Ein Mann hält ein Smartphone mit einer Sportwetten-App auf dem Bildschirm
© Getty Images/iStockphoto/SeventyFour/iStockphoto
Wählen Sie FUTUREZONE als bevorzugte Google-Quelle

Digital Life

WM-Wetten: Polymarket-Zocker verliert 8,6 Millionen Dollar wegen Belgien

Ein Polymarket-Zocker namens FlickRaw verlor am Sonntag 2,7 Millionen Dollar (ca. 2,33 Millionen Euro), weil er auf einen Sieg der niederländischen Mannschaft gewettet hatte. Einen Tag später wettete er abermals 1,5 Mio. Dollar (1,3 Mio. Euro) auf einen Sieg von Belgien gegen Ägypten – weil das Spiel aber unentschieden ausfiel, verlor der User auch diesen Betrag. Der Verlust macht insgesamt rund 4,2 Mio. Dollar (3,6 Mio. Euro) aus.

Auf der Prognoseplattform Polymarket können Menschen Wetten auf zukünftige Ereignisse in verschiedenen Bereichen abschließen. In der Regel wird eine Frage gestellt wie: „Wird das Wetter in Wien morgen sonnig?“ Nutzer können dann entweder auf Ja oder Nein einen Geldbetrag wetten. Neben Wetten auf den Ausgang einer Wahl im US-Bundesstaat Georgia und Verkäufe eines Albums der Popsängerin Olivia Rodrigo sind dort derzeit Gewinnprognosen auf den Ausgang der Fußball-WM populär.

➤ Mehr lesen: In den USA werden jetzt Wetten aufs Wetter abgeschlossen

Polymarket prahlte damit

Auffällig ist, dass der Account FlickRaw erst im Juni registriert wurde und nun binnen kurzer Zeit viele Einzelwetten hintereinander platziert hat. Die ungewöhnlichen Aktivitäten fielen sogar Polymarket selbst auf.

Das amerikanische Unternehmen postete die Wette auf seinem X-Account: „Dies entspricht einer Auszahlung von 5.827.897,87 $ auf Polymarket“, versprach der Plattformbetreiber. Das hat sich aber nicht bewahrheitet – und FlickRaw verlor das Geld.

FlickRaw ist aber nicht der einzige Polymarket-Nutzer, der durch Wetten auf einen Sieg von Belgien eine Menge Geld verspielt hat. Ein anderer verlor sogar noch mehr: Ein User namens leeeroyjenkins wettete 8,6 Millionen Dollar (7,4 Mio. Euro) auf einen belgischen Sieg, wie Polymarket ebenfalls selbst auf X mitteilte. Auch dieser, ebenfalls recht neue Account, setzte innerhalb kürzester Zeit viele einzelne hohe Geldbeträge auf den Ausgang von WM-Matches.

Wer die User sind, kann man aufgrund der Datenschutzvorkehrungen der Plattform nicht einsehen. Die auf Meinungen und Einschätzungen von Einzelpersonen basierenden Wetten auf Polymarket liefern dem Finanzmarkt interessante Daten zu aggregierten Erwartungen von Menschen. Die Einschätzungen der Schwarmintelligenz fließen dann in Geschäftsentscheidungen ein. Die Vorhersagebörse ähnelt vom Funktionsprinzip her einem Aktienmarkt, basiert aber auf blockchainbasierten Smart Contracts.

➤ Mehr lesen: Millionengewinn mit Insiderwissen: Google-Mitarbeiter wegen Wetten angeklagt

Plattform mit erheblichen Risiken

Für die Plattform hagelt es allerdings auch massive Kritik: So werden immer wieder Vorwürfe des Insiderhandels laut. Kritiker verweisen außerdem auf politische Risiken und ethische Probleme. Polymarket-Wetten können aber auch zum Problem für Einzelpersonen mit Spielsucht werden – denn der Spielcharakter ist durch die simplen Wetten auf reale Szenarien sogar noch ausgeprägter als beim klassischen Daytrading, dessen Folgen für Spielsüchtige bereits seit langer Zeit für Debatten sorgen.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare