Kampfflugzeug-Konzept SM-39 Razor mit futuristischem Design fliegt über Wüstenlandschaft.

SM-39

© Stavatti
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Militärtechnik

SM-39: Bizarrer Kampfjet soll „Superflieger” F-47 haushoch überlegen sein

„Die F-47 wird das beste, tödlichste Flugzeug sein, das jemals gebaut wurde“, sagte US-Präsident Donald Trump stolz im März 2025. Sie wird der nächste Stealth-Fighter der US Air Force und womöglich der weltweit erste Kampfjet der 6. Generation, der in Dienst gestellt wird.

Ein Tarnkappen-Kampfflugzeug fliegt durch dichte, dunkle Wolken mit beleuchtetem Cockpit.

Offizielles Renderbild der F-47.

Wenn es nach Stavatti geht, ist die Boeing F-47, die bisher nur als verhüllte Grafik gezeigte wurde, aber schon wieder Schnee von gestern. Denn die SM-39 Razor „wurde designt, um die Mission der F-47, F-22, F-15, F/A-18E/F und die der außer Dienst gestellten F-14 Tomcat, A-5 Vigilante und A-6 Intruder zu übernehmen.“

Schneller, besser, billiger

Die SM-39 soll nicht nur schneller und besser bewaffnet sein als die F-47, sondern auch bessere Stealth-Eigenschaften haben und weit weniger kosten. Sie hat 2 Triebwerke und kann mit einem oder 2 Piloten oder autonom fliegen. Bomben und Raketen werden in 2 internen Waffenschächten untergebracht. Auf ein Seitenleitwerk wird verzichtet, die SM-39 ist also, wie möglicherweise auch die F-47, ein Tailless-Flugzeug.

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Dann enden aber auch schon die optischen Gemeinsamkeiten – nicht nur zur F-47, sondern zu so ziemlich allen Kampfflugzeugen. Der Rumpf ist 3-teilig, mit 2 Flügeln, die spitz nach vorne ragen. Die SM-39 sieht dadurch mehr wie ein Raumschiff oder Batmans Batwing aus als ein Kampfjet.

Diese Form soll Geschwindigkeiten von über Mach 4 und Flüge in besonders großen Höhen ermöglichen. Stavatti bezeichnet seinen Kampfjet deshalb auch als „direktes Bindeglied zwischen Flugzeug und Kampf-Raumschiff“.

Zwei futuristische Tarnkappen-Kampfjets fliegen über einer Wolkendecke am Himmel.

SM-39

Bewaffnung, Laser inklusive

Als Bordkanone soll die übliche M61A2 Vulcan genutzt werden. Die Gatling Gun im Kaliber 20 mm wird u.a. derzeit in der F-15, F-16, F/A-18 und F-22 genutzt.

Die maximale Waffenlast der SM-39 beträgt 11,3 Tonnen. Alleine in den 2 internen Waffenschächten könnten etwa 6 Stück B-61-Atombomben (Mod 11/12) transportiert werden oder 34 GBU-39 Bomben. Deshalb kann der Jet laut Stavatti auch die Funktion eines Kampfbombers erfüllen.

An Hardpoints unter den Flügeln können weitere Waffen getragen werden. So könnten etwa insgesamt 10 Sidewinder oder 10 AIM-120 Luft-Luft-Raketen getragen werden.

SM-39: Mögliche Bewaffnung, mögliche Bewaffnungen als Grafik dargestellt

SM-39: Mögliche Bewaffnung

Neben konventionellen Waffen soll die SM-39 mit Energiewaffen bestückt werden. Diese könnten sowohl zusätzlich an Bord sein oder die M61A2 Bordkanone ersetzen. Die Stärke des Bordkanonen-Lasers soll über 150 kW liegen.

Das wäre ähnlich den Laserwaffen, die derzeit auf Kriegsschiffen installiert werden, um Drohnen und Raketen abzufangen. Laut Stavatti sollen bei der SM-39 die Laserwaffen sowohl offensiv als auch zur Abwehr von anfliegenden Raketen genutzt werden können.

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Stealth mit Chamäleon-Haut

Bei den Tarnkappeneigenschaften verspricht Stavatti nicht nur einen besonders niedrigen Radarquerschnitt, sondern auch ein aktives Hitzemanagement, wodurch die Infrarotsignatur gesenkt wird. Sie soll also nicht nur für das Radar unsichtbar sein, sondern auch für Infrarot-basierte Zielerfassungssysteme schwieriger zu finden sein, die bei modernen Kampfjets zum Einsatz kommen. Auch Infrarotsuchköpfe von Raketen sollen dadurch weniger effizient bei der Verfolgung der SM-39 sein.

