A1 schaltet 2G-Netz ab: Was das bedeutet
In 2 Jahren, also im Mai 2028, will sich der österreichische Betreiber A1 von dem 2G-Standard verabschieden, wie es in einer Aussendung vom Dienstag heißt. Der Schritt werde als 'technologisch notwendig” gesehen, um 'Sicherheit, Netzqualität und Energieeffizienz langfristig zu gewährleisten und gleichzeitig Raum für moderne Mobilfunktechnologien zu schaffen”.
Die allermeisten Kunden dürften von der 2G-Abschaltung nichts mitbekommen. Der Standard wird heute nur mehr von veralteten Handys vorausgesetzt. Laut A1 seien es lediglich Tastenhandys oder veraltete Smartphones, die darauf setzen. Wer aktiv danach sucht, findet aber tatsächlich noch 2G-Geräte, etwa dieses Nokia-Handy um 25 Euro bei Amazon.
Verbreiteter ist 2G, wie auch A1 in der Aussendung schreibt, bei Machine-to-Machine-Kommunikation bzw. dem Internet der Dinge (IoT). Wer hier alte Hardware in Betrieb hat (Alarmanlagen oder dergleichen), könnte also davon betroffen sein.
eCall
Ebenfalls Thema bei der 2G-Abschaltung ist das sogenannte eCall-System in Autos. Diese Notrufeinrichtung funktioniert in vielen Fällen nur über 2G oder über 3G, wobei letzteres bereits 2024 in Österreich abgeschaltet wurde.
➤ Mehr lesen: Aus für 3G in Österreich: Was das bedeutet
Der Autohersteller Mazda hat zum Beispiel schon angekündigt, dass das System nach der Abschaltung nicht mehr genutzt werden kann. Etwas kurios mutet hier an, dass selbst neue Modelle mit Produktionsstart September 2025 mit einem eCall-System ausgestattet wurden, das lediglich 2G und 3G unterstützt.
Industrielle Betreiber von IoT-Sensoren, die nur mit 2G oder 3G funktionieren, müssen unter Umständen ebenfalls handeln. Eine Modernisierung kann hier teilweise ebenfalls aufwändig sein. A1 erklärt, man wolle Business-Kunden über notwendige Maßnahmen informieren und beim Umstieg individuell unterstützen.
2G bei Magenta und Drei und im Ausland
Österreichs 2 andere Netzbetreiber haben sich bislang mit genauen Zeitplänen für das Aus zurückgehalten. Konkrete Pläne bzw. ein Abschaltdatum wollte man bei Magenta auf Anfrage der futurezone derzeit noch nicht kommunizieren. Man werde über Schritte und Zeitpläne zu gegebener Zeit informieren, wie es heißt.
Vonseiten Drei heißt es, man habe ebenfalls vor, das 2G-Netz 'innerhalb der nächsten Jahre” abzuschalten. Einen genauen Zeitplan wollte man aber auch hier noch nicht nennen.
Auch in anderen europäischen Ländern steht 2G vor dem Aus. In Deutschland hat die Deutsche Telekom etwa Sommer 2028 als Datum genannt. Vodafone spricht von September 2028. In der Schweiz wurde 2G bereits eingestellt.
Rare Frequenzen
Grund dafür, dass sich Mobilfunker von dem Standard verabschieden, sind Frequenzen. Wenn diese nicht mehr von 2G 'besetzt” werden, können sie für neue Technologien wie 4G oder 5G genutzt werden. Das stellt diese Netze breiter auf und sorgt für eine bessere Versorgung. Der deutsche Betreiber Vodafone nennt etwa einen Kapazitätsgewinn von rund 10 Prozent für LTE und 5G.
Für die Betreiber ist es auch eine Kostenfrage. Die Wartung und Instandhaltung einer Technologie weniger spart natürlich Geld. Dazu kommt, dass Ersatzteile und dergleichen für alte Standards oft schwer und teuer zu bekommen sind.
Geschichte von 2G
2G wurde Anfang der 1990er-Jahre unter dem Namen GSM (Global System for Mobile Communications) eingeführt. Es war der Startschuss für viele populäre Technologien. So kam etwa die SIM-Karte mit dem Standard. Auch die SMS wurde mit GSM eingeführt.
GSM wurde später auch durch weitere Technologien erweitert. Dazu zählen etwa HSCSD, GPRS und EDGE.