Schiffe in der Straße von Hormus, aufgenommen am 22. April 2026 vom Oman aus.
Krypto-Scam lockt Schiffe in die Straße von Hormus
Erst am Mittwoch hat Iran laut Informationen der Nachrichtenagentur AP wieder auf Schiffe in der Straße von Hormus geschossen. Üblicherweise passieren etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls die Meerenge. Seit die USA und Israel am 28. Februar Iran angegriffen haben, ist die Wasserstraße seitens des Iran und mittlerweile auch seitens der USA blockiert.
Der Financial Times zufolge wollte Iran ab 8. April nach Zahlung einer Maut Frachtschiffen die Durchfahrt erlauben. Die Gebühr soll einen US-Dollar pro Barrel Öl betragen.
Davon haben sich jetzt offenbar Krypto-Scammer inspirieren lassen, wie Reuters meldet. Die griechische Risikobewertungsfirma Marisks hat demnach beobachtet, dass Unbekannte, die sich als iranische Behördenvertreter ausgeben, Transitgebühren in Kryptowährungen verlangen. Dabei handle es sich jedoch um einen Scam.
Betrogenes Schiff womöglich beschossen
„Nachdem Sie die Unterlagen vorgelegt haben und die iranischen Sicherheitsbehörden Ihre Berechtigung geprüft haben, können wir die zu entrichtende Gebühr in Kryptowährung (BTC oder USDT) festlegen. Erst dann kann Ihr Schiff die Meerenge zum vereinbarten Zeitpunkt ungehindert passieren“ zitiert Marisks eine der betrügerischen Aufforderungen.
Um welche Bitcoin- bzw. Tether-Beträge es sich hier handelte, ist unbekannt. Marisks geht davon aus, dass zumindest eines der beschossenen Schiffe, die am Samstag versucht hatten, die Meerenge zu verlassen, dem Betrug zum Opfer gefallen war.
➤ Mehr lesen: Behörde verliert beschlagnahmtes Krypto-Vermögen, weil sie das Passwort postet
Unübersichtliche Lage
Wie Philipp Belcher vom Branchenverband Intertanko gegenüber der BBC erklärte, sei aber auch eine Zahlung der „offiziellen“ iranischen Maut keine Option. Denn die iranischen Revolutionsgarden, die große Teile der Wirtschaftsaktivitäten des Landes beaufsichtigen, sind von EU und USA als Terrororganisation eingestuft worden. Man sollte vermeiden, mit Terrororganisationen zusammenzuarbeiten, so Belcher.
➤ Mehr lesen: US Army gibt revolutionäre „fliegende Mine“ XM204 für den Einsatz frei
Laut US-Verteidigungsministerium befinden sich in der Straße von Hormus Minen, die von iranischen Schiffen platziert wurden. Iran bestreitet dies, heißt es bei der Washington Post. Hunderte Schiffe mit ihrem Personal von etwa 20.000 Menschen stecken derzeit wegen der Blockade fest, heißt es bei Reuters.
Kommentare