Erin Brockovich

Erin Brockovich

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Netzpolitik

Erin Brockovich mobilisiert gegen KI-Datencenter

Überall wachsen neue Datencenter derzeit wie Schwammerl aus dem Boden. Hauptgrund ist der immense Rechenbedarf durch den KI-Boom. 

In der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen die Neuerrichtungen. Menschen befürchten, die Datencenter könnten ihr Stromnetz destabilisieren, die Energiekosten in die Höhe treiben oder zu viel Wasser verbrauchen. Große Jobzuwächse sind indessen kaum zu erwarten. 

In den USA sollen die Tech-Firmen heuer rund 700 Milliarden US-Dollar für Datencenter auf amerikanischem Boden ausgeben, berichtete CNBC. Nun hat sich eine berühmte Bürgerrechtsaktivistin in die Debatte eingeschaltet: Erin Brockovich. Sie unterstützt mit einer Initiative Amerikanerinnen und Amerikaner, die Bedenken wegen der neuen Datencenter haben.

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Viele Menschen sitzen auf Treppen und halten Protestschilder gegen den Verkauf von Wasser und Datenzentren in Utah hoch.

Demonstranten gehen gegen Datencenter auf die Straße.

Website dokumentiert Datencenter-Konflikte

In den 90er Jahren startete die damals alleinerziehende, arbeitslose Frau einen Rechtsstreit gegen eine Energiefirma, die das Grundwasser ihrer Gemeinde mit gesundheitsschädlichem Chrom (VI) verseucht hatte. Weltberühmt wurde Brockovich 2000 mit dem Film Erin Brockovich – Eine wahre Geschichte, in dem Julia Roberts sie spielte. 

Gegen Datencenter macht Brockovich nun mit einer neuen Website mobil: „Der Wettlauf um den Aufbau von KI-Infrastrukturen entfaltet sich Stadt für Stadt in ganz Amerika. Mancherorts werden Rechenzentren begrüßt, anderswo verzögern sie sich, werden angefochten oder ganz aufgegeben“, sagt Brockovich auf der Website. „Diese Karte erfasst die realen Auswirkungen dieses Wettlaufs und offenbart Muster von Wachstum, Konflikten und Unsicherheit.“ 

Karte der USA mit Standorten und Beschwerden zu Rechenzentren in verschiedenen Entwicklungsstadien.

Karte vom

Die Website zeigt Standorte sogenannter Hyperscaler – also riesige Rechenzentren - in allen Bundesstaaten in mehreren Entwicklungsstadien auf. Rote Punkte auf der Karte dokumentieren eingereichte Beschwerden aus umliegenden Gemeinden. Deren genauen Wortlaut erfährt man leider nicht. 

Landwirtin gegen Mega-Datencenter

Die New York Times berichtete am Dienstag etwa über eine Landwirtin, die gegen ein Datencenter mobilisiert, das der Größe von 3.800 Fußballfeldern entspricht. 

„Ich glaube, sie rechnen damit, dass wir dumme Landbewohner sind und uns nicht wehren“, sagte Kassi Solberg gegenüber New York Times. „Aber bis man herausgefunden hat, was diese Unternehmen vorhaben, haben sie die Rechenzentren schon gebaut.“ 

Weitere Berichte dokumentieren Demonstrationen gegen Datencenter und Bürgerinitiativen. Brockovichs Website erlaubt es außerdem, dass Bürger selbst Beschwerden einreichen können. 

Widerstand in Irland

„Der sprunghafte Anstieg des Energieverbrauchs hat das Energiesystem grundlegend verändert und es an die Bedürfnisse einiger weniger multinationaler Technologiekonzerne angepasst“, heißt es dazu in einem Bericht von Tech Policy Press. Während die Hyperscaler bei der Energieversorgung bevorzugt würden, müssten Privathaushalte höhere Stromkosten akzeptieren. Der Staat würde wiederum Milliarden an Steuergeldern in Notstromaggregate stecken, um Blackouts zu vermeiden. Bürgerinitiativen wie Friend of the Earth rufen zu Protesten dagegen auf. 

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Proteste gibt es auch in den Niederlanden, Frankreich und Spanien. Österreich hat bislang noch nicht außergewöhnlich viele Rechenzentren, aber das könnte sich bald ändern. Kürzlich wurde das österreichische KI-Start-up Emmi von Mistral übernommen, das den Standort ausbauen will. 

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Aber zumindest auf Reddit wird bereits darüber diskutiert, wie Kommentare unter einem geteilten Artikel zu Googles geplantem Rechenzentrum in Oberösterreich zeigen. Kritisiert wird der Stromverbrauch, der bis zu 6 Prozent des gesamten von Österreich ausmachen soll. Von anderen Industriebetrieben unterscheide das Google-Rechenzentrum, dass es das Stromnetz stärker belastet und kaum neue Arbeitsplätze entstehen. 

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Jana Unterrainer

Interessiert sich nicht nur dafür, was Technologie kann, sondern auch was sie mit uns macht. Sie schreibt am liebsten über KI, Digitale Trends und Wissenschaft.

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