Fehler verzögert Neustart von größtem Atomkraftwerk der Welt
Das größte Atomkraftwerk der Welt gibt es seit den 80er Jahren, aber trotzdem stand es lange Zeit still. Am 20. Jänner sollte Kashiwazaki-Kariwa endlich wieder ans Netz gehen, nachdem es nach erfolgreichen Tests 2024 endlich wieder grünes Licht dafür gab. Die Freude währte aber nur kurz: Am Samstag kam es nämlich überraschend zum Ausfall eines wichtigen Alarms. Deshalb musste der Betreiber Tokyo Electric Power Company (TEPCO) den offiziellen Neustart seines Reaktors 6 auf Ende Februar verschieben.
Laut dem japanischen Nachrichtensender NHK sollte beim Herausziehen von Kontrollstäben im Reaktor eigentlich ein Alarm ausgelöst werden. Ohne funktionierenden einen solchen könnten künftige Störfälle unentdeckt bleiben.
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2 Prozent mehr Energie für Tokio
Die genauen Ursachen für den ausbleibenden Alarm werden derzeit noch untersucht. Der Start soll nun auf den 26. Februar verschoben werden. Der Reaktor soll dann einen Ertrag von 1,36 GW bringen und der Metropolregion Tokio um 2 Prozent mehr Energie bereitstellen.
Mit einer Gesamtkapazität von 8.212 MW ist das seit den 80er Jahren sukzessive erweiterte Kashiwazaki-Kariwa mit insgesamt 7 Reaktoren das leistungsstärkste Atomkraftwerk der Welt, zumindest wenn alle Reaktoren ans Netz gehen würden. Es steht auf einer 4,2 km großen Anlage in der Niigata-Präfektur am japanischen Meer und wird vom selben Unternehmen betrieben, wie einst das Katastrophen-Kraftwerk Fukushima.
Besorgte Anrainer
Die bevorstehende Wiedereröffnung des gigantischen Kraftwerks begrüßen nicht alle. Laut dem Guardian sind viele der 420.000 Anrainer, die in einem Umkreis von 30 km leben, besorgt. Es gibt sogar Proteste und Initiativen, die eine Wiedereröffnung verhindern wollen. Eine von der Lokalregierung durchgeführte Umfrage im Vorjahr zeigte, dass über 60 Prozent der Anrainer befürchten, dass das Kraftwerk nicht sicher genug für eine erneute Inbetriebnahme sei.
Region mit hoher seismischer Aktivität
Tsunamis und Erdbeben bedrohen die Anlage, die sich in einer Region mit hoher seismischer Aktivität befindet: Im Jahr 2007 wurde Kashiwazaki-Kariwa von einem Beben mit der Stärke 6,6 beschädigt, woraufhin die Betreiber das gesamte Kraftwerk herunterfahren mussten. Danach rüstete der Betreiber nach und Teile des Kraftwerks gingen wieder ans Netz.
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Nach der Fukushima-Katastrophe 2011 wurde erneut ein Riegel vorgeschoben: Aus Sicherheitsgründen musste das gesamte Kraftwerk temporär schließen. Trotz neuer technischer Schutzmaßnahmen wie Seemauern, wasserdichten Türen, Filtersystemen und der Anschaffung von Spezialfahrzeugen scheiterte ein erneuter Betrieb danach unter anderem an mangelndem Anti-Terror-Schutz. Erst 2023 wurde das Betriebsverbot wieder aufgehoben. Nach den Betreiberplänen soll ein weiterer Reaktor 2030 wieder ans Netz gehen. Ob das gesamte Kraftwerk jemals wieder ans Netz geht, ist unklar.