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Ultraschall statt MRT: Midjourney will Ganzkörperscans zum Wellness-Erlebnis machen

Wer schon einmal beim MRT war, kennt die etwas klaustrophobische Erfahrung: Man liegt eingezwängt in einer Röhre, während rundherum dumpf dröhnende Maschinengeräusche zu hören sind. Dabei denkt man an vieles – aber Wellness kommt da vermutlich den wenigsten in den Sinn.

Genau das will Midjourney aber ändern: Der KI-Bildgenerator des Unternehmens war 2022 einer der ersten seiner Art. Zusammen mit Stable Diffusion und DALL·E, den OpenAI später direkt in ChatGPT integrierte, galt der Bildgenerator als Leader. Dann wurde es recht still. Im Herbst kam das KI-Unternehmen dann wegen eines Rechtsstreits um Copyrightverletzungen in die Schlagzeilen. In den Bestenlisten der Bildgeneratoren sucht man Midjourney inzwischen vergeblich.

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Wellness 2.0 aus dem Silicon Valley

Mit einer schrägen Zukunftsvision meldet sich das Unternehmen jetzt zurück: Midjourney baut sein Geschäft radikal um – und entwickelt medizinische „Wellness“-Geräte, die in 60 Sekunden einen Ganzkörper-Ultraschall durchführen. Die Geräte will Midjourney in Spas anbieten, die es selbst betreibt. „Wir haben von etwas geträumt, das so leistungsstark wie ein MRT und gleichzeitig so unkompliziert wie ein Spa-Besuch ist“, sagt das Unternehmen.

Veröffentlichte Bilder zeigen Wellness-Paläste in Gold- und Sandfarben. Der Scanner soll das Herzstück sein, gleichzeitig wird es dort planmäßig aber auch klassische Spa-Anlagen wie Whirlpools, Saunen oder Eisbäder geben. „Es sollte ein Ort sein, an den man gerne geht, ob allein oder mit Freunden. Er sollte rund um die Uhr zugänglich sein“, erklärt Midjourney. Anders als in einem sterilen MRT-Labor sollen die Körperscans dort nicht im Vordergrund stehen, sondern nebenher passieren. „Man denkt beim Spa-Besuch kaum daran. Doch plötzlich verfügt man über eine riesige Datensammlung zu seiner Gesundheit“, erklärt Midjourney im Blog.

Das Wellness-MRT kann man sich so vorstellen: Frisch aus der Sauna steigt man auf eine Plattform. Diese senkt sich dann mit einer Geschwindigkeit von 4 Zentimetern pro Sekunde durch einen ringförmigen Scanner in einen Wassertank ab.

Der Ring enthält 40 Ultraschallmodule mit je 8.960 sandkorngroßen Transducern, die bei Stromzufuhr Ultraschallwellen erzeugen und aussenden. Diese Technologie heißt Ultrasound-on-a-Chip und wurde von einem Unternehmen namens Butterfly Network entwickelt.

30 Sekunden pro Scan

Die ausgesandten Wellen werden vom Körper reflektiert und zu mehrstufigen Ultraschallbildern kombiniert. Es entstehe eine „3D-Karte des Körpers bis auf den Bruchteil eines Millimeters genau, die den heutigen MRTs sehr ähnlich sieht, aber mit fast hundertfacher Geschwindigkeit erstellt wird“, erklärt das Unternehmen. Ein einzelner Scan soll nur eine halbe Minute dauern, während ein klassisches MRT 30 Minuten bis zu einer Stunde benötigt.

Midjourneys eigentliche Expertise, KI-Bildmodelle, kommt aber erst danach bei der Auswertung der Bilder zum Tragen. Aus einem einzelnen Scan kann Midjourney angeblich Organe, Knochen und verschiedene Arten von Körpergewebe analysieren. 21 Server sollen die Bilder dann mit einer Rechenleistung von 2 Petaflops auswerten. Am Ende soll eine 3D-Karte des inneren menschlichen Körpers entstehen.

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Das erste Spa will Midjourney bereits 2027 in San Francisco eröffnen. Erst danach will das KI-Unternehmen für das Gerät eine Zulassung bei der Food and Drug Administration erhalten - vielleicht ein weiterer Grund, das Gerät vorher im Wellness-Bereich anzubieten. 2028 will Midjourney mit einer 3. Generation eine neue Variante des Scanners vorstellen, die mit echten MRTs mithalten kann. Das Ziel des Unternehmens ist es, 50.000 dieser Scanner zu betreiben, die alle Menschen der Erde durchleuchten sollen.

Diese Renderings zeigt Midjourney vom Spa.

Wo bleibt der Arzt? 

Zugegeben, es klingt gut: Statt in eine sterile Arztpraxis, in der es nach Desinfektionsmitteln riecht, geht man einfach in ein nach Eukalyptus duftendes Spa. Man entspannt sich nach dem langen Arbeitstag und macht nebenbei ein MRT. 

Auffällig ist aber, dass Midjourney Ärzte nur als Randnotiz erwähnt – sie haben im Hightech-Spa anscheinend keinen nennenswerten Platz. Außerdem werden sie gleich mit KI auf eine Ebene gestellt: „Ob wir mit Ärzten oder KI sprechen – letztendlich hängt alles, was wir mit unserer Gesundheit tun, davon ab, über Daten zu verfügen und ein Bewusstsein für unseren Körper zu haben“, schreibt Midjourney. 

Menschliche Expertise ist in den Wellness-MRT-Burgen anscheinend weniger gefragt  – die zentrale Figur ist nicht mehr der Arzt, sondern der Scanner. Dabei ist auch heute in der Medizin der Datenmangel oft nicht das eigentliche Problem, sondern die richtige Interpretation. Und Midjourney muss erst beweisen, wie gut seine KI sich hier schlägt.

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Jana Unterrainer

Interessiert sich nicht nur dafür, was Technologie kann, sondern auch was sie mit uns macht. Sie schreibt am liebsten über KI, Digitale Trends und Wissenschaft.

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