Waymo-Auto (Symbolbild)
“Signifikante Gefahr für Sicherheit”: Rettungskräfte kritisieren Robotaxis
In San Francisco und Austin sind seit über einem Jahr Robotaxis der Alphabet-Tochter Waymo unterwegs. Man kann sie in der Waymo-App oder per Uber buchen und sich fahrerlos an sein Ziel bringen lassen.
Doch auch wenn das Unternehmen sein System als „den erfahrensten Fahrer der Welt“ beschreibt – die Fahrzeuge bleiben immer wieder im Straßenverkehr stecken. Rettungskräfte aus den beiden Städten schlagen nun Alarm, wie Wired berichtet.
Situation hat sich wieder verschlechtert
Wenn die Robotaxis z. B. nicht genug Raum zum Rangieren haben, bleiben sie aus Sicherheitsgründen einfach stehen. Wenn ein Waymo-Auto gar nicht mehr weiter weiß, holt es sich gegebenenfalls Hilfe von einem menschlichen Mitarbeiter, wie im Februar bekannt wurde. Auf 3.000 Fahrzeuge kommen jedoch nur 70 aktive Angestellte in Arizona, Michigan und in den Philippinen, wie TechCruch berichtete.
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Mitten im Straßenverkehr stehen zu bleiben, birgt teils ernste Risiken. „Waymo versperrt unseren Feuerwachen mittlerweile häufig den Zugang“, wird Patrick Rabbitt bei Wired zitiert. Er ist Leiter der Feuerwehr von San Francisco und kritisiert, dass Einsätze dadurch verzögert werden.
Mary Ellen Carroll, von der Abteilung für Notfallmanagement der Stadt San Francisco, stellte fest, dass die Robotaxis wieder mehr Verkehrsverstöße begehen: „Wir beobachten derzeit einen Rückschritt bei einigen Dingen, die sich schon verbessert hatten.“
Rettungseinsätze verzögert
Laut der Polizei von Austin erkennen die Waymos oftmals Handzeichen von Beamten nicht. „Sobald man den menschlichen Faktor dazubringt, fehlt den Fahrzeugen das soziale Bewusstsein dafür, wie sie sich verhalten sollen und sie erstarren“, erklärt William White von der örtlichen Polizeibehörde. Das kann zu Kettenreaktionen führen, die Einsätze bei Notfällen verzögern und sei eine „signifikante Gefahr für die öffentliche Sicherheit.“
So versperrte kürzlich ein Robotaxi einem Rettungswagen, der in Richtung einer Schießerei im Zentrum der texanischen Hauptstadt fuhr, den Weg. In diesem Fall sei es zwar gelungen, schnell mit Waymo-Mitarbeitern in Kontakt zu kommen, um das Fahrzeug wegzubewegen. In der Vergangenheit habe das laut Rettungskräften aber häufig mehrere Minuten gedauert.
Waymo will expandieren
Eine Waymo-Sprecherin erklärt gegenüber Wired, dass man mit Vertretern der Stadt in Austausch sei: „Durch eine kontinuierliche Zusammenarbeit schaffen wir das Vertrauen, das diese Stadt verdient, und machen die Straßen von Austin sicherer.“
In seiner Öffentlichkeitsarbeit betont Waymo nachdrücklich, wie sicher seine Technologie sei und welch großen Stellenwert Sicherheit generell für das Service habe. Das Unternehmen versucht in der Angelegenheit offenbar, zu beschwichtigen. Immerhin will Waymo bis Ende des Jahres in 10 weiteren Städten an den Start gehen.
Neue Gesetzeslage
Laut Wired werden autonome Fahrzeuge in Kalifornien und Texas auf Ebene des Bundesstaats reguliert. Städtische Behörden und Rettungskräfte können daher bei örtlichen Vorschriften nicht direkt mitreden.
In Kalifornien treten im Juli neue Regelungen für Betreiber von autonomen Fahrzeugen in Kraft. Sie müssen etwa innerhalb von 30 Sekunden auf Anrufe von Einsatzkräften antworten.
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Auch in China gibt es aufgrund von Problemen mit Robotaxis regulatorische Änderungen. Nachdem im März mehr als 100 Fahrzeuge des Anbieters Baidu einfach auf der Straße stehen geblieben waren, setzen Behörden nun Genehmigungsverfahren für neue autonome Fahrzeuge aus.
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