Die App “Bist du tot?” folgt einem gesellschaftlichem Trend zu mehr Single-Haushalten: Bis 2030 könnten bis zu 200 Millionen Chinesen alleine leben.
“Bist du tot?” App für alleinlebende Menschen boomt in China
Eine im Vorjahr veröffentlichte App ist überraschend an die Spitze der chinesischen Download-Charts in Apples App Store geklettert – sie heißt Si Le Me (死了么), was so viel heißt wie “Tot oder nicht?” oder “Bist du tot?”.
Mithilfe der App kann man Kontaktpersonen mitteilen, ob man noch am Leben ist. Laut dem chinesischen Staatsmedium China Daily wurde die kostenpflichtige App als Sicherheitstool für Menschen entwickelt, die alleine leben. Regelmäßig melden die Nutzer, dass sie leben. Diese Info wird dann an einen hinterlegten Notfallkontakt weitergeleitet. Nach 2 Tagen ohne Bestätigung sendet die App automatisch eine Warnung an diesen.
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Im Apple App Store ist Si Le Me in der Kategorie kostenpflichtige Apps auf dem ersten Platz. Sie kostet 8 Yuan (ca. 1 Euro).
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Für introvertierte und depressive Menschen
Die Zahl der Singlehaushalte wächst in China schnell: Laut der Global Times könnten bis 2030 bis zu 200 Millionen Chinesen alleine leben. Das wären über 30 Prozent der Bevölkerung. „Menschen, die allein leben, brauchen in jeder Lebensphase so etwas. Ebenso wie Introvertierte, Menschen mit Depressionen, Arbeitslose und andere in prekären Lebenslagen“, meinte ein Nutzer in den chinesischen sozialen Medien, berichtet die BBC.
Während viele in China die Funktion der App für Single-Haushalte durchaus für sinnvoll erachten, sorgt ihr provokativer Name für Debatten: Viele finden, dass die Bedeutung zu negativ konnotiert ist.
Vorschläge zur Namensänderung
Es gibt deshalb den Vorschlag, dass man die App zu “am Leben oder nicht” umbenennen könnte. Die App-Entwickler glauben aber, dass der jetzige Name der App auch zu einem positiveren Verhältnis zum Tod beitragen könnte, weil Sterblichkeit in China als Tabu-Thema gilt.
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Während die App bereits von sehr vielen Chinesen genutzt wird, gibt es dabei auch immer wieder Pannen: So soll es etwa immer wieder vorkommen, dass Nutzer auf das Bestätigen vergessen und ihre Notfallkontakte deshalb fälschlich gewarnt werden. Es gibt auch Vorschläge, wonach man Herzdaten-Monitoring und automatische Alarme ermöglichen könnte. Ein umfassenderes Nutzerfeedback dazu, wie hilfreich die App ist, steht bislang noch aus.
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