Spotify

© REUTERS / CHRISTIAN HARTMANN

Digital Life
12/06/2019

Spotify-Jahresstatistiken sorgen für Diskussionen über Musikereinnahmen

Spotifys Statistiken für die vergangenen zehn Jahre sorgte für Diskussionen um die Streaming-Einnahmen der Musiker.

Spotify hat seine Statistik für die vergangene zehn Jahre veröffentlicht. Die Songs des US-Musikers Drake landeten mit 28 Milliarden aufrufen auf Platz eins, Ed Sheeran, Post Malone, Ariana Grande und Eminem belegten die Plätze 2 bis 5. Der Streaming-Anbieter veröffentlichte allerdings noch weitere Statistiken, die das Unternehmen Musically zum Anlass genommen hat, die Einnahmen von Musikern zu berechnen.

Der Statistik nach wurden die Songs von über 1,2 Millionen Künstlern jeweils mehr als 100 Stunden gehört. Die Songs der 169.000 erfolgreichsten Künstler wurden jeweils 10.000 Stunden gehört. Wenn in einer Stunde etwa 15 Songs abgespielt werden, dann wurden die Songs der 1,2 Millionen Künstler in den 10 Monaten, die in die Wertung einflossen, 1.500 Stunden gespielt. Die der 169.000 Künstler wurden in derselben Zeit 150.000 Mal abgespielt. Musically rechnet mit einem Verdienst von 0,37 US-Cent pro Stream. Das bedeutet für die 1,2 Millionen Künstler einen Jahresverdienst von 5,55 US-Dollar und für die 169.000 Musiker immerhin noch 555 US-Dollar. 

Durchschnittswert

Natürlich ist diese Rechnung nur ein Durchschnittswert, der nicht einkalkuliert, dass die Top-Musiker wie Post Malone, Billie Eilish und Ariana Grande deutlich mehr mit Streaming verdienen dürften. Die Musiker, deren Lieder zwar für mehr als 100 Stunden gehört wurden, verdienen allerdings nach dieser Rechnung nur eine winzige Summe. Dieses Problem wollen Musically und der Twitter-Nutzer "Spotify Warped" öffentlich machen.

Spotify Warped errechnet anhand der von Twitter-Nutzern geteilten Streaming-Zeiten, wie viel Geld die Musiker in diesem Jahr durch diesen Nutzer verdient haben.

Auch die Musikjournalistin Eve Barlow kommentierte auf Twitter: "Sobald wir damit fertig sind, zufrieden und schockiert über die vielen Minuten zu sein, die wir mit Spotify in der vergangenen Dekade verbracht haben, sollten wir darüber nachdenken, wie winzig die Beträge sind, die Spotify den Künstlern, die wir lieben, ausgezahlt hat." 

Spotify äußert sich nicht genauer zu den Auszahlungen an die Künstler. Auf seiner Website schreibt das Unternehmen, es sei ihre Mission "Milliarden von Künstlern die Möglichkeit zu geben, von ihrer Kunst zu leben". Weiters heißt es: "Wir sind der größte Umsatzträger im Musikgeschäft". An die Rechtehalter der Songs seien seit der Gründung 2006 mehr als 13 Milliarden Euro ausgezahlt worden.