FILE PHOTO: A smartphone is seen in front of a screen projection of Spotify logo, in this picture illustration

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B2B
02/05/2020

Spotify bezahlt Nutzerwachstum mit hohem Verlust

Der Musik-Streaming-Dienst hat mehr Nutzer als erwartet, der Nettoverlust 2019 war aber doppelt so hoch wie im Jahr zuvor.

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify hat im Jahr 2019 trotz Konkurrenz von Apple und Amazon noch mehr Nutzer gewonnen als geplant. Auch die Zahl der kostenpflichtigen Premium-Abos legte weiter zu, wie das Unternehmen am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Trotz steigender Umsätze steckt Spotify allerdings weiter tief in den roten Zahlen. Der Nettoverlust fiel mit 186 Millionen US-Dollar (168 Mio. Euro) sogar mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr.

31 Prozent mehr Zuhörer

Im vierten Quartal kam Spotify auf 271 Millionen monatlich aktive Zuhörer und übertraf damit sein erst im Herbst angehobenes Ziel von bis zu 270 Millionen leicht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Zuwachs von 31 Prozent. Die meisten Spotify-Nutzer greifen nach wie vor auf die Gratis-Version des Dienstes mit Werbung und einem eingeschränkten Funktionsumfang zu.

Die Zahl der zahlenden Premium-Nutzer wuchs mit 29 Prozent auf 124 Millionen nicht ganz so stark, lag aber im oberen Bereich der Zielspanne. Im Vergleich zum dritten Quartal belief sich der Zuwachs hier auf 10 Prozent. Im ersten Quartal rechnet Spotify insgesamt mit Premium-Abonnenten in einer Bandbreite zwischen 126 und 131 Millionen und trifft damit die Schätzungen von 128 Millionen. Apple Music hat derzeit rund 60 Millionen zahlende Abonnenten, Amazon Music Unlimited wuchs zuletzt auf 55 Millionen Kunden.

Gestiegene Marketing-Kosten

Im Gesamtjahr steigerte Spotify seinen Umsatz zwar um fast 29 Prozent auf 6,76 Mrd. Dollar. Gestiegene Kosten vor allem für Marketing und Entwicklung ließen den operativen Verlust allerdings von 43 auf 73 Mio. Dollar steigen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen zudem von einer Steuergutschrift profitiert, während es diesmal Steuern bezahlen musste. So musste Spotify besonders in Schweden zusätzliche Steuern für die Ausgabe von Aktien an die Belegschaft bezahlen, weil sich der Aktienkurs in 2019 positiv entwickelt hatte.

Im laufenden Jahr will Spotify die Zahl der monatlich aktive Zuhörer auf 328 bis 348 Millionen steigern, darunter bis zu 153 zahlende Abonnenten. Trotz des geplanten Umsatzwachstums erwartet das Unternehmen für das Jahr 2020 sogar einen noch höheren Verlust von bis zu 250 Millionen Euro. "2020 wird ein Investitionsjahr", heißt es in dem Brief von Spotify an die Aktionäre.