So wurde die geschenkte Boeing 747-8 zur neuen Air Force One umgebaut
Die aktuelle Air Force One der US-Regierung baut auf einer 35 Jahre alten Boeing 747-200B auf. Da die Präsidentenmaschine schon ziemlich in die Jahre gekommen ist, muss ein neues Flugzeug her. Doch die von Boeing versprochene 747-8i verspätete sich um mehrere Jahre und wird voraussichtlich frühestens 2028 an die US-Regierung übergeben.
Um die Zeit bis zur Indienststellung der neuen Air Force One mit der offiziellen militärischen Typenbezeichnung VC-25B überbrücken zu können, greift die Trump-Regierung auf ein Geschenk aus Katar zurück. Im vergangenen Jahr hat das Golfemirat Katar dem US-Präsidenten eine 400 Millionen Dollar teure 747-8i gratis zukommen lassen.
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Zur Überbrückung
Trotz der Korruptionsvorwürfe hat Trump den geschenkten Jumbojet nun als neuen Regierungsflieger vorgestellt. Weil die Boeing nur als Überbrückung dienen soll, hat sie auch die Kennung VC-25B Bridge erhalten. Umgebaut wurde die Maschine vom Rüstungsunternehmen L3Harris, das auf derartige Modifizierungen spezialisiert ist.
"Wir haben 10 Monate lang in 3 Schichten rund um die Uhr am Umbau gearbeitet", erklärt der dafür zuständige L3Harris-Manager Jason Lambert gegenüber TWZ. Der Übergang von einer alten auf eine neue Air Force One ist keine triviale Angelegenheit, wie aus dem Interview hervorgeht.
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Gesamtes Innenleben nachgebaut
So musste L3Harris sicherstellen, dass die neue VC-25B Bridge nahtlos in die Abläufe der US-Regierung eingegliedert werden kann. Da es sich aber um eine neuere und größere Variante des Jumbojets handelt, mussten Personal und Piloten speziell dafür geschult und vorbereitet werden.
L3Harris hat sich dafür eine baugleiche 747-8i von Atlas Air ausgeliehen und ein weiteres solches Flugzeug von der Lufthansa gekauft. Auf diesen Maschinen konnten die Piloten bei zahlreichen Testflügen ausgebildet werden. Gleichzeitig wurde in einem Hangar ein 1:1-Modell des Interieurs nachgebaut, um das Personal an die neue Maschine zu gewöhnen.
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Lackierung war Chefsache
Da die neue Air Force One bereits von Katar als Regierungsmaschine genutzt wurde, konnte das Innenleben weitgehend unverändert übernommen werden, sagt Lambert. Natürlich seien einige Akzente angepasst worden - auch an die persönlichen Wünsche von Donald Trump. Vor allem sei die neue Lackierung eine Chefsache gewesen. Trump habe sich unbedingt eine wehende Fahne auf dem Seitenruder der Maschine gewünscht.
Dass ein geschenktes Flugzeug zum US-Regierungsflieger wird, hat im Vorfeld auch Sorgen geschürt, es könnten sich technische Systeme in der Maschine verstecken, mit denen der Präsident abgehört werden kann. Dem entgegnet der L3Harris-Manager. Man habe penibel dafür gesorgt, dass die komplette technische Ausstattung abhörsicher ist.
L3Harris ist auch für das komplexe Kommunikationssystem der Air Force One zuständig. Jegliche Art der Kommunikation, die vom Präsidentenflugzeug kommt und die zur Air Force One gefunkt wird, läuft laut Lambert über ein absolut abhörsicheres System, das von L3Harris entwickelt und implementiert wird.
Raketenabwehr und Bordsystem
Das Rüstungsunternehmen ist auch dafür verantwortlich, dass diese Systeme tatsächlich funktionieren. Sollte es einmal zu Problemen kommen, seien die Präsidentenflugzeuge mit redundanten Kommunikationssystemen ausgestattet, sodass der US-Präsident und seine Entourage permanent kommunizieren können.
Außerdem hat L3Harris Umbauarbeiten an anderen Bordsystemen und der integrierten Raketenabwehr vorgenommen. Demokratische Senatoren schätzen die Kosten auf mehr als eine Milliarde Dollar und warnen vor Sicherheitsrisiken. US-Luftwaffenminister Troy Meink hielt dagegen, die Sicherheit des Präsidenten habe höchste Priorität.
Zum 4. Juli
Vorgestellt wurde die neue Übergangs-Air-Force-One bereits vergangen Woche. Offiziell in den Dienst gestellt werden soll sie zum US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli. Möglicherweise darf Trump sie nach Ausscheiden aus dem Amt sogar weiterhin nutzen. Ob dem tatsächlich so ist, wird sich jedoch erst zeigen.