Science

NASA und SpaceX uneinig: Braucht ein Mondlander manuelle Steuerung?

Die Rückkehr zum Mond ist für die NASA ein Gemeinschaftsprojekt. Die Landefähren, mit denen Astronauten auf der Oberfläche des Mondes landen sollen, werden von SpaceX und Blue Origin entwickelt. Für dieses "Human Landing System" hat die NASA Verträge mit den beiden Firmen abgeschlossen. 

In einem neuen Bericht wird aber deutlich, dass die NASA und SpaceX sehr unterschiedliche Ansichten darüber haben, wie eine solche Landefähre funktionieren soll. Die US-Weltraumagentur sieht vor, dass Astronauten jederzeit das Steuer des Landers übernehmen und manuell bedienen können. 

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SpaceX sieht das wohl anders: "Obwohl der Anbieter (Anm. SpaceX) die Erfüllung dieser Anforderung bestätigt und zugesichert hat, deutet die Risikoanalyse der NASA bezüglich der manuellen Steuerung bei SpaceX auf eine zunehmende Verschlechterung hin", heißt es im NASA-Bericht. SpaceX dürfte bei seinem Lander also vorsehen, dass der Lander ausschließlich vollständig autonom funktioniert. 

"Sollten die NASA und SpaceX vor der kritischen Designprüfung (CDR) keine konkrete Lösung finden, könnte dies dazu führen, dass die Automatisierung als einzige verfügbare Landemethode festgeschrieben wird", heißt es in dem Bericht. Ansonsten droht eine signifikante, späte Designänderungen, was zu Verzögerungen beim Zeitplan führen könnte. 

Erinnerungen an Apollo

Für die NASA ist die Steuerung aber ein wichtiger Bestandteil des Landers. Das geht zurück auf das Apollo-Mondprogramm. Wie die NASA in ihrem Bericht schreibt, mussten die Astronauten damals bei jeder der 6 Landungen manuell eingreifen. Die letzte Mondlandung, Apollo 17, fand 1972 statt. Auch wenn sich seither die Technologie deutlich weiterentwickelt hat, will sich die NASA absichern. 

Wie Eric Berger von Ars Technica schreibt, haben SpaceX und die NASA bereits beim Design des Dragon-Raumschiffs eine ähnliche Diskussion geführt. Die Crew Dragon sollte eigentlich nur Touchscreens erhalten. Das ließ die NASA aber nicht zu und verlangte, dass "Joysticks" integriert werden, mit denen die Astronauten notfalls eingreifen können.  

Kompromiss

Damals konnte der ehemalige NASA-Astronaut Garrett Reisman, der inzwischen bei SpaceX tätig ist, einen Kompromiss aushandeln. Die Astronauten können die Crew Dragon jetzt über den Touchscreen manuell steuern. 

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So stellt sich SpaceX die Rückkehr zum Mond mit Landefähre und Rover vor

Allerdings sind die Crew Dragon und der Mondlander schwer vergleichbar, heißt es im neuen NASA-Bericht. Während das Raumschiff bereits als Frachtfähre zur ISS im Einsatz war, konnte die Technologie über einen längeren Zeitraum erprobt und perfektioniert werden. Der Mondlander allerdings hat keine solche Basis, weshalb es umso wichtiger sei, sich nicht nur auf die Automatisierung zu verlassen. 

Der Bericht ist kurz vor der "Critical Design Review" erschienen. Hier wird sich entscheiden, welche Design-Vorschläge von SpaceX und Blue Origin in die nächste Planungsphase gehen. Wie Blue Origin die manuelle Steuerung umsetzt, wird im Bericht nicht beschrieben. 

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