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Tödliches Virus: Warum Forscher Wale mit Drohnen verfolgen

In den vergangenen Jahren sind ungewöhnlich viele Wale gestrandet. Ein Grund dafür könnten Viren oder Bakterien sein. 

Ein Forschungsteam hat nun mithilfe von Drohnen zum ersten Mal ein potenziell tödliches Virus bei Walen oberhalb des Polarkreises nachgewiesen. Die Studie dazu wurde im Journal BMC Veterinary Research veröffentlicht. 

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Drohnen für die Forschung 

Weil Wale sehr schwer zu untersuchen sind, mussten sich die Forschenden etwas Besonderes einfallen lassen. Sie haben herkömmliche Drohnen genutzt, sind damit in einer Höher zwischen 0,5 und 3 Metern über die Blaslöcher von Walen geflogen und haben Tröpfchen des Atems mit einer Petrischale eingesammelt. Die Tröpfchen wurden anschließend analysiert. 

Um Viren bei Walen nachzuweisen, war man bisher auf Proben von gestrandeten, toten Tieren angewiesen.  „Die Probenahme mit Drohnen ist eine bahnbrechende Neuerung. Sie ermöglicht es uns, Krankheitserreger in lebenden Walen ohne Stress oder Schaden zu überwachen und liefert wichtige Erkenntnisse über Krankheiten in den sich schnell verändernden Ökosystemen der Arktis“, sagt Terry Dawson, der an der Studie mitgearbeitet hat. 

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Virus zum ersten Mal in dieser Region nachgewiesen 

Mithilfe der Drohnen konnte das Cetacean Morbillivirus bei einem Pottwal nachgewiesen werden. Außerdem wurde es bei einem gestrandeten Grindwal im Rahmen einer Biopsie gefunden. Das Virus kann grundsätzlich Wale und Delfine befallen und zu schweren Schädigungen der Atemwege, des Immun- und Nervensystems führen. 

Wale sind besonders geeignet, um die Verbreitung von Krankheitserregern im Nordostatlantik zu überwachen. Buckelwale nutzen zum Beispiel vorhersehbare Routen im Nordostatlantik und schwimmen bis in die Karibik. Im Rahmen der Studie wurde auch ein Herpesvirus bei 5 Buckelwalgruppen nachgewiesen. “Unsere Ergebnisse zeigen, dass minimalinvasive Probenahmen, insbesondere Blasproben, für die Überwachung von Krankheitserregern bei frei lebenden Walen eingesetzt werden können”, schreiben die Forschenden. 

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Ein Pottwal mit einer hohen Belastung durch Hautparasiten 

Auf der Suche nach weiteren Viren 

Diese neue Methode könnte dazu beitragen, die Tiere besser zu schützen und Bedrohungen wie Viren schneller zu erkennen. Besorgt sind die Forschenden auch, weil Wale während der Nahrungsaufnahme mit vielen anderen Tieren in Kontakt kommen. Viren könnten so nicht nur auf andere Wale, sondern auch auf Seevögel übertragen werden. Durch den Walbeobachtungstourismus könnten aber auch Menschen in Kontakt mit infizierten Tieren kommen. 

Nun braucht es weitere Studien dieser Art, schlussfolgern die Forschenden. „In Zukunft liegt die Priorität darauf, diese Methoden weiterhin für die Langzeitüberwachung einzusetzen, damit wir verstehen können, wie sich mehrere neu auftretende Stressfaktoren in den kommenden Jahren auf die Gesundheit der Wale auswirken werden“, sagt Helena Costa, die Hauptautorin der Studie. 

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Sandra Czadul

Begeistert von Wissenschaft und stets auf der Suche nach Ideen, die uns voranbringen.

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