Meta AI im Google Play Store.

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Muse Spark soll Metas KI-Krise beenden

Muse Spark, das erste KI-Modell von Metas Superintelligence Labs, wurde am Mittwoch vorgestellt. Es sei „das erste Produkt einer von Grund auf überarbeiteten KI-Strategie“, heißt es in einem Blog-Artikel. Erklärtes ehrgeiziges Ziel ist die Schaffung einer Superintelligenz.

Meta zählte zwar viele Jahre lang zu den KI-Vorreitern in der Tech-Welt, wurde dann aber plötzlich von Google, OpenAI und Anthropic überholt. Nachdem der Release eines Llama-Modells im Mai 2025 zum Fiasko wurde und für Spott in der Branche sorgte, knöpfte sich der Konzern-Chef Zuckerberg Metas KI-Zweig vor. 

Er stellte diesen mit dem Superintelligence Labs neu auf. Was Meta dort unter dem Codenamen „Avocado“ entwickelte, wurde am Mittwoch als Muse Spark vorgestellt. Anders als die bisherigen Llama-Modelle ist Muse Spark nicht mehr Open Source.

Fokus auf Gesundheit 

2 Dinge stechen bei Muse Spark hervor. Erstens übertrifft die Performance laut veröffentlichten Zahlen deutlich die von Metas Llama-Modellen. Zweitens versucht Meta offenbar, Muse Spark besonders für Gesundheitsanwendungen zu positionieren. „Um die Fähigkeiten von Muse Spark im Bereich Gesundheitsanalyse zu optimieren, haben wir mit über 1.000 Ärzten zusammengearbeitet und Trainingsdaten zusammengestellt, die fundiertere und umfassendere Antworten ermöglichen“, verkündet Meta. 

Das Modell soll etwa interaktive Darstellungen generieren und den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln aufschlüsseln können. Fraglich ist, ob man ausgerechnet Meta sensible Gesundheitsdaten anvertrauen sollte: Der Tech-Konzern hat sich in der Vergangenheit keinen guten Ruf im Umgang mit Nutzerdaten gemacht. 

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Für die Nutzung soll man sich bei Metas neuer KI mit einem Facebook- oder Instagram-Account einloggen. Zwar sagt Meta nicht explizit, dass die KI persönliche Daten von den Profilen nutzt – angesichts der bisherigen Datennutzungsgeschichte von Meta kann man aber davon ausgehen.

Der Konkurrenz unterlegen

Das neue KI-Modell von Meta ist wie Gemini 3.1 Pro oder GPT-5.4 multimodal – das heißt, man kann damit verschiedenste Aktionen durchführen, wie Unterhaltungen führen, Grafiken analysieren oder Codes schreiben. Im Blog-Post zeigt Meta eine Reihe von Benchmarks, die die Performance des Modells im Vergleich zur Konkurrenz zeigen. 

Die Auswahl ist aber kuratiert, was typisch für die Branche ist. Man zeigt, wo ein Modell stark ist, während schwächere Ergebnisse oft bewusst ausgelassen werden. Im wohl wichtigsten Test für die modalen Fähigkeiten, dem MMMU Pro, liegt das neue Meta-Modell mit 80,4 Punkten jedenfalls hinter der Konkurrenz (Gemini 3.1 Pro kommt auf 83,9 Punkte und GPT 5.4 auf 81,2 Punkte).

Manche Benchmarks hat Meta wahrscheinlich bewusst ausgelassen, etwa die vom bekannten MathVista-Test. Der besagt, wie gut ein Modell Diagramme und Grafiken logisch versteht. Auch der Standardtest für Sprachverständnis MMLU fehlt. Beim Test Humanity’s Last Exam, der ebenfalls als wichtig gilt, ist Muse Spark der Konkurrenz wiederum unterlegen. Ähnliches gilt für die agentischen Fähigkeiten, wo Muse Spark fast durchwegs schlechter abschneidet als die Konkurrenz.

Muse Spark und Social Media

Kurios ist, dass Meta auch damit wirbt, dass sein Modell weniger wahrscheinlich Biowaffen entwickelt als Konkurrenzprodukte. Dabei wäre bei einer KI, die über Plattformen wie Instagram, Facebook und WhatsApp tief in unser Sozialleben wirkt, interessanter zu erfahren, wie gewillt die KI ist, Desinformation zu verbreiten, wie manipulativ sie sich Nutzern gegenüber verhält oder wie sie politisch geprägt ist.

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Unklar bleibt, was Metas neue Superintelligenz der Konkurrenz wirklich anhaben könnte. Besser als Metas Vorgänger-Modelle dürfte das neue KI-Modell jedenfalls sein. Wahrscheinlich wird Muse Spark künftig auch in Metas Social-Media-Plattformen integriert und Llama bei den "Meta AI"-Schnittstellen ersetzen.

Trotzdem: Meta hätte vermutlich vielleicht mehr herausholen können, hätten Zuckerberg und ähnliche Entscheider in dem Tech-Konzern die eigenen Fähigkeiten früher erkannt. Während KI-Größen wie Yann LeCun bei Meta seit langer Zeit die Weichenstellungen für KI setzen, soll Mark Zuckerberg selbst den KI-Bereich im eigenen Unternehmen nicht immer fokussiert haben.

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Jana Unterrainer

Interessiert sich nicht nur dafür, was Technologie kann, sondern auch was sie mit uns macht. Sie schreibt am liebsten über KI, Digitale Trends und Wissenschaft.

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