Atmosphäre konnte es schon nachgewiesen werden.
Ein chinesisch-amerikanisches Forschungsteam hat nun in einer neuen Studie gezeigt, dass das Mikroplastik in der Atmosphäre erheblich zur Erderwärmung beiträgt. Denn ähnlich wie Treibhausgase fängt es Sonnenenergie in der Atmosphäre ein, was global zu steigenden Temperaturen führt.
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Mikroplastik über dem „North Pacific Garbage Patch“
Die allerkleinsten Plastik-Partikel sind so leicht, dass sie vom Wind in die Atmosphäre getragen werden. Sie sammeln sich z. B. über den Stellen im Meer, wo bereits große Mengen Kunststoff schwimmen. Als Beispiel nennen die Forscherinnen und Forscher das „North Pacific Garbage Patch“, das als die größte Ansammlung von Mikroplastik im Ozean gilt.
Das Phänomen war laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bisher kaum erforscht, die Ergebnisse daher überraschend: „Wir wussten nicht einmal, ob sich diese Dinge [Mikroplastik] überhaupt erwärmen oder abkühlen“, wird Co-Autor Drew Shindell bei Gizmodo zitiert.
Farbe des Plastiks beeinflusst Effekt
In ihrer Studie ermittelten sie zunächst, ob die Kunststoffart Einfluss darauf hat, wie viel Sonnenlicht ein Teilchen absorbiert. Tatsächlich fanden sie zwischen Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET) und Polystyrol (PS), das landläufig in seiner expandierten Form Styropor bekannt ist, diesbezüglich kaum Unterschiede.
Stattdessen sei es die Partikelgröße und die Farbe, die sich auf die Absorptionseigenschaften auswirken. Durchsichtige und weiße Plastikteilchen fallen wenig ins Gewicht. Gelbe, blaue und rote Mikroplastikpartikel zeigen mittlere Werte, und schwarze haben den größten Effekt.
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Alterungsprozesse ließen sie ebenfalls in ihre Berechnungen einfließen. Der Effekt solcher witterungsbedingten Veränderungen sei allerdings nicht sehr groß.
Doppelte Bedrohung
Gegenwärtige Klimamodelle unterschätzen den Einfluss von atmosphärischen Mikroplastikteilchen deutlich, so die Forscherinnen und Forscher. Ihr Beitrag zur Erderwärmung entspreche etwa 16 Prozent des durch Ruß verursachten Beitrags.
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Mikroplastik sei so eine doppelte Bedrohung für das Klima: einerseits wird das Material aus fossilen Rohstoffen hergestellt, andererseits treibt es am Ende seines Lebens die Strahlungserwärmung voran. Es brauche daher neue, spezifische Maßnahmen, um den Klimawandel einzudämmen.