Drei Screenshots von TikTok, die den "Chinese werden"-Trend aufgreifen.

Drei Screenshots von TikTok, die den "Chinese werden"-Trend aufgreifen.

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Digital Life

“Chinesisch werden” erobert TikTok im Sturm

Sie schlürfen Nudeln aus Schalen, dämpfen Äpfel oder zeigen ihre Pantoffeln – und damit liegen sie offenbar gerade im Trend. Denn auf TikTok wird es seit einiger Zeit cool, sich „chinesisch“ zu verhalten. Unter Suchbegriffen wie „becoming Chinese“ findet man etliche dieser Videos. Fest steht: Am neuen Hype um chinesische Lebensweisen kommt man derzeit kaum vorbei. 

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Labubu als Wendepunkt

Komplett überraschend kommt es nicht, dass das „chinesisch sein“ plötzlich trendy ist: Während man im Westen über China vor allem die Nase rümpfte („Sie können nur billige Produkte kopieren“) und das Land oft als rückständig belächelt hat – verändert sich das seit einiger Zeit: Am Labubu kam man 2025 nicht vorbei. Die garstig-süß schauenden Plüschpuppen waren für China ein Soft-Power-Moment, denn kaum war zuvor ein Produkt aus China so gehypt und begehrt. Der Labubu zeigte, dass China nicht nur wirtschaftlich und militärisch an Stärke gewonnen hat, sondern auch kulturell begehrenswert wird.

Experimente mit chinesischer Kultur

Die TikToker gehen jetzt aber noch einen Schritt weiter. Neben chinesischen Produkten wie Labubus oder Makeup (Douyin) experimentieren sie jetzt offenbar auch mit Teilen der chinesischen Lebensweise. Und man kann davon ausgehen, dass diese neu geweckte China-Begeisterung weiterwächst. 

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Kürzlich startete etwa die chinesisch-amerikanische TikTokerin Sherry Xiiruii einen Aufruf: „Morgen wirst du Chinese. Ich weiß, das klingt einschüchternd, aber es hat keinen Sinn, sich jetzt dagegen zu wehren – du bist der Auserwählte.“ Ihr Video hat 1,7 Mio. Aufrufe.

"A very Chinese Time"

„Chinesisch werden“ ist inzwischen auch zu einem Meme geworden, für das ein berühmtes Zitat aus dem Film Fightclub adaptiert wurde: „You Met Me At A Very Chinese Time in My Life“ (Im Original: „You met me at a very strange time in my life“). Was es genau heißt, weiß keiner – es bleibt bewusst Interpretationsspielraum. Aber man kann es so verstehen, dass das Eintauchen in chinesische Lebensweise zwar Unbehagen hervorruft („strange“ zu „Chinese“), aber trotzdem zu spannend ist, um damit aufzuhören.

Der Trend ruft aber auch Kritiker auf den Plan, die finden, dass es kulturelle Aneignung sei, wenn sich Westler „chinesisch“ verhalten. Das Feedback von chinesisch-stämmigen TikTokern fällt jedoch oft positiv aus. Es bleibt spannend, wie sich das neugeweckte, popkulturelle Interesse an China weiterentwickelt. 

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Jana Unterrainer

Interessiert sich nicht nur dafür, was Technologie kann, sondern auch was sie mit uns macht. Sie schreibt am liebsten über KI, Digitale Trends und Wissenschaft.

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