Coyote 3NK
Coyote 3NK lässt Drohnen nur durch Vorbeifliegen abstürzen
Feuer mit Feuer bekämpfen: Dieses Sprichwort kann auch auf Drohnen umgelegt werden. Vor 2022 experimentierten Behörden etwa mit Drohnen, die ihre Artgenossen mit Netzen einfangen sollten.
Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurde die Gangart deutlich rauer. Um Kamikaze-Drohnen vor dem Erreichen des Ziels zu zerstören, werden sie von anderen Drohnen gerammt, gesprengt oder mit Schrotmunition beschossen.
Der Rüstungshersteller Raytheon erweitert diese Möglichkeiten um die Coyote Block 3NK. In einem Video ist zu sehen, wie die Abwehrdrohne scheinbar von Geisterhand Shahed-ähnliche Fluggeräte und Quadcopter-Schwärme abstürzen lässt.
Wiederverwendbar
Das Video entstand bei einer Vorführung für die US Army. Darin ist die Coyote Block 3NK zu sehen. NK steht für Non-Kinetic. Dies soll den Unterschied zur Coyote Block 2 und Block 2+ deutlich machen, die einen explosiven Gefechtskopf mit Splitterwirkung haben.
Weil Block 3NK nicht explodiert, sondern einfach nur an seinen Zielen vorbeifliegt, ist sie im Gegensatz zu Block 2 wiederverwendbar. Dazu landet sie nicht einfach am Boden, sondern in einem aufgestellten Netz, damit sie nicht beschädigt wird.
Mikrowellenwaffe an Bord?
Wie genau Block 3NK funktioniert, hat Raytheon noch nicht verraten. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Gefechtskopf Mikrowellen nutzt, elektronische Kriegsführung oder eine Kombination aus beiden. Mikrowellenwaffen senden Mikrowellenimpulse aus. Innerhalb der effektiven Reichweite dieser Waffen werden die elektronischen Systeme des Ziels zerstört. Das ist derselbe Effekt wie bei einem elektromagnetischen Impuls (EMP).
Bei elektronischer Kriegsführung kommen meist Jammer zum Einsatz. Diese senden starke Signale auf Funkfrequenzen und den Frequenzen für Satellitennavigation aus. Wird eine Drohen dadurch getroffen, verliert sie den Kontakt zum Drohnenpiloten bzw. zum GPS-Signal und kann nicht mehr navigieren.
Viele Drohnen haben für solche Fälle Sicherheitssysteme, damit sie beim Signalverlust entweder eine Weile schweben, bis das Signal wieder da ist, oder zu einer kontrollierten Landung ansetzen. Im Video purzeln die Multicopter aber regelrecht vom Himmel, was eher für eine Mikrowellenwaffe spricht.
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Kompakter mit höherer Reichweite
Es gibt mehrere Unternehmen, die Mikrowellenwaffen entwickeln. Die sind aber noch relativ groß und sperrig, vor allem, wenn sie eine hohe Reichweite (5 km+) haben. Coyote Block 3NK kann hingegen aus standardisierten Launchern starten, oder wie Block 2 aus Containern. Auch ein mobiler Einsatz, etwa auf Schiffen oder Fahrzeugen, ist möglich.
Laut Raytheon können sich die Coyotes untereinander vernetzen. Dadurch sollen sie sich „absprechen“ können, welche Coyote welches Ziel angreift, was besonders bei Attacken durch mehrere Drohnen aus mehreren Richtung sinnvoll ist. Zudem soll eine einzelne Block 3NK während ihres Fluges mehrere Drohnen an verschiedenen Orten neutralisieren und im Zielgebiet patrouillieren können, bis feindliche Drohnen auftauchen.
Technische Daten noch unbekannt
Wie gut das funktioniert, hängt von der Reichweite und maximalen Flugdauer ab. Beides hat Raytheon bisher noch nicht für Block 3NK verraten. Bei Block 2+ beträgt die Loitering Time, also die Zeit, die sie kreisen kann, bis sie ein Ziel angreift, lediglich 4 Minuten. Die maximale Reichweite beträgt 15 km.
Coyote Block 2
© Raytheon
Block 2 nutzt aber 4 Düsentriebwerke, Block 3NK nur eines. Zudem hat Block 3NK Flügel, wodurch eine stabilere Flugbahn bei niedrigeren Geschwindigkeiten, um damit eine höhere Loitering Time, möglich wird.
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