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B2B
06/22/2019

Spotify verlangt Geld von Musikern zurück

Aufgrund neuer Tantiemen-Regeln in den USA hat Spotify Künstlern 2018 angeblich zu viel bezahlt.

Musik-Streaming-Dienste müssen in den USA Musiker künftig besser entlohnen. Dies hat das US Copyright Royalty Board (CRB) kürzlich bekannt gegeben. Im Vergleich zu heutigen Werten können Künstler bis 2022 um bis zu 44 Prozent mehr Tantiemen erwarten. Die unmittelbaren Auswirkungen der neuen gesetzlichen Bestimmungen dürften die Rechteinhaber aber weniger freuen. Spotify verlangt nämlich zunächst Geld zurück.

Neue Berechnungsschlüssel

Der größte Musik-Streaming-Anbieter führt dies auf neue Schlüssel zurück, mit denen Rabatte für Familien- und Studenten-Abos berechnet werden. Im Vergleich mit der früheren Berechnungsmethode hat Spotify im Jahr 2018 mehr gezahlt, als es müsste. Das Geld wird nun zurückverlangt. Künstler müssen die Summen allerdings nicht sofort überweisen. Die zuviel ausbezahlte Summe wird optional bei der Tantiemen-Abrechnung 2019 abgezogen.

Kritik...

Die Musikindustrie ist klarerweise nicht glücklich über den Schritt. Sie wirft Spotify vor, zunächst die neuen Regeln des CRB bekämpft zu haben und nun - zunächst - davon zu profitieren. Spotify wiederum sieht sich klar im Recht, wie Music Business Worldwide berichtet: "Unser Einspruch gegen die neuen CRB-Regeln wird noch verhandelt, die Raten, die das CRB festgesetzt hat, sind jedoch bereits Gesetz und wir halten uns daran."

... zurückgewiesen

Der Streaming-Dienst räumt ein, dass die Tantiemen durch die neuen CRB-Regeln in den kommenden Jahren ohnehin "signifikant ansteigen" werden. Um die Geldbörsen der Rechteinhaber zu schonen, habe man sich außerdem für besagte Zahlungsoption entschieden: "Statt die Überzahlung 2018 sofort zu kassieren, bieten wir an, die Frist bis Ende 2019 zu verlängern, um die Auswirkungen der Anpassung auf Musikverleger zu minimieren."