Millionengewinn mit Insiderwissen: Google-Mitarbeiter wegen Wetten angeklagt
Ein 36-jähriger Entwickler bei Google steht im Verdacht, mithilfe von Insiderwissen mehr als eine Million US-Dollar auf der Krypto-Wettplattform Polymarket ergaunert zu haben. Der italienische Staatsbürger Michele Spagnuolo soll demnach vertrauliche, nicht öffentliche Unternehmensdaten missbraucht haben, um Wetten bei Polymarket über das Nutzerverhalten bei Suchanfragen zu platzieren. Das geht aus Gerichtsakten hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, wie ABC berichtet.
Polymarket ist eine dezentrale Krypto-Plattform für sogenannte Vorhersagemärkte, auf der Nutzer mit Echtgeld (in Form von Kryptowährungen) auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können. Das Spektrum reicht von politischen Wahlen und Wirtschaftsentwicklungen bis hin zu Popkultur-Fragen wie den jährlichen Google-Suchtrends.
Year in Search
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Wettgewinn im Zusammenhang mit Googles offiziellem Jahresrückblick (Year in Search 2025). Der Beschuldigte soll unter dem Pseudonym AlphaRaccoon darauf gesetzt haben, dass der Sänger D4vd, der derzeit auch wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs eines 14-jährigen Mädchens angeklagt ist, die meistgesuchte Person des Jahres 2025 auf Google sein würde. Da das im Vorfeld als unwahrscheinlich galt, waren die “Quoten” auf Polymarket entsprechend hoch.
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Nach der offiziellen Veröffentlichung der Google-Statistiken am 4. Dezember 2025 strich das Konto AlphaRaccoon laut den US-Bundesstaatsanwälten einen Profit von rund 1,2 Millionen US-Dollar ein. Im Anschluss soll Spagnuolo gezielte Schritte unternommen haben, um die Herkunft und den Besitz des Geldes zu verschleiern.
Ein Sprecher von Google bestätigte den Vorfall in einer Stellungnahme und erklärte, dass das Unternehmen mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeite. Der Mitarbeiter habe für den Zugriff ein Tool genutzt, das zwar allen Beschäftigten zur Verfügung stehe, die Verwendung dieser vertraulichen Informationen für Platzierungen von Wetten stelle jedoch einen schwerwiegenden Verstoß gegen die internen Richtlinien dar. Google hat den Ingenieur vorerst beurlaubt und angekündigt, weitere angemessene Maßnahmen zu ergreifen.
Nicht der erste Vorfall
Erst im vergangenen Monat hatte sich ein Soldat einer US-Spezialeinheit, Gannon Van Dyke, in einem ähnlichen Fall für nicht schuldig erklärt. Ihm wird vorgeworfen, betrügerische Wetten über das rechtzeitige Gelingen einer Militäroperation abgeschlossen zu haben, bei der Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro gestürzt wurde.
Der Soldat war an der Planung und Durchführung des Einsatzes beteiligt und hatte so ebenfalls vorab Zugriff auf wettrelevante Informationen. Polymarket hatte nach diesem Vorfall angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen auf der Plattform zu verschärfen.
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