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Diese neuen Waffen setzen die USA beim Angriff auf den Iran ein

Am Samstag haben die USA und Israel einen Angriff auf den Iran gestartet. Einige Stunden danach haben die Streitkräfte der beiden Länder die üblichen Erfolgsvideos gepostet.

Neben den Einschlägen auf iranische Ziele, wurden auch Videos und Fotos mit Startsequenzen der Waffensysteme gezeigt. Dabei waren mehrere zu sehen, die die USA zum ersten Mal in einem Einsatz genutzt haben.

Schwarze Tomahawk

Auf Fotos, die von der US Navy veröffentlicht wurde, sind die Starts von RGM-109 Tomahawk Marschflugkörpern zu sehen. Einige davon schauen anders aus als gewohnt. Statt der üblichen hellgrauen Navy-Lackierung, scheinen sie eine glänzende, schwarze Lackierung zu haben.

Start einer schwarzen Tomahawk

Dabei scheint es sich nicht um eine optische Täuschung zu handeln oder eine Farbverfälschung, die durch Gegenlicht, Schatten, Rauch und Triebwerksfeuer entstanden ist. Hier sind 2 Fotos zum Vergleich, die beide am 28. Februar 2026, innerhalb von 15 Minuten, auf dem Arleigh-Burke-Zerstörer USS Spruance entstanden sind, beim Starten von Tomahawks. Links klassisch Grau, rechts glänzend Schwarz.

Die schwarze Farbe der Tomahawk erinnert an die AGM-158C Long-Range Anti-Ship Missile (LRASM). Das ist ein Marschflugkörper, der von Flugzeugen aus gestartet wird und zur Bekämpfung von Schiffen gedacht ist.

Vermutlich handelt es sich bei der schwarzen Farbe um eine Lackierung, die die Stealth-Eigenschaften der Marschflugkörper verbessern soll. Die Tomahawk wurde bereits in der Vergangenheit diesbezüglich angepasst. So hat sie einen „Schnabel“ bekommen (längs verlaufende Kante an der Spitze), um die Radarsignatur von vorne zu reduzieren.

Eine Tomahawk in der Ausführung Block V mit "Schnabel"

Da die Tomahawk nur mit Unterschallgeschwindigkeit unterwegs ist, sind solche kleinen Verbesserungen wichtig. Denn seit ihrer Indienststellung im Jahr 1983 haben sich Abwehrsysteme kontinuierlich weiterentwickelt. Die neue schwarze Lackierung könnte etwa die Infrarotsignatur reduzieren. Moderne Nahbereichsabwehrsysteme nutzen u.a. Infrarotsensoren, um anfliegende Raketen und Drohnen anzuvisieren.

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Schwarze Tomahawk könnte MST sein

Einige Rüstungsexperten vermuten, dass die schwarze Tomahawk die neueste Version von MST (Maritime Strike Tomahawk) ist. MST ist eine Untervariante der Tomahawk, die nicht nur Landziele, sondern auch Schiffe angreifen kann. Gerade gegen die Abwehrsysteme von Schiffen wäre eine Lackierung, die den Stealth-Fähigkeiten zugutekommt, ein sinnvolles Upgrade.

Einen möglichen Hinweis darauf, dass die schwarze Tomahawk eine MST ist, hat TWZ in einer Präsentationsfolie der US Navy aus dem Vorjahr gefunden. Dort ist ein niedrig-auflösendes Foto zu sehen, das eine schwarze Tomahawk zu zeigen scheint.

Links unten ist anscheinend eine schwarze Tomahawk MST zu sehen

Bei den Angriffen auf den Iran waren aber auch Marschflugkörper zu sehen, die nach vorne gepfeilte Flügel haben. Dies könnte ebenfalls eine Maßnahme sein, um den Radarquerschnitt zu reduzieren. Abgesehen von den Flügeln sieht der Marschflugkörper wie eine Tomahawk aus, allerdings könnte es auch eine noch unbekannte, israelische Rakete sein – oder eine weitere neue Tomahawk-Variante, neben der glänzend schwarzen.

PrSM

Leichter fällt die Identifikation des nächsten Waffensystems, das die USA erstmals im Kampf eingesetzt haben: PrSM. Die ballistische Rakete ist in einem Video des U.S. Central Command (CENTCOM) zu sehen, das eine Slideshow aus Einzelbildern ist.

Auf den Bildern wird die PrSM (Precision Strike Missile) von einem HIMARS Raketenartillerie gestartet. PrSM wurde vor 2 Jahren in Dienst gestellt. In der jetzigen Ausführung hat sie eine Reichweite von mindestens 500 km, in den nächsten Entwicklungsschritten soll das auf 650 km und 1.000 km gesteigert werden.