Um die optische Sichtbarkeit zu reduzieren, soll die SM-39 eine „Active Skin Technology“ haben. Stavatti geht hier nicht ins Detail. Der Name suggeriert, dass sich die Farbe des Kampfjets automatisch der Umgebung anpasst, ähnlich wie die Haut eines Chamäleons die Farbe ändert. Schließlich soll auch noch ein aktives Schallunterdrückungssystem an Bord sein, dass das Aufspüren durch akustische Sensoren und Mikrofone verhindern soll.

Kampfflugzeug-Konzept SM-39 Razor mit futuristischem Design fliegt über einer Landschaft.

Stavatti SM-39

Die Preisfrage

Das i-Tüpfelchen obendrauf ist der Preis: 85 Millionen US-Dollar soll die SM-39 kosten. Bei der F-47 wird derzeit mit 250 bis 300 Millionen US-Dollar pro Stück gerechnet.

Eine F-35A kostet aktuell in etwa 82,5 Millionen US-Dollar. Selbst eine F/A-18F, ein seit 1995 gebauter Jet der 4. Generation ohne Stealth-Fähigkeiten, kommt derzeit auf über 70 Millionen US-Dollar. Die SM-39 wäre also ein regelrechtes Schnäppchen.

Nur Schall und Rauch?

Stavatti nennt die SM-39 zudem einen Next Generation Air Dominance Fighter, spricht damit also NGAD an. Die F-47 ist das Resultat des NGAD-Programms der Air Force. Die US Navy hat ebenfalls ein NGAD-Programm, das auch unter dem Projektnamen F/A-XX bekannt ist. Da Stavatti ebenso die F/A-18E/F erwähnt, die durch SM-39 ersetzt werden soll, könnte man meinen, dass die Razor bei der F/A-XX-Ausschreibung im Rennen ist.

Allerdings gibt es keinerlei Berichte, dass sich Stavatti jemals für NGAD der Navy oder der Air Force beworben hat. Nach aktuellem Stand sind für die F/A-XX derzeit noch Boeing und Northrop Grumman im Rennen.

Ein F/A-XX Kampfflugzeug steht auf dem Deck eines Flugzeugträgers.

Konzeptgrafik der F/A-XX von Northrop Grumman

Zwar könnte die SM-39 bisher gut geheim gehalten worden sein, aber die Geschichte von Stavatti spricht dagegen. Seit der offiziellen Gründung des Unternehmens im Jahr 1994, hat Stavatti laut New Atlas nur Konzepte veröffentlicht. Bisher wurde kein einziger Prototyp hergestellt und dementsprechend auch nie ein serienreifes Flugzeug.

Stellt sich die Frage, wie Stavatti überhaupt Geld verdient. Angeblich hat das Unternehmen Umsätze in der Höhe von 3 Millionen US-Dollar pro Jahr und 6 Mitarbeiter. Hier gibt es laut New Atlas den Vorwurf, dass sich Stavatti hauptsächlich mit Venture Capital finanziert, das es sich durch viele Versprechungen holt, die dann nicht eingehalten werden. Auch Steuertricks und staatliche Subventionen sollen angeblich bei der Finanzierung helfen.

Das alles trägt dazu bei, dass Stavatti den Ruf hat, Vaporware zu produzieren. Als Vaporware werden Produkte bezeichnet, die als besonders innovativ oder großartig angekündigt werden, aber nie oder stark verzögert erscheinen. Im Fall von Stavatti besteht der Verdacht, dass die Flugzeug-Konzepte nie mit dem Gedanken erstellt werden, dass tatsächlich etwas daraus werden könnte.

Kampfflugzeug mit Propeller und Raketenbewaffnung fliegt über einer Wolkendecke.

SM-27 Machete

Weitere Konzepte von Stavatti sind etwa die SM-27 Machete, ein Bodenangriffsflugzeug mit Heckrotor. Das Konzept für den Kampfjet SM-47 Super Machete, erinnert aufgrund der nach vorne gepfeilten Flügeln an die russische Su-47.

Kampfjet mit Tarnanstrich und Raketen fliegt über einer Wolkendecke.

SM-47 Super Machete

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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