Symbolbild: Frau mit Smartphone
Proton Meet: Verschlüsselte Teams-Alternative aus Europa im Test
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind Zoom, Teams und Co. für viele Menschen zum Büroutensil geworden. Die Möglichkeit, unabhängig von Gerät und Standort, Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Ort per Video zu versammeln, hat den Arbeitsalltag stark verändert.
Wer ein Video-Meeting mit einer großen Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern veranstalten möchte, hat keine sonderlich große Auswahl. Zoom, Microsoft Teams und schon etwas abgeschlagen Google Meet sind die gängigsten Anwendungen in diesem Bereich.
Neben der ausschließlich amerikanischen Herkunft ist auch das Thema Datenschutz und Sicherheit bei den genannten Anwendungen ein nicht zu unterschätzendes Problem. Das Schweizer Unternehmen Proton möchte mit Meet genau hier ansetzen.
Meetings ohne App und Konto
Zur Verfügung steht Meet auf allen gängigen Plattformen. Neben Windows, macOS und Linux sind auch iOS und Android am Start. Eine Web-App für den schnellen Zugriff ohne Download ist ebenso erhältlich. Laden wir die Proton-App herunter, ist der Einstieg denkbar einfach.
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Ohne Registrierung können wir über den Button „Create Meeting“ direkt mit einer Videokonferenz loslegen. Eingeben müssen wir nur einen beliebigen Namen, der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern angezeigt wird. Vor dem Start ins Meeting können wir noch Kamera und Mikrofon ein- bzw. ausschalten.
Nach einem erneuten Tippen auf „Create Meeting“ landen wir im von uns erstellten Call. Hier wird uns automatisch ein Link bereitgestellt, den wir mit anderen teilen können.
© futurezone/Screenshot
Vertrautes Handling
Bei der Oberfläche, der wir im Call begegnen, hat Proton das Rad nicht neu erfunden. Wer bereits mit Anwendungen wie Zoom gearbeitet hat, wird sich rasch zurechtfinden. In das von Proton bekannte Lila getaucht, bedecken die Kacheln aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Großteil des Bildschirms.
Am unteren Rand gibt es Buttons für Kamera, Mikrofon und Lautsprecher, zum Auflegen sowie einen Menüpunkt, mit dem wir Zugriff auf weitere Einstellungen, die Teilnehmerliste und den Chat erhalten. Hier finden wir auch die Option, unseren Bildschirm zu teilen.
Sind wir nicht Ersteller des Meetings, können wir entweder über den Link oder direkt eingeladen werden. Die im Link enthaltene ID sowie das Passwort erlauben direkten Zugriff auf das Meeting, auch ohne App oder Account.
Einschränkungen, auch mit Account und Abo
Neben der Möglichkeit, sofort Meetings zu starten, bietet Meet natürlich auch eine Option zur Vorausplanung von Calls. Um Meetings zu planen braucht es aber die Anmeldung mit einem kostenlosen Account. Gleiches gilt für das Feature „Rooms“, mit dem wir persönliche und allgemeine Räume erstellen können. Hier können wir Personen einladen bzw. die Links dazu teilen, sodass Eingeladene jederzeit kommen und gehen können.
Räume eignen sich zum Beispiel für projektbezogene Arbeiten, die unregelmäßig Zusammenkünfte erzeugen. Sind wir mit einem kostenlosen Proton-Konto unterwegs, kommt eine weitere Einschränkung hinzu. Pro Meeting sind die Unterhaltungen nämlich auf 60 Minuten und die Teilnehmeranzahl auf 50 Personen beschränkt.
Wer mehr braucht, hat mehrere Premium-Abos zur Auswahl. Der Professional-Plan um 7,99 Euro pro Monat fokussiert sich rein auf Meet und bietet 24 Stunden Meetings sowie bis zu 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zudem können Meetings lokal aufgezeichnet werden.
Im Workspace-Abonnement (19,99 Euro im Monat) steigert sich die maximale Teilnehmeranzahl auf 250 Personen. Außerdem sind weitere Tools inkludiert, wie Mail, VPN, Drive und Docs.
© Proton AG
Zentrale Server statt P2P
Ein Punkt, der von Proton immer wieder hervorgehoben wird, ist der Fokus auf Datenschutz und Sicherheit. Statt auf Peer-to-Peer zu setzen, laufen die Unterhaltungen über zentrale Server. Das bringt den Vorteil, dass keine IP-Adressen an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verraten werden. Die Kommunikation zwischen Geräten und Server muss aber trotzdem abgesichert sein.
Proton setzt hier laut eigenen Angaben auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Zusätzlich werden keine Metadaten gespeichert, die Teilnahme an Meetings kann immer anonym erfolgen.
Um während der Unterhaltungen unerwünschte Gäste zu verhindern, kann das Meeting geschlossen werden, sodass selbst mit Link kein Beitritt mehr möglich ist. Ein ebenso wichtiger Punkt ist die Server-Infrastruktur von Proton, die sich wie der Unternehmenssitz in Europa befindet.
Fazit
Proton Meet positioniert sich vom Start weg als starke Alternative zu Zoom und Teams. Die unkomplizierte Nutzung ohne Account- oder App-Zwang macht den Einstieg kinderleicht. Durch den zwanglosen Zugang ist das Einbinden von Personen auch außerhalb des Proton-Ökosystems kein Problem.
Das Zeitlimit für kostenlose Konten ist mit 60 Minuten etwas niedrig angesetzt. Allerdings reicht es, wenn der Einladende ein Premium-Abo hat, um die Zeit zu verlängern. Die Gäste benötigen kein kostenpflichtiges Abo.
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