Test einer PrSM Ende 2024

Aber auch mit 500 km ist PrSM die derzeit weitreichendste Rakete, die MARS und HIMARS starten können. Zuvor war das die ATACMS, die eine Reichweite bis zu 300 km hat.

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PrSM hat zudem den Vorteil, dass 2 Stück in den standardisierten Pod der MARS-Systeme passen. Bei der ATACMS ist es nur ein Stück. Dadurch kann ein HIMARS 2 Stück PrSM starten und ein MARS, das Platz für 2 Pods hat, insgesamt 4 Stück.

Im Vordergrund ein Pod für 2 PrSM. Im Hintergrund ist ein HIMARS zu sehen, das gerade einen Pod mit 6 Stück GMLRS-Raketen geladen hat.

CENTCOM hat später ein weiteres Video veröffentlicht, dass HIMARS beim Start von Raketen zeigt. Zumindest einmal ist darin die PrSM zu sehen, erkennbar an der Kontur der Nase, die eine ausgeprägtere Spitze als die ATACMS hat.

Gegenüber der Tomahawk scheinen die 500 km Reichweite aber fast wenig: Einige Varianten des Marschflugkörpers sollen über 1.700 km weit fliegen können. Dafür hat die PrSM andere Vorteile: So ist ein HIMARS in der Wüste deutlich unauffälliger als ein 155 Meter langer Zerstörer vor der Küste. Zudem sind ballistische Raketen weit schneller unterwegs und aufgrund ihrer Flugbahn schwieriger abzufangen als ein Marschflugkörper, der mit Unterschallgeschwindigkeit fliegt.

LUCAS – eine Shahed-Drohne made in USA

Ganz offiziell macht das CENTCOM ein „worlds first“: Zum ersten Mal haben die US-Streitkräfte Kamikaze-Drohnen in einem Konflikt eingesetzt.

Dazu wurde LUCAS (Low-Cost Uncrewed Combat Attack System) genutzt. LUCAS ist eine amerikanische Kopie der iranischen Kamikaze-Drohen Shahed-136. Berüchtigt wurde die Shahed-136, weil Russland sie gegen zivile Ziele in der Ukraine eingesetzt hat. Mittlerweile baut Russland sie unter dem Namen Geran-2 selbst.

Eine in Kiew ausgestellte Geran-2

Auch der Iran nutzt aktuell bei seinen Angriffen Shahed-136s. So sind die Kamikazedrohnen u.a. in Dubai und in Bahrain eingeschlagen.

Die Shahed-136 ist mit 185 km/h zwar langsam, kommt dadurch aber auf eine Reichweite von bis zu 2.500 km. Die Drohne enthält etwa 40 kg Sprengstoff. Durch die simple Bauweise ist sie sehr günstig und kann schnell in großen Mengen hergestellt werden. Dem Iran soll eine Shahed-136 unter 20.000 US-Dollar kosten. Zum Vergleich: Eine Tomahawk kostet den USA um die 2,5 Millionen US-Dollar.

35.000 US-Dollar pro Drohne

Die genauen technischen Daten zu LUCAS sind nicht bekannt. Laut CENTCOM kostet ein Stück in etwa 35.000 US-Dollar. Für den Angriff auf den Iran wurden sie vom Boden aus gestartet. Dazu haben die USA schon im Dezember 2025 LUCAS auf Stützpunkten im Nahen Osten stationiert.

LUCAS

LUCAS kann auch von Schiffen aus starten. Für Letzteres gibt es ein Hilfstriebwerk, mit dem die Drohne vom Hubschrauber-Deck eines Kriegsschiffs abheben kann. Das Hilfstriebwerk wird nach dem Start abgeworfen, dann übernimmt der Propellerantrieb.

Einen Hinweis auf die Eigenschaften von LUCAS gibt die Website von SpektreWorks, das die Drohne designt hat. Dort sind Daten für die FLM 136 angegeben, auf der LUCAS basiert. FLM 136 ist 3 Meter lang und hat eine Flügelspannweite von 2,5 Metern, ist also etwas kleiner als eine Shahed-136 (3,5 m und 2,5 m).

Einen deutlichen Unterschied gibt es beim Gewicht: FLM 136 ist bis zu 81,65 kg schwer und kann einen Gefechtskopf mit 18,15 kg transportieren. Die Shahed-136 wiegt etwa 200 kg und neben der normalen Variante mit 40-kg-Gefechtskopf, wurden von Russland auch schon Modelle mit 90 kg eingesetzt. Die Reichweite von FLM 136 wird mit 822 km angegeben.

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Inwieweit die technischen Eigenschaften von FLM 136 mit LUCAS übereinstimmen, ist nicht bekannt. Genauso unbekannt ist, wie viele LUCAS-Drohnen die USA gegen den Iran eingesetzt haben, gegen welche Ziele und wie viele noch für spätere Angriffe vorhanden sind. 

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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